25.01.2014 · 3. Liga, Männer 3. Liga, Staffel Nord · Von: PM

SVHU Handball GmbH im Insolvenzverfahren

Die SVHU Handball GmbH hat nunmehr beim Amtsgericht beantragt, das Eigenverwaltungsverfahren aufzuheben und in ein Insolvenzverfahren überzugehen. Der Spielbetrieb in der 3. Liga Nord wird auf jeden Fall fortgeführt. Auch in Zukunft wird es Leistungs-Handball in Henstedt-Ulzburg geben.

Der wirtschaftliche Träger des SV Henstedt-Ulzburg e.V., 1.Herren, Handball - die SVHU Handball GmbH hat beantragt, das Eigenverwaltungsverfahren aufzuheben, da weitere Sponsoren außerordentlich gekündigt haben und eine umfängliche Sanierung so nicht möglich ist. Die Sponsoren möchten jetzt wesentlich die Zukunft lösen und weniger die Altlasten. D.h., die SVHU Handball GmbH wird liquidiert. Die Spieler werden bei Sponsoren in neue Beschäftigungsverhältnisse eintreten. Der Spielbetrieb wird fortgesetzt. Das große gemeinsame Ziel ist eine machbare Zukunft für den Leistungshandball in Henstedt-Ulzburg. Seit Oktober 2013 sind der Verein und das Umfeld bestrebt, Handball in Henstedt-Ulzburg zukunftsfähig zu gestalten.

Dabei sind die folgenden Punkte wesentlich:

1. Die Sponsorenstruktur von einigen wenigen großen Sponsoren muss hin zu einer Vielzahl kleiner bis mittlerer Sponsoren entwickelt werden

2. Neben einer Aktivität als werbender Sponsor, bindet der SVHU zunehmend Sponsoren, die Spielern berufliche Perspektiven bieten. D.h. es werden Ausbildungsplätze, Dual-Studiengänge, Praktika, Studentische Aushilfsjobs, Bachelorarbeiten etc. zur Verfügung gestellt, um den Sportlern über die Handball-Karriere hinaus berufliche Perspektiven zu bieten. Dem Arbeitgeber und Sponsor wird der Typ Leistungssportler dabei auch als besonders leistungsfähiger Arbeitnehmer deutlich gemacht. Die Spieler bauen sich so eine gesicherte Zukunft auf.

3. Die Öffentlichkeit in Henstedt-Ulzburg, insbesondere die Politik, die Gemeindeverwaltung und das Publikum ist noch stärker einzubinden und zu begeistern. Aus der Politik erreichen uns dabei sehr positive Signale. In den vergangenen drei Jahren konnten wir je nach Spielklasse, die Zuschauerzahlen stetig entwickeln. Der SVHU erreicht in der 3. Liga derzeit einen Zuschauerschnitt von fast 500 Fans.

4. Der neu gewonnene Wirtschaftsrat, der bereits in kurzer Zeit viel bewegt hat, möchte sich personell stetig erweitern. Hier sollte sich ein Pool an gut vernetzten Entscheidungsträgern der Wirtschaft bilden, die ihrerseits aus diesem Netzwerk einen Mehrwert generieren.

5. Es sind weitere ehrenamtliche Mitarbeiter zu gewinnen, die das notwendige Umfeld darstellen und eine reibungslose Organisation der Handball-Events und des Spielbetriebs gewährleisten. Die Struktur des Leistungs-Handballs ist den stetig gewachsenen Anforderungen anzupassen und auf viele Schultern zu verteilen.

In all diesen Themenbereichen konnte in den letzten Wochen und Monaten eine Basis geschaffen werden, die aber weiter ausgebaut werden muss, um Stabilität und Kontinuität im SVHU-Handballdauerhaft und nachhaltig zu gewährleisten. Es hat die Verantwortlichen im SVHU Handball mit Stolz erfüllt, wie eng die Handballfamilie in schweren Zeiten zusammenstand, um die Krise zu meistern.

Die nun durchzuführende Liquidation der SVHU Handball GmbH ist ein schmerzlicher Einschnitt, gleichzeitig aber auch der Startschuss für einen Neubeginn. Die Mannschaft steht auf Platz eins der Tabelle und hat alle Chancen, die gesteckten sportlichen Ziele für die Saison 2013/2014 zu realisieren und so die Basis für weitere Entscheidungen zu legen.

Nahezu allen Spielern konnte eine qualitative hochwertige berufliche Tätigkeit neben dem Handball angeboten werden. Das ist das Konzept der Zukunft, verbunden mit einer verstärkten Einbindung junger Spieler in den Kader. Dies kann in den kommenden Jahren verstärkt aus der eigenen Jugendarbeit heraus passieren, die sich kontinuierlich quantitativ wie qualitativ entwickelt hat. Es soll aber auch weiterhin Talenten aus der Region die Möglichkeit gegeben werden, sich in Henstedt-Ulzburg sportlich weiter zu entwickeln.

Der SVHU muss damit leben, dass nicht jeder Spieler diesen neuen Weg gehen will. Natürlich hat durch den Insolvenzantrag auch das Vertrauen gelitten. Es gilt nun, Schritt für Schritt wieder Vertrauen aufzubauen.

Angesichts der oben aufgeführten Umstände hat Stephan Hampel (TW) in dieser Situation sein außerordentliches Kündigungsrecht wahrgenommen und wird mit sofortiger Wirkung zum TSV Altenholz wechseln, um vor Ort in Kiel sein Studium zu intensivieren. Zurzeit ist Stephan Hampel der einzige, der sich für einen Ausstieg entschieden hat.

Wesentlich ist jetzt, dass eine Grundsatzentscheidung des Vereins dahingehend gefallen ist, 2014/2015 mindestens in der 3. Liga mit einem ambitionierten Team anzutreten. Ob man am 30.April 2014 die Unterlagen zur Lizenzierung für die 2.Handball-Bundesliga abgibt, entscheiden Verein, Abteilung und Wirtschaftsrat am 31.März 2014. Dabei ist, abhängig von einer sportlichen Qualifikation, zu prüfen, ob wirtschaftlich, sportlich, aber auch in der Öffentlichkeit eine solche Entscheidung vertretbar ist.

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