Prof. Dr. Helmut Digel. - Foto: picture-alliance

11.04.2014 · Home, Jugend, Trainer · Von: tok

DHB richtet einen wissenschaftlichen Beirat ein

Das Arbeitsprogramm „Perspektive 2020 - Dem deutschen Handball eine Zukunft geben“ wird an einer weiteren Stelle vom Wort zur Tat: Das Präsidium des Deutschen Handballbundes hat die Bildung eines wissenschaftlichen Beirats beschlossen. Dieser soll den DHB in gesellschaftlichen, strukturellen, sportlichen und sportpolitischen Fragen beraten. In das mit hochkarätigen Wissenschaftlern besetzte Gremium sind neben dem Vorsitzenden Prof. Dr. Helmut Digel auch Prof. Dr. Klaus Cachay (Universität Bielefeld), Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper (Freie Universität Berlin), Prof. Dr. Klaus Roth (Universität Heidelberg) und Prof. Dr. Dirk Büsch (Institut für Angewandte Trainingswissenschaft Leipzig) berufen worden.

„Dieses Gremium wird für uns Gold wert sein”, sagt DHB-Präsident Bernhard Bauer. „Um den Handballsport auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten, brauchen wir den Blick über Grenzen hinaus. Ich bin froh und dankbar, dass es uns gelungen ist, die Kompetenz herausragender Experten für den DHB zu gewinnen. Der enge Kontakt von Wissenschaft und Handball ist für alle Beteiligten ein Gewinn.”

„Wenn eine Sportart auch in Zukunft erfolgreich sein will, muss sie über ihre eigenen Grenzen hinausblicken. Handball besitzt Tradition und Potenzial, aber das allein reicht nicht, um den Fortbestand zu sichern”, sagt Prof. Dr. Helmut Digel. „Wir hoffen, dass wir dem DHB, dem Team um Präsident Bernhard Bauer und damit dem Handball aus dem wissenschaftlichen Beirat heraus wichtige Impulse gegeben können, um die Zukunft erfolgreich zu gestalten.”

Der 70-Jährige, der als Bundesliga-Handballer für den SV Möhringen aktiv gewesen war, stand unter anderem dem Deutschen Leichtathletik-Verband von 1993 bis 2001 als Präsident vor. Auch im Leichtathletik-Weltverband IAAF bekleidete Digel als Vizepräsident lange eine führende Position und ist seit 2007 Ratsmitglied.

Mit der „Perspektive 2020“ hat sich DHB aufgetragen, seine Organisationsstruktur umfassend zu erneuern sowie den gesellschaftlichen und sportlichen Stellenwert des Handballsports zu verbessern. „Dabei erhoffen wir uns wertvolle Impulse. Der wissenschaftliche Beirat soll uns unabhängig und kompetent helfen, die richtigen Antworten auf sportliche und gesellschaftliche Fragen zu finden“, sagt Bauer.

Der Beirat setzt sich zunächst aus Experten zusammen, die mit wichtigen sportwissenschaftlichen Institutionen eng zusammenarbeiten. Dies gilt vor allem für das Institut für angewandte Trainingswissenschaft in Leipzig und für das Bundesinstitut für Sportwissenschaft in Bonn. Besonders wichtig ist der direkte Bezug zum Spitzensport Handball, sodass die erwünschte Praxisnähe der Beratung erreicht werden kann.

„Die gesellschaftlichen Veränderungen stellen eine große Herausforderung für den Sport dar”, sagt Bauer. „Der demografische Wandel sowie die Themen Migration und Schule werden von herausragender Bedeutung für den Mitgliedererhalt und den Mitgliedergewinn und damit für die Zukunftsfähigkeit des Sports im Allgemeinen sowie des Handballsports im Besonderen sein.”

 

Kernaufgaben des wissenschaftlichen Beirats sollen sein:

  • Beratung in Trainingsfragen, hierzu gehört die Evaluierung und Fortschreibung bestehender Rahmentrainingspläne, die Beratung der Trainer in Bezug auf Trainingsmethoden, die Beobachtung der internationalen Konkurrenten in Trainingsfragen
  • Beratung in Bezug auf Talentfindung und Talentförderung
  • Beratung und wissenschaftliche Begleitung zu Fragen der gesellschaftlichen Veränderung und daraus resultierenden neuen Herausforderungen, Migration und Integration
  • Medizinische Beratung
  • Wettkampfberatung 
  • Handball als Schulsport, Lehreraus- und -fortbildung
  • Wissensmanagement für Trainer und Betreuer des DHB
  • Beratung bei wissenschaftlichen Forschungsprojekten in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft
  • Organisationsberatung
  • Begleitung einer Datenbank Handball
  • Kommunikations- und Marketingberatung

 

Der Katalog der zu beratenden Themen ist offen, Fragen des gesellschaftlichen Wandels sind ebenso relevant wie aktuelle politische Rahmenbedingungen. Der Beirat soll maximal drei Mal jährlich tagen. Weitere Experten, vor allem für die Felder Marketing und Sportmedizin können berufen werden. Prof. Dr. Helmut Digel als Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats wird regelmäßig zu Sitzungen des Präsidiums eingeladen - nicht nur um zu berichten, sondern auch um aktuelle Themen ins Präsidium zu tragen.

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