Mit fünf Treffern, genau wie sein Kieler Mannschaftskamerad Steffen Weinhold, bester deutscher Torschütze am Sonntag: Rune Dahmke. - Foto: Sascha Klahn

10.01.2016 · Slider, Home, Nationalteams · Von: BP

Deutschland verliert letzten EM-Test gegen Island

Nach zwei Siegen am Dienstag gegen Tunesien (37:30) und Samstag gegen Island (26:25) haben die deutschen Männer ihre EM-Generalprobe am Sonntag verloren. Sechs Tage vor dem ersten EM-Vorrundenspiel gegen Ex-Weltmeister Spanien in Breslau verlor das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson in Hannover gegen Island mit 24:27 (12:15).

Somit ergibt sich das exakt gleiche Bild wie vor einem Jahr: Auf dem Weg zur WM in Katar hatten die Deutschen in den finalen Tests - seinerzeit auf Island - je eine Partie gegen den Olympiazweiten von 2008 verloren und gewonnen, und wurden am Ende WM-Siebter in Doha.

Die 10.050 Fans in der TUI-Arena in Hannover sorgten für einen begeisternden Empfang der DHB-Auswahl, die ohne den verletzten Spielmacher Niclas Pieczkowski antreten musste, doch Steffen Weinhold & Co. konnten in ihrem letzten Testspiel vor der Abreise nach Polen nicht wie erhofft von der tollen Unterstützung profitieren. Beste deutsche Torschützen war die beiden Kieler Rune Dahmke (6) und Steffen Weinhold (5).

Im Gegensatz zum ersten Vergleich mit Island tags zuvor in Kassel fehlte in der Offensive der Spielfluss und die Genauigkeit beim Abschluss, zudem war die Abwehr der „Wikinger“ deutlich besser auf den deutschen Angriff eingestellt. Schon nach 13 Minuten nahm Sigurdsson seine erste Auszeit und monierte die fehlende Bewegung ohne Ball. Zu diesem Zeitpunktlag die DHB-Auswahl mit 5:8 hinten.

Dank eines Zwischenspurts und den Treffern des wieder genesenen Rune Dahmke verkürzten die Gastgeber auf 8:9, leisteten sich dann aber erneut zu viele Fehlwürfe. Island setzte sich auf 13:8 ab, Sigurdsson legte nur acht Minuten nach seiner ersten Auszeit die Grüne Karte erneut auf den Tisch der Offiziellen. Kurz vor dem Seitenwechsel sorgte ein Doppelschlag der beiden Linkshänder Steffen Weinhold und Fabian Wiede aber dafür, dass die Hoffnung auf die Wende in Hälfte zwei beim 12:15 noch am Leben war.

Doch zwei Treffer des erneut überragenden Aron Palmarsson (insgesamt sieben Mal erfolgreich) sorgten wieder für den alten Fünf-Tore-Abstand. Die deutsche Mannschaft gab sich aber nicht auf, schaffte es zumindest, dass die Differenz nicht weiter anwuchs. Zu allem Überfluss humpelte nach 46 Minuten und dem Spielstand von 18:22 auch noch Rückraumspieler Steffen Fäth verletzt vom Feld.

Sigurdsson blieb seiner Linie treu, gab allen Spielern des 16er Kaders ihre Anteile. Und trotz der Niederlage standen die über 10.000 Fans wie ein Mann hinter der DHB-Auswahl, die dank Kay Häfner und Simon Ernst den finalen Rückstand noch auf drei Tore verkürzen konnten.

Nach zwei freien Tagen trifft sich die deutsche Mannschaft zum finalen Lehrgang in Berlin, vor dort aus geht es am Donnerstag mit dem Bus in den EM-Vorrundenspielort Breslau. Dort spielt die DHB-Auswahl in Gruppe C gegen Spanien (16. Januar, 18.30 Uhr, live im ZDF), Schweden (18. Januar, 20.30 Uhr, live in der ARD) und Slowenien (20. Januar, 17.15 Uhr, live im ZDF). Die drei besten Mannschaften jeder Vorrundengruppe qualifizieren sich für die Hauptrunde.

 

Deutschland - Island in Hannover 24:27 (12:15)

Deutschland: Lichtlein, Wolff; Sellin (1/1), Lemke, Reichmann, Wiede (3), Pekeler , Weinhold (5), Strobel (2), Schmidt, Fäth (2), Häfner (2), Dahmke (6), Ernst (1), Dissinger (1), Kohlbacher (1)
Island: Gustavsson, Edvardsson; Svavarsson (3), Kristjansson (3), Palmarsson (7), Karason (3), Hallgrimsson (2), Atlason (2), Sigurdsson (2/1), Gudjonsson (2), Gudmundsson, Amor Thor Gunnarsson (1), Petersson (2), Robert Gunnarsson, Sigurmansson, Konradsson, Bjarki Mar Gunnarsson, Helgason
Zuschauer in Hannover: 10.050 (ausverkauft). - Schiedsrichter: Birch/Stenrand (Dänemark). -. Zeitstrafen: 2:6 Minuten (Lemke - Petersson, Helgason, Sigurmansson). - Siebenmeter: 1/2:1/1 (Sellion verwirft). - Spielfilm: 2:3 (5.), 5:6 (11.), 5:9 (15.), 8:9 (18.), 8:13 (21.), 10:15 (27.), 12:15 - 15:20 (40.), 18:22 (45.), 20:24 (50.), 21:27 (57.), 24:27.

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