Dagur Sigurdsson war am Samstag im Fokus aller Medien. - Foto: Sascha Klahn

30.01.2016 · Slider, Home, Nationalteams · Von: BP

Viel schlafen, dann geht’s los: Alle sind heiß aufs Finale

Am Samstagmorgen haben sie vor dem Fernseher mit Tennisstar Angelique Kerber mitgefiebert und schließlich über den Australian-Open-Triumpf der Kielerin gejubelt, am Sonntag wollen die deutschen Handballer nachlegen: Nach Stockholm 2002 (Silber) und Ljubljana 2004 (Gold) heißt es nun in Krakau 2016 – EM-Finale, wir kommen! Nach dem 34:33 nach Verlängerung über Norwegen im Halbfinale am Freitag warten am Sonntag die Spanier. Anwurf in der Tauron-Arena ist um 17.30 Uhr, die ARD überträgt live ab 17 Uhr.

Bundestrainer Dagur Sigurdsson steht somit vor dem ersten Finale seiner Nationalmannschafts-Karriere, nachdem er mit den Füchsen aus Berlin bereits die Endspiele im DHB-Pokal (2014) und EHF-Pokal (2015) gewonnen hatte. Die Vorbereitung des Isländers ist ganz normal: „Nichts anderes als vor jedem anderen Spiel. Ich versuche, so früh wie möglich ins Bett zu kommen.“

Ehrlich gesagt, sagt der Isländer, habe nicht einmal er damit gerechnet so weit zu kommen, aber: „Jetzt sind wir im Finale, jetzt wollen wir es auch gewinnen. Die Spanier sind stark, das wissen wir, aber wir haben einen Lauf.“ Nach der 29:32-Auftakt-Niederlage gegen die Spanier am ersten Vorrundenspieltag hat die DHB-Auswahl alle sechs weiteren Partien bei der EURO in Polen gewonnen.

Mit dem Finaleinzug ist die Qualifikation für die WM 2017 in Frankreich bereits eingetütet, mit dem Finaltriumpf hätte die DHB-Auswahl zudem das Ticket zu den Olympischen Spielen in der Tasche, müsste im April kein Qualifikationsturnier mehr absolvieren. „Das haben wir nicht mal im Hinterkopf, daran denken wir, wenn es so weit ist. Jetzt gilt es erst einmal, fokussiert das Finale anzugehen und dann auch zu gewinnen“, sagte Linkshänder Fabian Wiede: „Wir wollen Revanche für den ersten Spieltag.“ Den Punkt Olympia  sieht Routinier Carsten Lichtlein etwas anders: „Der Titel wäre nicht nur die EM, das wäre die Erfüllung meines Olympiatraums.“

Spieler und Bundestrainer sind sich einig, dass man sich solche zehn Minuten wie im ersten Aufeinandertreffen nicht leisten könne, als sich Spanien locker und leicht absetzte. „Ich denke, daraus haben wir gelernt. Und die Entwicklung dieser Mannschaft kennt doch momentan auch nur eine Richtung – nach oben. So soll es weitergehen“, verkündet Linksaußen Rune Dahmke optimistisch.

Die Erfahrung spricht klar für die Spanier – denn im Durchschnitt hat jeder Iberer 87,2 Länderspiele absolviert, die junge deutsche Mannschaft verfügt lediglich über einen Schnitt von 36,1 internationalen Einsätzen. „Aber wir sind als Mannschaft gewachsen, andere Mannschaften waren auf erfahrener, und wir haben sie geschlagen“, sagt Dahmke.

Die Spanier standen bislang 1996, 1998 und 2006 in EM-Finals, haben den Titel im Gegensatz zur DHB-Auswahl aber noch nie gewonnen. Ihre einzige Niederlage bei der EURO 2016 kassierte die Mannschaft von Trainer Manuel Cadenas zum Auftakt der Hauptrunde gegen Dänemark, ihr Halbfinale gewann sie mit 33:29 gegen Kroatien. Drei Spanier – Baena, Guardiola (Rhein-Neckar Löwen) und Canellas (THW Kiel) stehen bei Bundesligisten unter Vertrag. Bisher gelangen deutschen Mannschaften 24 Siege gegen Spanien, fünf Partien endeten Remis 32 Mal verlor eine DHB-Auswahl.

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