20.03.2016 · Home, Nationalteams, Frauen Nationalteam · Von: BP

DHB-Frauen tanzen Samba: 24:18-Sieg gegen Brasilien

Dank einer herausragenden Defensivleistung und einer erneut zur besten Spielerin gewählten Torfrau Anna Monz haben die deutschen Frauen beim Vier-Länder-Turnier in Norwegen ihren ersten Sieg gefeiert - und wie: Olympia-Gastgeber Brasilien (Weltmeister von 2013) wurde am Sonntag mit 24:18 (13:6) geschlagen. Die Mannschaft von Bundestrainer Jakob Vestergaard beendet das Turnier also als Dritter vor den punktlosen Brasilianerinnen.

„Ich bin sehr zufrieden, gerade, wie wir in der Abwehr gestanden haben. Nach der Niederlage gegen Spanien haben wir viel gesprochen - und heute hat die Mannschaft über weite Strecken alles sehr gut umgesetzt“, sagte Vestergaard, der ein Sonderlob an Anna Monz verteilte, die in Norwegen ihre ersten Länderspiele bestritt: „Sie hat ihre Sache erneut sehr gut gemacht.“

Die ersten beiden Partien beim Turnier in Langhus hatte die DHB-Auswahl mit 28:35 (15:16) gegen Gastgeber Norwegen und unglücklich gegen Spanien 24:25 (14:15) verloren. Auch Brasilien hatte Niederlagen gegen beide Gegner kassiert (22:23 gegen Spanien, 26:32 gegen Norwegen).

Die ersten acht Minuten waren aus deutscher Sicht ein „Solo für Anna“ - denn Anna Loerper steuerte die ersten fünf Treffer der DHB-Auswahl (ohne einen Fehlversuch) zum zwischenzeitlichen 5:2 bei. „Das war ein Start nach Maß“, sagte die Spielmacherin, die am Ende gemeinsam mit Kim Naidzinavicius und Susann Müller beste DHB-Werferin mit je fünf Toren war.

Der deutsche Vorsprung hatte dank der starken Defensivleistung weiter Bestand. Brasiliens Trainer Morten Soubak musste nach 15 Minuten und beim 3:6-Rückstand seines Teams bereits früh seine erste Auszeit nehmen.

Und die zweite folgte nur 13 Minuten später. Denn die deutschen Frauen spielten in dieser Phase wie aus einem Guss, Torfrau Monz hatte hinter der weiterhin starken Abwehr den Laden dicht gemacht - und dank vier Treffern in Folge führte die DHB-Auswahl überraschend mit 12:6 - und hätte noch deutlicher vorne liegen können, die Möglichkeiten waren da. Weil Xenia Smits kurz vor der Sirene noch traf, ging es mit einem in dieser Höhe nie erwarteten 13:6 in die Kabine.

Nach der Pause war das Vestergaard-Team selbst in Unterzahl unaufhaltsam, setzte sich binnen fünf Minuten auf 16:7 ab und hatte die Partie weiterhin unter Kontrolle. Wie stark die deutsche Abwehr arbeitete und wie gut Monz hielt, zeigt sich allein schon daran, dass Brasilien 39 Minuten brauchten, um zehn Tore zu erzielen.

Weil die DHB-Auswahl nach der 17:8-Führung aber zu viele Chancen vergaben und sich die Zahl der technischen Fehler erhöhten, konnte der Panamerika-Meister den Rückstand beim 14:18 (46.) zwischenzeitlich auf vier Treffer verkürzen. „Da war die Fehlerquote wieder zu hoch. Daran müssen wir arbeiten“, sagte Vestergaard.

Als aber Kim Naidzinavicius mit ihrem vierten Treffer fünf Minuten vor dem Ende das 22:17 erzielte, war der Sieg endgültig eingetütet. Und der war auch so etwas wie eine Revanche: Denn bei der WM in Dänemark im Dezember 2015 hatten die Deutschen gegen den Weltmeister von 2013 ihr Vorrundenspiel mit 21:24 verloren.

Das Selbstvertrauen aus diesem Sieg werden die DHB-Frauen nun auch in die beiden noch ausstehenden EURO-Qualifikationsspiele am 1. Juni (19.30 Uhr in St. Gallen) gegen die Schweiz und am 4./5. Juni zuhause gegen Island mitnehmen.

 

Vier-Länder-Turnier in Norwegen, Ergebnisse:

Donnerstag, 17. März:

Norwegen - Deutschland 35:28 (16:15)

Spanien - Brasilien 23:22 (11:10)

Samstag, 19. März:

Deutschland - Spanien 24:25 (14:15)

Norwegen - Brasilien 32:26 (13:10)

Sonntag, 20. März:

Brasilien - Deutschland 18:24 (6:13)

Norwegen - Spanien 25:27 (14:12) - damit Spanien Turniersieger.

 

in Langhus: Brasilien - Deutschland 18:24 (6:13)

Brasilien:  Moreschi, Arenhart (1); Diniz (1), Nascimento, S. Rocha (3), Piedade, T. Araujo, Silva, Rodrigues (3/1), Quintino (1), F. Rocha (2), Amorim (1), L. Araujo (1), Goncalves, Oliveira, Constantino, Coppi (5/1), Facchinello
Deutschland: Monz, Giegerich; Klein, Schmelzer (1), Loerper (5/1), Smits (3), Behnke, Kramer, Naidzinavicius (5/1), Susann Müller (5), Fischer (1), Mazzucco (2), Geschke, Franziska Müller, Rode, Minevskaja (1), Schulze (1)
Zuschauer: 2000. - Schiedsrichter: Togstad/Kristiansen (Norwegen). - Siebenmeter: 3/2:3/2 (Loerper und Rodrigues verwerfen). - Zeitstrafen: 2:4 Minuten (Amorim - Schmelzer, Schulze). - Spielfilm  2:4 (7.), 3:5 (10.), 4:7  (19.), 6:8 (24.), 6:12 (28.), 6:13 - 7:16 (35.) 14:18 (46.) 17:20 (51.), 17:22 (55.) 18:24.

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