18.03.2017 · 3. Liga, Männer 3. Liga, Staffel Süd · Von: pm verein

Das etwas andere Spitzenspiel – Fürstenfeldbruck ist das Topteam aus dem Tabellenkeller

Es gibt Sätze, die im Sport verpönt sind. Das sind allen voran die Phrasen, derer sich Trainer oder Verantwortliche bedienen. Eigentlich gehört auch die Feststellung, man dürfe sich von der Tabellensituation nicht täuschen lassen, zu diesen Phrasen – doch in der Dritten Liga Süd ist das in einem Fall trotzdem zutreffend. Daher ist auch dem Nußlocher Geschäftsführer Holger Schwab nur zuzustimmen, wenn er sagt: „Man darf sich vor dem Spiel gegen Fürstenfeldbruck keinesfalls ein Bild von der Tabelle machen.“ Der Grund: Bei der TuS handelt es sich nicht um ein Team, das krampfhaft durch solche Aussagen besser gemacht werden soll. Die Hintergedanken, eine überraschende Niederlage tut nach einem solchen Satz etwas weniger weh und ein Sieg wirkt noch viel glorreicher liegen in diesem speziellen Fall fern. Das hat mit der Odyssee zu tun, die das bayerische Team hinter sich hat.

Rückblende: Im Hinspiel lieferten sich beide Mannschaften einen harten Kampf, der eines Spitzenspiels würdig war. Genau das war es tatsächlich: Das Aufeinandertreffen des Tabellenführers und des Verfolgers. Nußloch setzte sich durch, musste dazu aber alles aufbieten, was es hatte. Ein paar Wochen später kam dann der Schock für die TuS Fürstenfeldbruck. Der Bayerische Handball Verband stellte den fehlenden Spielerpass des TuS-Akteurs Alexander Leindl fest und erkannte allen Vereinen, für die er an Spielen teilnahm, eben diese Punkte ab. Es dauerte nicht lange, ehe sich der DHB diesem Urteil annahm und ebenfalls die Punkte der Fürstenfeldbrucker abzogen hat. Für die SGN änderte dies direkt nur wenig, da Leindl im Duell nicht auflief, doch indirekt profitierten die Konkurrenten davon, deren Niederlagen gegen Fürstenfeldbruck nun doch mit zwei Punkten belohnt wurden.

Viel schlimmer waren die Folgen aber für die Bayern selbst, die schlagartig von einem Topteam zu einem Abstiegskandidaten wurden. Inzwischen hat sich Fürstenfeldbruck zwar aus den gröbsten Sorgen herausgekämpft und mit vier Punkten Abstand auch für etwas Ruhe gesorgt, nimmt man Rang fünf als Vergleich ist der 13. Platz aber weit unter den eigenen Möglichkeiten. Dass ohne den Abzug nur die fünfte Position zu Buche stünde liegt laut Schwab indes auch an dem Urteil: „Sie hatten zuletzt einen Durchhänger, das steht wohl mit dem Punktabzug in Verbindung.“

Der Geschäftsführer der SGN ist sicher, dass Fürstenfeldbruck ohne diese unglückliche Geschichte weiter an der eigenen Erfolgsserie gebastelt hätte. „Die TuS ist eine absolute Spitzenmannschaft, somit haben wir auch ein absolutes Spitzenspiel.“

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