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1995 Die Weltmeisterschaft in Island

Stefan Kretzschmar erinnert sich gut
an die Unberechenbarkeit des
DHB-Teams bei der WM 1995 in Island.

Anders als man denkt
Bei der Vergabe der WM war eines der Argumente für Island der geplante Ausbau der Halle in Reykjavik auf 7000 Zuschauerplätze gewesen. Kurz vor der WM scheiterte das Projekt aufgrund fehlender finanzieller Mittel. Zähne knirschend akzeptierte die IHF die Kompromisslösung – auch weil die Vorbereitungszeit schon sehr fortgeschritten war: Die Halle wurde für 5200 Plätze hergerichtet. Bei den Spekulationen über den Gewinner der Goldmedaille war sich die Fachwelt einig: Russland oder Schweden würden gewinnen. Eventuell würde Spanien, auch wegen der Einbürgerung von Talant Duishebaev, ein Wörtchen mitzureden haben.
Aber es kam ganz anderes. Weder der Titelverteidiger, noch der Europameister zogen ins Endspiel ein, in dem Frankreich Kroatien mit 23:19 bezwang. Das Team um Daniel Costantini mischte die nervös gestarteten Kroaten mit ihrer sehr wirkungsvollen 5:1-Abwehr mit einem bestens aufgelegten Jackson Richardson von der ersten Minute an auf. Schnell führte Frankreich 4:1, spielte auch im weiteren Verlauf des Finales seine technische Überlegenheit aus und ließ seinen Gegner nie näher als auf drei Tore herankommen.

DHB-Team rehabilitiert
Ob vor dem olympischen Turnier in Barcelona 1992, der WM in Schweden 1993 oder der EM in Portugal, immer hatte das deutsche Team, das 1989 bei der B-Weltmeisterschaft in die Drittklassigkeit abgestürzt war, vom Neuaufbau des Teams gesprochen und Schonfrist beantragt. Bundestrainer Arno Ehret hatte 1995 klare Worte gefunden: „Von Babymannschaft zu sprechen ist Blödsinn. Unser Ziel ist es, nicht nur an Atlanta und den siebten Platz zu denken. Das Viertelfinale muss lediglich als Zwischenstation verstanden werden.“ Selbstbewusste Worte nach einem miserablen 9. Platz bei der letzten Europameisterschaft. Doch dann erreichte Deutschland überraschend das Spiel um Platz drei. 
Obwohl das DHB-Team dort Schweden mit 20:26 deutlich unterlag, hatte sich die Mannschaft von Arno Ehret rehabilitiert. „Wir haben ein klares Signal gesetzt: Der deutsche Handball ist wieder da, unsere Sportart wird wieder beachtet“ Überdies sei es schön, wieder zu den besten vier Mannschaften der Welt zu gehören. Verlassen konnte sich Ehret vor allem auf eine gute Abwehrarbeit sowie darauf, dass in jedem Spiel ein anderer Deutscher eine herausragende Leistung erbrachte. „Das macht unsere mannschaftliche Geschlossenheit und unsere Unberechenbarkeit aus,“ brachte es Linksaußen Stefan Kretzschmar auf den Punkt.

Der Modus
Erstmals wurde das Teilnehmerfeld auf 24 aufgestockt, die sich in vier Sechsergruppen gegenüberstanden. Die ersten vier der Gruppen zogen ins Achtelfinale ein, das im K.o.-System fortgesetzt wurde.

Comeback des Jahres
Peter Kovacs, damals stolze 40 Jahre alt, trat von seinem Rücktritt zurück. Mit 300 Länderspielen und über 2000 erzielten Toren war der Ungar bereits eine lebende Legende, die Mitte der 80er Jahre nach Dortmund zum OSC Thier gewechselt war und dort als „Peter der Große“ vor den Dortmunder Fußballprofis zum Sportler des Jahres gewählt wurde. Weitere Station waren  Großwallstadt, Essen, Hameln und Bad Salzuflen, bevor er über Klagenfurt zurück nach Budapest ging. Nationaltrainer Kolo versprach sich allerdings weniger etwas von dessen Wurfgewalt als vielmehr von dessen Abwehrkünsten für sein überwiegend junges Team.
Ungarn erlebte dennoch einen herben Absturz. Nach Niederlagen gegen Südkorea (26:29), Island (20:23), der Schweiz (23:30) und Tunesien (24:25) und nur einem Sieg gegen die USA (26:14), musste das Team nach der Vorrunde die Heimreise antreten.

Keine ‚Kleinen’ mehr
Es gibt keine so genannten Kleinen mehr im Handball. Mit  Tunesien, Algerien und Ägypten schafften drei afrikanische Nationen den Einzug in die Runde der letzten 16 Mannschaften. Dazu gesellte sich Kuba. Tunesien schied erst nach zweimaliger Verlängerung und Siebenmeter-Werfen gegen den späteren Zweiten der Weltmeisterschaft Kroatien aus. Ägypten qualifizierte sich unter der Leitung des deutschen Trainers Uli Weiler sogar als Sechster für die Olympischen Spiele. „Es könnte sein, dass ich bei der Rückkehr nach Kairo ausgepfiffen werde“, so Weiler, „schließlich hatte der Verband Platz 1 bis 3 als Ziel für die Weltmeisterschaft ausgeschrieben.“ Aufbauen konnte Weiler, der auch schon mit der Betreuung der Nationalmannschaft aus Katar Entwicklungshilfe geleistet hatte, auf die Trainingsarbeit, die der frühere Trainer der DDR-Auswahl Paul Tiedemann zwischen 1988 und 1992 in Ägypten geleistet hatte. Besonders mit der unorthodoxen 5:0+1-Abwehr hatte er so manch renommierten Gegner ins Schwitzen gebracht.

Doping
Zwar verlor Kuwait die Partie gegen Ägypten sowieso mit 21:28, doch nachdem die Dopingprobe von Alazmi Saad als positiv bewertet wurde, wurde das Ergebnis in ein 0:10 umgewandelt. Saad wurde von weiteren WM-Spielen ausgeschlossen und zudem bis zum 11. August 1995 gesperrt.

(fk)


 


 



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