WM-Botschafterin Grit Jurack gibt ihre Tipps zur Gruppe D ab.

13.11.2017 · Slider, Home, WM 2017 Frauen · Von: GJ

WM-Botschafterin Grit Jurack analysiert die 24 Teilnehmer - heute Gruppe D

Grit Jurack ist nicht nur Deutschlands-Rekord-Nationalspielerin (306 internationale Einsätze) und Rekordtorschützin im DHB-Trikot mit 1581 Toren, sondern war neben Kathrin Blacha die einzige Nationalspielerin, die bei beiden WM-Bronzemedaillen 1997 und 2007 auf der Platte stand. Wie 1999 wurde Jurack auch 2007 WM-Torschützenkönigin. Heute ist die dreifache Champions-League-Siegerin und fünffache Handballerin des Jahres offizielle Botschafterin der Frauen-Weltmeisterschaft 2017 in Deutschland. Tickets für die WM gibt es hier.

Bis zur WM, die am 1. Dezember in Juracks Heimatstadt Leipzig mit dem Eröffnungsspiel Deutschland - Kamerun gestartet wird, analysiert sie die vier Vorrundengruppen. Deren Zusammenstellung lag ganz in den Händen der 39-Jährigen, die im Juni im Final-Spielort Hamburg die Losfee war.

Im letzten Teil ihrer Analyse befasst sich Grit Jurack heute mit Gruppe D, die in Leipzig ausgespielt wird. WM-Gastgeber Deutschland bekommt es dort mit dem Vize-Europameister und WM-Zweiten Niederlande, dem 2013er WM-Zweiten Serbien, den asiatischen Topteams Korea und China sowie Kamerun zu tun.

Grit Jurack über….

Kamerun: Ich denke, das ist für alle die große Unbekannte. Kamerun ist erst zum zweiten Mal bei einer WM dabei und ich befürchte, sie werden einiges an Lehrgeld bezahlen, denn ich glaube nicht, dass sie eine große Rolle in dieser Gruppe spielen werden.

China: Im Vergleich zu Korea ist China deutlich schwächer einzuschätzen, auch wenn sie physisch stärker sind als der Asienmeister. Ich frage mich immer wieder, warum man in einem solchen Riesenland nicht mehr Interesse an Handball wecken kann. Ich denke, China und Serbien werden um den vierten Platz und den Einzug ins Achtelfinale kämpfen.

Serbien: Die neue Trainerin hat neuen Schwung ins Team gebracht, und die Tatsache, dass Ex-Welthandballerin Andrea Lekic bei den beiden EM-Qualifikationsspielen im November dabei war, zeigt, dass sie auch bei der WM auflaufen wird. Sie kann den Unterschied machen, aber ich glaube nicht, dass Serbien zum Beispiel die deutsche Mannschaft gefährden kann. Wegen der größeren Erfahrung und mit Lekic werden sie es trotzdem ins Achtelfinale schaffen.

Korea: Die vergangenen Weltmeisterschaften und Olympischen Spiele haben gezeigt, dass Korea nicht mehr so stark ist wie früher. Ich bin gespannt, wie sie sich in Deutschland präsentieren, denn bei nach-olympischen Turnieren steht vor allem der Neuaufbau des Teams im Vordergrund. Korea verfügt über individuell bestens ausgebildete3 Spielerinnen, zeigt immer einen enormen Kampfgeist – aber es wird gegen die drei europäischen Teams spannend sein, wie sie mit den Größen- und Kräftenachteile zurechtkommen. Dennoch: Ich sehe den Asienmeister auf jeden Fall im Achtelfinale.

Niederlande: Auch dank der neuen Trainerin Helle Thomsen, die es immer wieder schafft, zehn Prozent mehr aus der Mannschaft herauszuholen, sind die Niederlande mein großer Goldfavorit. Nach den beiden verlorenen Finals – WM und EM – haben sie mit Norwegen eine Rechnung offen, und vielleicht ist in Hamburg die Zeit gekommen. Für mich sind die Oranjes der große Favorit in dieser Gruppe, und ich freue mich jetzt schon auf das finale Gruppenspiel gegen Deutschland. Mit Tess Wester verfügen die Niederlande über eine überragende Torfrau – und ich denke, die entscheidenden WM-Spiele werden zwischen den Pfosten entschieden.

Deutschland: Ich denke, die Mannschaft von Michael Biegler kann sich über meine Auslosung nicht beklagen. Die Trainer haben in den vergangenen Monaten eine tolle Arbeit geleistet, auf vielen Position gibt es viele gleichstarke Spielerinnen. Schade, dass meine Nachfolgerin im rechten Rückraum, Anne Hubinger, die WM verpasst. Mit dem Heimvorteil im Rücken kann der Traum vom Finalwochenende Wirklichkeit werden. Ich würde es mir für den deutschen Frauenhandball wünschen.  

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