Amelie Bayerl während der Grundausbildung bei der Bundeswehr. Foto: Kai-Axel Döpke/Bundeswehr

17.10.2017 · Slider, Home, Nationalteams · Von: TR

Zwischen Handballhalle und Kaserne

Frühes Aufstehen, Zimmer säubern, Schießübungen und an den Wochenenden Handball. Nach sechs Wochen fast schon Alltag für Amelie Bayerl und Elisa Stuttfeld, U20-Nationalspielerinnen des Deutschen Handballbundes. Die beiden Rückraumspielerinnen sind seit dem 1. September 2017 Teil der Sportfördergruppe der Bundeswehr. Deren Ziel ist es, den Athletinnen und Athleten optimale Rahmenbedingungen für ihre leistungssportliche und berufliche Laufbahn zu bieten.

Die Nachwuchsspielerinnen haben dafür zuerst eine sechswöchige Grundausbildung an der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr in Hannover, der zentralen Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr für den Spitzensport, absolviert. Während dieser Zeit konnten sie trotzdem an den Spielen ihrer jeweiligen Vereine teilnehmen. Die 18-jährige Elisa spielt für den Erstligisten TV Nellingen, die 19-jährige Amelie läuft für den HCD Gröbenzell in der 2. Bundesliga auf.

Die Grundausbildung war eine spannende Zeit für beide, auf die Elisa gerne zurückblickt: „Nach sechs Wochen Bundeswehr fällt mein Fazit sehr positiv aus, denn ich konnte viele neue Erfahrungen sammeln und Dinge erleben, die ich so schnell wahrscheinlich nicht mehr machen werde.“

Anschließend an die Grundausbildung nehmen die beiden in regelmäßigen Abständen an Handball-Lehrgängen in der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf teil. Die Trainingsinhalte werden mit den Trainern aus Verein und Nationalmannschaft abgesprochen.

Diese Bedingungen ermöglichen es den beiden, den Fokus ganz auf den Handball zu legen. „Die Trainingsumfänge können deutlich erhöht werden können und Elisa und Amelie können zweimal pro Tag trainieren. Da ist genügend Zeit für Kraft, Ausdauer, Handball – und nicht zu vergessen auch Regeneration. Eine Luxussituation für junge Nachwuchsspielerinnen“, erläutert Marielle Bohm, Bundestrainerin der U20-Nationalmannschaft.

Beide Juniorinnen haben im Sommer die Schule abgeschlossen und standen vor einer Entscheidung, wie es beruflich, aber auch sportlich für sie weiter gehen sollte. „Nach meinem Schulabschluss war der geeignete Zeitpunkt sich im Anschluss daran für die Sportfördergruppe zu bewerben, und ich war sehr glücklich, als ich die Zusage erhalten habe. Die Plätze sind sehr begehrt und es gibt nur wenige für Handballerinnen“, erklärt Amelie ihre Entscheidung für die Sportfördergruppe.

Derzeit nehmen 14 Handballerinnen und Handballer daran teil. DHB-Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld empfindet die Kooperation mit der Bundeswehr als enorm wichtig: „Die Spielerinnen und Spieler und der DHB profitieren sehr von der Zusammenarbeit, denn gerade für Juniorinnen und Junioren ist das der erste Schritt zur Professionalisierung.“

Außerdem sieht er in der Sportfördergruppe eine Chance zur Orientierung für die Nachwuchsspieler und -spielerinnen. Während dieser Zeit können die Athletinnen und Athleten ihre beruflichen Möglichkeiten abwägen und die duale Karriere vorantreiben. Auch Amelie möchte sich einen Überblick verschaffen. „Beruflich werde ich dieses Jahr auch dazu nutzen, verschiedene Praktika zu machen, Vorlesungen zu besuchen und Gespräche zu führen, um dann zu entscheiden, ob ich eine Ausbildung beginne oder im Oktober 2018 anfange zu studieren.“

Nach der abgeschlossenen Grundausbildung liegt der Fokus der beiden jedoch  erstmal ganz  auf dem Sport mit dem großen Ziel U20-Weltmeisterschaft vom 1. bis zum 15. Juli 2018 in Ungarn. Die Qualifikation hierfür wird im März stattfinden. 

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