Wie schon gegen Tunesien auch im ersten Test gegen Island bester deutscher Torschütze: Christian Dissinger. - Foto: Sascha Klahn

09.01.2016 · Slider, Home, Nationalteams · Von: BP

Hauchdünn, aber verdient: DHB-Auswahl schlägt Island im vorletzten EM-Test

Die deutschen Männer haben auch ihr zweites EM-Testspiel des Jahres 2016 erfolgreich bestritten: Nur vier Tage nach dem 37:30 gegen Tunesien in Stuttgart gewann die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson am Samstag hauchdünn, aber verdient mit 26:25 (15:13) vor 4300 Fans in der ausverkauften Rotenbachhalle in Kassel gegen EM-Teilnehmer Island.

Wie schon am Dienstag war der Kieler Christian Dissinger erneut erfolgreichster Torschütze der deutschen Mannschaft, diesmal mit acht Treffern, Steffen Fäth und Hendrik Pekeler steuerten jeweils sechs Tore bei. Trotz einer deutlichen Steigerung in der Abwehr im Vergleich zum Tunesien-Spiel musste die DHB-Auswahl bis zum Abpfiff zittern, bis der Sieg feststand.

Das zweite Spiel gegen die Isländer, der finale Test vor der EURO, ist am Sonntag um 15 Uhr in der ausverkauften TUI-Arena in Hannover. www.sportdeutschland.tv überträgt das Spiel ab 14.50 Uhr als Livestream.

Die deutsche Mannschaft, die auf den angeschlagenen Niclas Pieczkowski verzichten musste, begann furios im Angriff und deutlich aggressiver und organisierter als anfangs gegen Tunesien in der Defensive. Vorne waren es vor allem die fünf frühen von insgesamt acht Dissinger-Treffern, die für die schnelle Führung sorgten, hinten packte die Defensive der DHB-Auswahl entschlossen gegen die Isländer zu, zudem hinterließ auch Torwart Carsten Lichtlein einen deutlich stärkeren Eindruck als gegen Tunesien.

Bis zum 8:5 in Minute 15 lief alles wie am Schnürchen, auffällig waren auch die vielen Wechselalternativen im Rückraum, am besten lief es, wenn das Duo Dissinger/Steffen Fäth gemeinsam auf der Platte war. Auch Henrik Pekeler war von allen Kreispositionen sehr effektiv.

Nach einer Auszeit von Trainer Aron Kristjansson steigerte sich die isländische Defensive allerdings, der anfangs sehr gute Spielfluss der deutschen Mannschaft wurde gestört, geriet ins Stocken. Zur Pause stand daher nur noch eine 15:13-Führung auf der Anzeigentafel - von diesen 15 deutschen Toren hatte das Trio Fäth/Dissinger/Pekeler zwölf beigesteuert.

Sigurdsson hatte schon frühzeitig zu wechseln begonnen, so fügte sich zum Beispiel Martin Strobel gut ins Team ein, das am Freitag von 16 auf 17 Spieler vergrößert wurden - mit Linkshänder Kai Häfner von der TSV Hannover-Burgdorf. In Kassel wieder mit dabei war Linksaußen Rune Dahmke, der seine Sprunggelenksverletzung auskuriert hat.

Nach der Pause kam Andreas Wolff für Lichtlein zwischen den Pfosten. Und die deutsche Mannschaft behielt auch dank seiner Paraden die Oberhand, führte bis zur 50. Minute konstant mit zwei bis Treffern Differenz. Bei den Isländern ragten nicht nur in dieser Phase die früheren Kieler Aron Palmarsson (acht Treffer insgesamt) und Gudjon Valur Sigurdsson (4) heraus.

Absetzen konnte sich die DHB-Auswahl gegen die wacker kämpfenden Wikinger allerdings nicht, die sich nun deutlich besser auf die deutsche Defensive eingestellt hatten. Im Gegenteil: Beim 22:21 zehn Minuten vor dem Ende nahm Sigurdsson seine Auszeit, justierte vor allem den Angriff, wo der rote Faden abhanden geraten war.

Dennoch: Beim 23:23 glichen die Isländer dank des sechsfachen Torschützen Alexander Petersson von den Rhein-Neckar Löwen erstmals aus und gingen sogar 24:23 in Führung. Doch ein Doppelschlag von Pekeler und Dissinger kippte die Partie erneut, nun nahm Kristjansson 180 Sekunden vor dem Ende seine finale Auszeit.

Island versuchte in der letzten Spielminute und nach dem 26:25 durch Johannes Sellin alles, brachte einen siebten Feldspieler, doch die deutsche Abwehr verteidigte sehr gut. Mehr als ein direkter Freiwurf sprang für die Gäste nicht mehr heraus - und dieser Wurf von Palmarsson wurde Beute des deutschen Blocks, die Fans feierten die DHB-Auswahl.

 

Deutschland - Island in Kassel 26:25 (15:13)

Deutschland: Lichtlein, Wolff; Sellin (1), Lemke, Reichmann (1/1), Wiede, Pekeler (6), Weinhold (2), Strobel (2), Schmidt, Fäth (6), Häfner, Dahmke, Ernst, Dissinger (8), Kohlbacher
Island: Gustavsson, Edvardsson; Svarasson, Kristjansson, Palmarsson (8), Karason, Hallgrimsson (1), Atlason, Sigurdsson (4), Gudjonsson (1), Gudmundsson (1), Amor Thor Gunnarsson (2), Petersson (6), Robert Gunnarsson (2), Sigurmansson, Konradsson, Bjarki Mar Gunnarsson, Helgason
Zuschauer in Kassel: 4300 (ausverkauft). - Schiedsrichter: Birch/Stenrand (Dänemark). - Zeitstrafen: 4:8 Minuten (Lemke/4 – Svarasson, Palmarsson, Gudmundsson, Helgason). - Siebenmeter: 2:1:1/1 (Reichmann scheitert an Edvardsson). - Spielfilm: 4:2 (9.), 8:5 (15.), 10:6 (18.), 12:9 (22.), 14:10 (25.), 15:13 - 17:14 (36.),  19:16 (40.), 22:18 (45.), 22:21 (50.), 23:23 (53.), 23:24 (54.), 25:24 (57.), 26:25.

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