Julia Willauer war für den SV sechsmal erfolgreich. Foto: HSA e.V.

01.02.2016 · 3. Liga, Frauen 3. Liga, Staffel Süd · Von: pm verein

Allensbach: Nicht ganz super der Superball

Der SV Allensbach erreicht, nicht ganz nach Plan, im Rahmen des Superballs nur ein 35:35 Unentschieden gegen die HSG TB/TG 88 Pforzheim.

Es war vor großer Kulisse in der Konstanzer Schänzle-Sporthalle mit 1.400 Zuschauern von Anfang an seitens der HSG Pforzheim das erwartete Spiel: Tempoverschleppung um ihre beiden Shooterinnen Nastja Antonewitch und Franziska Ramirez in Stellung zu bringen. Die aber trafen dann auch von Beginn an und es war in dieser Phase erneut Steffi Hotz und auch Julia Willauer zu verdanken, dass der SVA dran blieb. Die Uhr zeigte 13:19 Minuten als Sarina Müller die erste Führung gelang, doch das Spiel blieb hart umkämpft. Sechs Mal wechselte die Führung in der ersten Halbzeit, ehe sich der SVA mit zwei Toren etwas absetzen konnte. In dieser Phase zeigten die Allensbacherinnen warum sie in der Tabelle zu Recht der hartnäckigste Verfolger der TSG Ketsch sind: schöner Kombinationshandball, vor allem wenn er mit hohem Tempo gespielt wurde. Das Manko: Die Abwehr bekam den Rückraum des Gegners nie richtig in den Griff. Und so sprechen die 18 Gegentore bei 20 SVA Treffern zur Halbzeit auch eine deutliche Sprache.

Dies schien sich nach der Pause zu ändern: Antonitsch erfreute sich fortan der Mann- (Frau) Deckung von Sarah Rothmund und Allensbach marschierte. Acht Tore ließen die Hühner in Halbzeit zwei bis zur 53. Minute und dem Stand von 33:26 zu. Das Spiel schien gelaufen. Doch es blieb an diesem denkwürdigen Tag beim Konjunktiv, denn die HSG gab nie auf. Als die Lenkerin des HSG-Spiels, Nastja Antonewitch, in der 44. Min bei einem Rückstand von 28:23 die Losung ausgab: „Es ist alles gut Mädels“ sorgte dies bei jenen, die dies mitbekommen hatten für ein Schmunzeln; denn ein 5 Tore Sieg für den SVA wäre ja durchaus akzeptabel gewesen. Doch bald darauf wurde klar, welch fatale Folgen noch aus dem Satz erwuchsen: Der SV Allensbach agierte in der Abwehr viel zu passiv, bekam keinen Zugriff mehr auf Antonewitch und Ramirez und die HSG kämpfte sich Tor um Tor heran. Zunächst nicht beunruhigend, denn 4 Tore Vorsprung 3 Minuten vor Schluss reichen im Normalfall, doch die Schlussphase war keineswegs normal. Bei 58:52min 2-Min-Strafe gegen Svenja Hübner, 2 Tore Vorsprung. 9 Sekunden vor Schluss: Tor Pforzheim zum 35:34 und 2 Minuten gegen Julia Willauer, 60 Min: Ausgleich durch Ramirez mit der Schlusssirene.

Innerhalb von Minuten hatte die HSG das Spiel fast gedreht, das verdient Respekt für die Moral. Den Hühnern aber stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben: es herrschte eine große Leere vor, begreifen konnten sie das Ganze an diesem Abend nicht. Dadurch war die Freude auf die Players Night beim Superball auch etwas getrübt; dennoch wird die Mannschaft das Erlebte verarbeiten und Lehren daraus ziehen. Trainer Claus Ammann analysierte nüchtern: „Wir haben in der Abwehr den letzten Schritt auf die Ballführende nicht gemacht, um so das eine oder andere Tor zu verhindern. Kompliment an Pforzheim für diese Moral.“

Für den SVA spielten: Neumann, Wörner (Tor), Lizureck (3), Rothmund (4), Willauer (6), Bickel (3), Greinert (6/1), Hotz (5), Mayer (2), Zogg, Hübner (3), Müller (3).

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