Foto: Sascha Klahn

31.01.2016 · Slider, Home, Männer Nationalteam · Von: BP

Wolff-Wahnsinn - Deutschland Europameister!

Europameister! Europameister! Unglaublich! Wahnsinn! Mit einem 24:17 (10:6)-Erfolg über Spanien hat sich die DHB-Auswahl am Sonntagabend zum zweiten Mal nach 2004 den Titel bei einer Männer-EURO gesichert. Um 19.38 Uhr erhielt Kapitän Carsten Lichtlein aus den Händen von EHF-Präsident Jean Brihault die goldene EM-Trophäe.

Held des Abends war Andreas Wolff, der eindeutig unter Beweis stellte, warum er zuvor als bester Turniertorwart ins All-Star-Team berufen wurde. Mit 16 Paraden, was einer Wahnsinns-Quote von 49 Prozent entspricht, sicherte der Schlussmann der HSG Wetzlar der bravourös kämpfenden deutschen Mannschaft den Triumpf, den Tausende Fans in der Tauron-Arena in Krakau feierten.

Durch den Sieg hat sich die DHB-Auswahl neben der EM-Trophäe den großen Jackpot gesichert: Neben der bereits feststehenden Qualifikation für die WM 2017 in Frankreich ist das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson auch direkt für die Olympischen Spiele von Rio qualifiziert.

Bester Torschütze war Kai Häfner mit sieben Treffern. Tobias Reichmann, der als bester Rechtsaußen ebenfalls ins All-Star-Team gewählt wurde, wurde zweitbester Torschütze der EURO mit insgesamt 46 Treffern, zwei hinter dem Spanier Valero Rivera jun.

Am Montag wird also die EM-Trophäe mit nach Berlin kommen. Mit einer Chartermaschine wird die Mannschaft am Mittag auf dem militärischen Teil des Flughafens Berlin-Tegel erwartet. In der Max-Schmeling-Halle werden die EURO-Helden am Montagnachmittag mit ihren Fans feiern und sich für den fantastischen Rückhalt der vergangenen Wochen bedanken. Der Eintritt ist frei. Die ARD wird den Empfang des Teams von Bundestrainer Dagur Sigurdsson von 16.10 bis 17 Uhr live und exklusiv übertragen. Die Max-Schmeling-Halle öffnet um 14.30 Uhr ihre Türen, das Programm beginnt um 15 Uhr. Beim Empfang der deutschen Nationalmannschaft übernimmt Alexander Bommes für die ARD die Moderation. Zu den Gästen zählt DJ Ötzi. Weitere Überraschungen sind geplant.

Dass niemals in der Geschichte einer Männer-EM ein Team in der ersten Hälfte nur sechs Tore erzielte, hatte einen Grund – und der hieß Andy Wolff. Der All-Star-Team-Torwart wehrte unglaublich 54 Prozent aller Würfe in Hälfte eins ab, brachte die Spanier schier zur Verzweiflung. „Das war unglaublich, was Andy gehalten hat, aber wir müssen noch effektiver in Überzahlsituationen werden“, sagte Uwe Gensheimer in der Halbzeit. Wie die ebenfalls verletzten Christian Dissinger und Steffen Weinhold saß er in seinem Trikot auf der Tribüne.

Die deutsche Mannschaft startete in einer wahren Abwehrschlacht auch offensivstark: Nach zehn Minuten stand es 5:1, vor allem weil Kai Häfner wie schon am Freitag beim Halbfinalsieg gegen Norwegen (34:33 nach Verlängerung) sein Zielwasser getrunken hatte. Als Rune Dahmke auf 7:2 erhöhte, erklang zum ersten Mal „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ von den ausverkauften Rängen. Die Mehrzahl der neutralen Zuschauer unter den 14.000 Fans hatte sich auf Seiten der DHB-Auswahl geschlagen.

Und die musste mitansehen, wie der Vorsprung schmolz, vorrangig in den Phasen, wenn sie in Unterzahl auf dem Feld war (fünf Zeitstrafen, darunter zwei gegen Pekeler, vor der Pause). Aber da weiter auf Wolff Verlass war und Jungstar Julius Kühn mit dem Halbzeitpfiff mit einem Hammerwurf traf, lag die deutsche Mannschaft 10:6 vorne.

Und es wurde schnell noch besser: Wolff wurde zum Tier, die DHB-Angreifer trafen nach Belieben, und nach nur sechs weiteren Minuten hieß es 13:7, dann 16:9 – mit einem sensationellen Sieben-Tore-Vorsprung ging die deutsche Mannschaft in die letzten 16 Minuten, Wolff hatte seine Fangquote mittlerweile auf 58 Prozent erhöht. Spanien gab sich geschlagen, schon 40 Sekunden vor Abpfiff feierten die Deutschen auf dem Feld, die Fans auf den Tribünen. Whansinn!

 

Deutschland - Spanien in Krakau 24:17 (10:6)

Deutschland: Lichtlein, Wolff; Sellin (1), Lemke, Reichmann (3/1), Wiede, Pekeler (2), Strobel (1), Schmidt (1), Fäth (3), Häfner (7), Dahmke (4), Kühn (1), Ernst, Pieczkowski, Kohlbacher (1)
Spanien: Sterbik, Perez de Vargas; Gurbindo, Maqueda, Tomas (4/3), Raul Entrerrios (5), Aguinagalde, Ugalde (1), Canellas (1), Morros, Garcia (2), Baena, Rivera (1/1), Guardiola, Del Arco, Dujshebaev (3)
Zuschauer in Krakau: 14.000 (ausverkauft). - Schiedsrichter: Gjeding/Hansen (Dänemark). - Zeitstrafen: 16:8 Minuten (Pekeler/4, Schmidt/4, Sellin, Lemke, Kühn, Kohlbacher - Guardiola/4, Morros, Entrerrios). - Siebenmeter: 1/3:4/6 (Reichmann verwirft zweimal, Canellas und Rivera verwerfen). - Spielfilm: 2:0 (6.), 5:1 (10.), 7:2 (15.), 7:4 (18.), 8:5 (23.), 10:6 - 12:6 (36.), 16:9 (44.) 18:12 (50.) 24:17.

Anzeige
Hanniball