Grafik: Caroline Kleinroth

14.11.2017 · 3. Liga, Männer 3. Liga · Von: cb/pm vereine

Drittliga Review #Spieltag12

Drittliga Review #Spieltag12 Trainer sein ist schwer. Hannover-Burgwedels Coach Jürgen Bätjer kann davon ein Lied singen und machte seinem Ärger nach der Niederlage in Springe Luft. In Pfullingen schien man auch nach vielen unglücklichen Niederlagen zu verzweifeln, schwimmt sich aber nun zunehmend frei und erarbeitete sich auch das Glück wieder zurück. Flogen vor einigen Wochen die Bälle kurz vor Schluss noch in das Pfullinger Tor hinein, so rauschen sie nun eher Zentimeter am Gehäuse vorbei. In Bad Blankenburg hat sich die Stimmung mit nun drei Siegen auch wieder gedreht und beim Longericher SC dürfen die Akteure vielleicht nach einem Sieg im morgigen Derby bei Bayer Dormagen das Karnevals-Auftakt-Bierchen schlürfen. Nach dem Sieg gegen die HSG Krefeld am 11.11. hieß es stattdessen Training am Sonntag statt große Sause.

Staffel Nord: Keine Ausreden mehr

In amerikanischen Sportarten spricht man gerne vom „Go-To-Guy“, wenn es darum geht, welcher Spieler in den heißen Situationen den Ball und somit auch die Verantwortung für die wichtigen Aktionen übernimmt. Der HSV Hannover scheint in Milan Mazic genau so einen zu haben. Bereits im Derby gegen Hannover-Burgwedel gelang dem Kreisläufer der 32:31-Siegtreffer. Nun, im nächsten Stadt-Derby gegen die TSV Burgdorf II war Mazic wieder zur Stelle und markierte den 26:26-Ausgleich. 600 Zuschauer sorgten für eine tolle Derby-Atmosphäre und bekamen alles geboten, was ein Derby ausmacht. Am Ende waren auch beide Trainer mit der Punkteteilung zufrieden. „Vielen Dank an das tolle Publikum. Ich bin sehr zufrieden mit der Einstellung meiner Jungs. Beide Mannschaften haben mit Leidenschaft gespielt. Ich denke, es kann niemand über das Unentschieden meckern“, sagte TSV-Coach Heidmar Felixson. HSV-Trainer Stefan Lux: „Ich schließe mich Heidmar an. Es war ein sehr intensives Spiel. Das ist gut für unseren Sport. Der siebte Feldspieler hat uns wieder den Allerwertesten gerettet. Ich kann mit dem Punkt leben.“

Neben diesem Derby stand noch das zweite Duell der beiden Teams aus dem Hannoveraner Umland an. In dem behielten die Handballfreunde Springe nach hartem Kampf gegen Hannover-Burgwedel mit 30:27 die Oberhand. Die Handball Dinos übernahmen somit die Rote Laterne im Norden, was Coach Jürgen Bätjer gar nicht schmeckte. Auch der Umstand, dass uns mit Maurice Herbold einer der wichtigsten Spieler fehlt, führt bei vielen zu einer Alibireaktion. Jetzt sind wir Tabellenletzter und ab sofort gibt es keine Ausreden mehr. Von hätte, vielleicht oder wir waren ganz nah dran, können wir uns nichts kaufen“, redete Bätjer Klartext.

Derweil machen im Tabellenkeller zwei Teams in den vergangenen Wochen nachhaltig von sich reden. Dem 1. VfL Potsdam legte nach dem Befreiungsschlag gegen Springe (34:27) nun ein 32:26-Heimsieg gegen die HG Hamburg-Barmbeck nach. Spielentscheidend war der 8:0-Lauf vom 16:18 zum 24:18. Neben den Potsdamern ist der VfL Fredenbeck das im Moment „heißeste“ Team des Tabellenkellers. Vor 800 Zuschauern holte der Traditionsverein den dritten Sieg infolge. Maciek Tluczynski übernahm beim 26:23-Heimsieg über Oranienburger HC in der Schlussphase die Verantwortung.

Staffel Ost: Germania Großsachsen gelingt große Überraschung

Der HSV Bad Blankenburg ist das Team der Stunde im Osten. Nach dem Trainerwechsel holten die Thüringer mit dem 28:21-Heimsieg über den TV Gelnhausen die Punkte fünf und sechs in Folge und haben im eng beieinander liegenden Tabellenkeller den Anschluss an das untere Mittelfeld geschafft. Die Süd-Ost-Hessen hingegen sind nach dem starken Auftritt vor einer Woche gegen den SV Anhalt Bernburg wieder hart auf dem Boden der Tatsachen gelandet.

Währenddessen haben die Baggerseepiraten der HSG Rodgau Nieder-Roden nach zwei Pleiten in Serie wieder in die Erfolgsspur zurück gefunden und siegten beim HSC Coburg II 25:23. „Ich nehme das Positive mit“, sagte Redmann: „Trotz dieses schlechten Spiels hat die Mannschaft gewonnen. Der Sieg war wichtig, weil gerade die Teams aus der unteren Tabellenhälfte gut gepunktet haben“, sagte Trainer Jan Redmann gegenüber der Offenbacher Post.

Vor der HSG rangieren derzeit nur die SG Leutershausen und der TV Großwallstadt. Die beiden Ex-Bundesligisten gaben sich an diesem Spieltag keine Blöße. So siegten die Roten Teufel ungefährdet gegen die SG Bruchköbel und der TV Großwallstadt schickte den vor einigen Wochen noch als Überraschungsmannschaft daher kommenden Aufsteiger Northeimer HC mit einer deutlichen 34:23-Packung auf die Heimreise. Es war der sechste Sieg in Folge für den früheren Europapokal-Gewinner.

Für eine große Überraschung sorgte der TV Germania Großsachsen. Der kleine Nachbar der SG Leutershausen hatte bisher stabil gepunktet, musste aber einige personelle Rückschläge hinnehmen und wäre bei einer Niederlage bedrohlich nahe an die bedrohten Ränge heran gerutscht. Doch beim HSC Bad Neustadt Rhön gelang ein 29:27-Auswärtssieg, bei dem man einen 17:23-Rückstand noch drehte. „Wahnsinn was die Jungs heute geleistet haben, das war definitiv so nicht zu erwarten. Aber wir sind trotz des Rückstandes ruhig geblieben und haben unser Ding durchgezogen. Heute kann man einfach nur stolz sein“, so Stefan Pohl. Bei den „Saasemern“ wirkte erstmals wieder Kreisläufer Philipp Ulrich mit der die Wochen zuvor schmerzlich vermisst wurde. Dafür meldete sich Torhüter Sandro Sitter mit einem erneuten Sehnenriss für die Hinrunde ab.

Staffel West: Longerich mit trockenem Karnevalsauftakt

Trainerwechsel entfachen schon manchmal eine seltsame Wirkung. Beim TV Großwallstadt läuft es unter Manfred Hofmann blendend, der HSV Bad Blankenburg hat auch nach der Demission von Jörn Schläger mächtig gepunktet. Der Trainerwechsel gei der U23 des VfL Gummersbach war aber nicht der sonst so oft angeführten mangelnden Entwicklung der Mannschaft oder Erfolglosigkeit geschuldet, sondern vielmehr der Tatsache, dass der bisherige Trainer Denis Bahtijarevic den Cheftrainer-Posten von Dirk Beuchler bei den Gummersbacher Profis übernahm. Und nach vier Niederlagen in Serie führte der neue Coach Maik Thiele den Oberberger talentschuppen beim OHV Aurich zu einem eminent wichtigen Sieg. Entscheidend war der 8:3-Schlussspurt, der den 29:26-Sieg sicherstellte. Durch den geraten die Ostfriesen ein wenig unter Zugzwang. Doch nicht nur die Punkteausbeute macht den Verantwortlichen zu schaffen, vielmehr ist die Personalsituation geradezu bedrohlich. Beim Unentschieden in Habenhausen am elften Spieltag verletzten sich Wilke de Buhr und Kevin Wendlandt. Letztere ist nun sechs Wochen krank geschrieben. De Buhr droht nach dem Riss mehrere Sehnen und Bänder im Ellenbogengelenk eine Operation und somit eine lange Zwangspause. Trainer Arek Blacha standen gegen Gummersbach lediglich drei gesunde Rückraumspieler zur Verfügung. Nun sondieren die Verantwortlichen den Markt.

13:1 Punkte aus sieben Spielen. Der Longericher SC ist derzeit nicht zu stoppen. Auch von der HSG Krefeld nicht. Die musste sich im Kölner Osten zum Karnevalsauftakt mit 16:23 geschlagen geben. Fans, die sich in der Pause zu lange bei der Stange Kölsch aufhielten, verpassten die beste Phase des LSC. Der setzte sich gestützt auf eine bärenstarke Abwehr und einem überragenden Valentin Inzenhofer dahinter vom 10:9-Halbzeitstand auf 17:11 in der 47. Minute ab. Bereits morgen treffen sich Bayer Dormagen und der Longericher SC zum Derby, dass sicher viel zu bieten haben wird. Demensprechend fiel der Beginn der fünften Jahreszeit für die Longericher Handballer ziemlich trocken aus. Trainer Chris Stark hatte für den Sonntag noch eine Trainingseinheit angesetzt. Apropos fünf: Es war der fünfte Sieg des LSC im fünften Duell gegen Krefeld.

Staffel Süd: Oftersheim/Schwetzingens Auswärtssieg noch in der Schwebe

Mit einem Torverhältnis von minus 13 auf dem zweiten Platz der Tabelle stehen. Geht das? Ja, das geht. Die HG Oftersheim/Schwetzingen kam gegen den TuS Fürstenfeldbruck und den SV Kornwestheim in dieser Sasion zweimal unter die Räder und verlor mit fünf Toren Unterschied gegen die Mad Dogs aus Neuhausen. Ansonsten waren die Spiele und vor allem die Siege immer hart und umkämpft. So wie auch an diesem Wochenende, als man beim Zweitliga-Absteiger mit 31:30 gewann. Doch nach dem hitzigen Duell hatten sich die Gemüter, vor allem auf Seiten der Gastgeber, noch nicht abgekühlt. Man machte die verloreneren Punkte, die den ambitionierten Zweitliga-Absteiger nun in Bedrängnis bringen, an den Schiedsrichtern fest und kündigte einen Protest gegen die Spielwertung ein. Sollten die Schwaben ihren Protest untermauern (das heißt, mit einer entsprechenden zu hinterlegenden Geldsumme bestätigen), haben nun die Instanzen auf Bundesebene das Wort. Im Zweifelsfall könnte es auf ein Wiederholungsspiel hinauslaufen.

An Spieltag 12 hat es nun auch Kornwestheim erwischt. Nach sieben Siegen in Folge stutzten die MadDogs aus Neuhausen den Mitaufsteiger zurecht und gewannen in Kornwestheim mit 32:31. Den Siegtreffer besorgte Neuhausens Routinier Timo Flechsenhar 29 Sekunden vor Schluss. Vor allem unterbanden die MadDogs die gefährlich Konter von Salamander Rechtsaußen Peter Jungwirth, der schon 110 Mal in dieser Saison einnetzen konnte. Einziger Wehrmutstropfen war, dass sich Luis Sommer acht Minuten vor dem Ende das Knie verdrehte, Aufschluss über die Schwere wird eine Untersuchung am Montag bringen.

Dramatisch und hitzig war es auch in Pfullingen. Die Gastgeber entscheiden das Derby gegen den HBW Balingen-Weilstetten in der der letzten Sekunde für sich und gewannen 34:33 vor 800 Zuschauern. Bis weit in die zweite Hälfte dominierten die Echazkrokodile die Jung-Gallier. „Das war ein Spiel, das wir nicht verlieren dürfen, wir dürfen uns so nicht präsentieren. Das Spiel werden wir auseinandernehmen, da gibt es Einiges aufzuarbeiten. Das war richtig schlecht“, zeterte HBW-Coach André Doster. Die Aufholjagd seiner Mannen, vor allem durch Adam Soos, der sechs seiner sieben Treffer in der Schlussviertelstunde erzielte, kam zu spät. Genau gesagt, einige Sekunden zu spät. Denn der letzte Balinger Wurfversuch von Linksaußen rauschte Zentimeter am Tor vorbei. Die Gastgeber haben sich somit nach dem verpatzten Saisonstart mit vielen unglücklichen Niederlagen gefangen und weisen nur noch zwei Minuspunkte mehr auf als die TSG Haßloch auf Platz vier.

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