Gesprächsbedarf: Bundestrainer Dagur Sigurdsson im Dialog mit Paul Drux. Der 19-Jährige gehörte zu den Aktivposten im Spiel des DHB-Teams. - Foto: picture-alliance

21.09.2014 · Nationalteams, Home, Männer Nationalteam · Von: oti

DHB-Team spielt im zweiten Test gegen die Schweiz 28:28 - Dagur Sigurdsson: „Haben zu wenig gemacht”

Die neuformierte Nationalmannschaft des Deutschen Handballbundes (DHB) hat sich am Sonntag in Ulm / Neu-Ulm von der Schweiz mit einem 28:28-Unentschieden (11:14)  getrennt. Am Vorabend hatte die DHB-Auswahl gegen den gleichen Gegner einen 32:26 (19:12)-Testspielerfolg gefeiert. Bundestrainer Dagur Sigurdsson nahm nach dem Schlusspfiff am  frühen Sonntagabend kein Blatt vor den Mund: „Das war enttäuschend, vor allem was wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, in der Abwehr – und auch im Angriff.“ Das DHB-Team habe „zu wenig gemacht. Das war Standhandball.“ Das Gesamtfazit des Bundestrainers: „In der zweiten Halbzeit hat die Einstellung gestimmt.“ Aber: „Solche Spiele müssen wir gewinnen.“

DHB-Präsident Bernhard Bauer erklärte: „Dieses Wochenende war in jedem Fall ein gelungener Auftakt. Man hat im zweiten Spiel gemerkt, dass noch einiges an Abstimmung in Abwehr und Angriff fehlt, aber das ist keine Überraschung. Ich bin guter Dinge, dass es zu Automatismen kommt. Daran muss man weiter arbeiten. Die Mannschaft ist in dieser Formation noch nicht eingespielt, ist aber in jedem Fall gewillt, alles auf die Platte zu bringen. Es gab einige Schattenseiten, aber vor allem große Lichtblicke. Diese Spiele gegen die Schweiz dienten dem Erkenntnisgewinn. Und ich bin mir sicher, dass Dagur wichtige Erkenntnisse mitnimmt.”

Die DHB-Auswahl fand von Beginn an nicht richtig in die Begegnung, lag bereits in der siebten Minute mit 1:5 zurück. Dagur Sigurdsson nahm eine  Auszeit, stellte zunächst von einer 6:0 auf eine 5:1-Abwehr um. Mit Erfolg: Paul Drux, Michael Müller und Uwe Gensheimer verkürzten auf 5:7 (13.). Die Schweiz legte den Schalter wieder um, hielt die DHB-Auswahl ständig mit zwei oder drei Toren auf Distanz, trotz mehrfacher Unterzahl.  Dagur Sigurdsson sprach nach dem Schlusspfiff von „fehlender Aggressivität“; insbesondere in der ersten Halbzeit. DHB-Vizepräsident Leistungssport Bob Hanning während der Halbzeitpause (11:14): „Wir müssen in der Abwehr konsequenter werden. Im Angriff lassen wir zu viel liegen.“

Zu Beginn von Halbzeit zwei verkürzte das DHB-Team nach Toren von Paul Drux, Patrick Wiencek und Uwe Gensheimer zunächst auf 14:15 (33). Torhüter Silvio Heinevetter fand immer besser ins Spiel. Gensheimer erzielte schließlich in der 41. Minute per Siebenmeter das 17:17.  Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. In der 50. Minute ging das DHB-Team nach einem Treffer von Sven-Sören Christophersen das erste Mal in Führung (22:21), Patrick Wiencek und Patrick Groetzki legten zum 24:21 nach. Die Schweiz ließ sich nicht abschütteln und arbeitete sich Tor um Tor wieder heran, verkürzte in der Schlussminute auf 27:28. Andy Schmid warf schließlich mit der Schlusssirene den 28:28-Ausgleichstreffer.

„Mehr als ein Unentschieden wäre heute nicht gerecht gewesen“, sagte Bundestrainer  Dagur Sigurdsson unmittelbar nach dem Abpfiff des Testspiels. „Gut war heute nur, dass wir sehen konnten, wie wir unter Druck spielen.“ Bob Hanning, DHB-Vizepräsident Leistungssport, meinte: „Das Ergebnis ist vielleicht ganz gut, weil es ein Stück Euphorie nimmt. Es bleibt noch eine Menge Arbeit, aber es war auch nicht zu erwarten, dass alles auf einmal kommt.”

Ende Oktober wird es für den Bundestrainer und die DHB-Auswahl ernst. In der EURO-2016-Qualifikation trifft Deutschland am 29. Oktober in Gummersbach auf Finnland. Zum 2. November reist die Mannschaft nach Wien zur Begegnung gegen Österreich.

 

Deutschland - Schweiz 28:28 (11:14)

Deutschland: Heinevetter (1), Wolff; Gensheimer (8/2), Sellin, Wiencek (4), Danner (1), Pekeler, Groetzki (1), Allendorf, Kneule, Schmidt, Häfner, M. Müller (3), P. Müller, Kühn (1), Drux (4), Christophersen (5)
Schweiz: Bringolf, Portmann, Portner; Schmid (10/4), Fellmann (1), Liniger (3), Baviera (2), Graubner, Sidorowicz (2), Dähler (1), Raemy (2), Küttel, Striffeler (2), Mühlemann (1), Freivogel, Baumgartner (1), Linder, Svajlen (3)
Schiedsrichter: Nachevski/Nikolov (Mazedonien). - Zuschauer: 4412 (ausverkauft). -  Siebenmeter: 2/2:4/4. - Zeitstrafen: 6:12 Minuten (M. Müller, P. Müller, Kühn - Fellmann/drei, Graubner, Daehler, Raemy). - Rote Karte: Fellmann (39./dritte Zeitstrafe). - Spielfilm: 1:5 (7.), 3:7 (11.), 6:8 (18.), 7:10 (22.), 8:11 (23.), 10:12 (27.), 11:14 (30.) - 12:15 (31.), 14:15 (32.), 15:17 (39.), 17:17 (41.), 19:20 (46.) 21:21 (49.), 24:21 (53.), 25:23 (55.), 25:24 (56.), 26:24 (57.), 28:26 (59.), 28:27 (60.), 28:28 (60.).

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