Grafik: Caroline Kleinroth

04.12.2017 · 3. Liga, Männer 3. Liga · Von: pm verein

Drittliga Review #Spieltag14

Zahlen lügen nicht. Und wenn es einen weiteren Beweises bedurft hätte, dass die 3. Liga durchaus ein hohes Maß an Attraktivität besitzt, dann war der vergangene Spieltag ein eindeutiger Beweis dafür. Insgesamt strömten 7.990 Zuschauer in die Hallen. Und das bei lediglich acht Spielen im Norden, Westen und Süden. Im Osten blieben die Harzkugeln im Ballnetz. Die meisten Zuschauer zog erwartungsgemäß das Spitzenspiel im Norden zwischen dem HSV Hamburg und den Handallfreunden Springe an (3.017). Auch in Flensburg brach die Idrætshallen beim Stadtderby zwischen den DHK Flensborg und der SG Flensburg-Handewitt aus allen Nähten. Offiziell strömten 1000 Fans in die Halle.

Staffel Nord: Der HSV setzt sich leicht ab

Im Norden hat sich der HSV Hamburg nach einem klaren Sieg im Spitzenspiel gegen die Handballfreunde inzwischen ganz leicht abgesetzt und den Abstand auf den Verfolger auf drei Punkte anwachsen lassen. Die Hansestädter spüren aber den heißen Atem des Wolfsrudel des TSV Altenholz (6 Minuspunkte). Zudem mischen noch die Mecklenburger Stiere im Spitzenfeld mit. Das Spitzenspiel war schon früh entscheiden. Der HSV legte eine frühe 10:5-Fürhrung vor. „In so einem Spiel musst du von Anfang an dranbleiben, wenn du in so einer Halle mit dieser klasse Stimmung eine Chance haben willst“, kommentierte Handballfreunde Trainer Oleg Kuleshow. In der Folge konnte sein Team zwar durch einen Doppelschlag von Pawel Pietak auf 7:10 verkürzen. Doch die verbleibenden 42 Spielminuten verliefen immer nach dem gleichen Strickmuster. Der HSV zog weg, Springe verkürzte wieder auf drei Treffer (19:22 durch Jonas Borgmann), musste aber am Ende eine klare Niederlage, die durchaus höher hätte ausfallen können, anerkennen. Auch weil der HSV nach dem 25:22 mit einem 6:0-Lauf für klare Verhältnisse sorgte und Springe noch Ergebniskosmetik zugestand.

Das Stadtderby zwischen dem DHK Flensborg und der SG Flensburg-Handewitt II watet neben der tollen Zuschauerzahl von 1000 Fans mit noch einer weiteren starken Zahl auf. So mussten die beiden Unparteiischen beim 33:27-Sieg des Bundesliga-Nachwuchses lediglich sechs Zeitstrafen aussprechen. „Es macht einfach Spaß, dieses Derby hier zu spielen, auch wenn wir jetzt die Partycrasher sind«, so SG-II-Trainer Sascha Zollinger, der von der Atmosphäre in der bestens gefüllten DHK-Heimspielstätte beeindruckt war, gegenüber dem Flensburg Avis. Sein Team setzte sich schon früh 6:2, 7:3 und 8:4 ab und behauptete den Vorsprung kontinuierlich über die weitere Spielzeit. Vor allem die beiden Außenspieler der SG, Johannes Krüger (10 Tore) und Janos Steidtmann (6), sehr gut aufgelegt. „Wir haben uns in der Abwehr schlecht bewegt und hatten im Angriff nicht die nötige Durchschlagskraft. Wir haben schlecht gespielt“, stellte DHK-Coach Torben Walluks, der zudem mit ansehen musste, wie sein Team im letzten Spiel vor der Winterpause fünf Strafwürfe nicht im Kasten unterbringen konnte.

Staffel West: Keine Überraschungen

Für Jannes Hertlein dürfte es ein sehr komisches Gefühl gewesen sein. Hertlein kehrte mit dem Leichlinger TV, für den er in dieser Saison auf Torejagd geht, zum Gastspiel beim OHV Aurich an seine alte Wirkungsstätte zurück. Und an die kehrt er nach der Saison wieder zurück. Das ist bereits fix. In welcher Liga Hertlein dann für seinen Heimatverein auflaufen wird, steht jedoch mehr denn je in den Sternen. Denn die 25:33-Niederlage der Gastgeber war das neunte Spiel in Folge, das nicht gewonnen werden konnte. Folgerichtig belegt der OHV nun den ersten Abstiegsplatz. „Die Auricher haben uns in der Abwehr gut ins Laufen gekriegt“, sagte Hertlein den Ostfriesischen Nachrichten. Aber letztlich ist der aktuelle Aderlass nach dem verletzungsbedingten Ausfällen zahlreicher Leistungsträger einfach zu groß, als dass Aurich mit Teams wie Leichlingen mithalten kann. Nun schmerzen vor allem die Punktverluste gegen Volmetal, Habenhausen und Gummersbach II.

Im Bayer-Sportcenter in Dormagen gab es ebenfalls keine Überraschung. Die Gastgeber kamen zu einem lockeren 35:26-Heimsieg über die SG Menden. Der war aber härter erkämpft, als es den Gastgebern lieb war. Der Aufsteiger aus dem Sauerland hielt bis zum 20:23 einigermaßen mit. Dann sorgte der TSV für klare Verhältnisse. Mitte der zweiten Hälfte "war der Abend vorbei", kommentierte Mendens Trainer Sascha Simec die entscheidende Phase des Spiels: Der TSV Bayer Dormagen zog innerhalb von sechs Minuten von 23:20 auf 29:20 davon und sicherte sich schließlich durch den 35:26-Erfolg im letzten Heimspiel des Jahres die "Vize-Halbzeitmeisterschaft" der 3. Liga West. Mit neun Treffern war Lukas Stutzke der überragende Werfer und setzte sich damit an die Spitze der Feldtorschützenliste im Westen mit inzwischen 79 Toren.

Staffel Süd: Emotionen pur

Das Drittliga-Nachbarschaftsduell zwischen dem TV Neuhausen und dem VfL Pfullingen ließ in Sachen Unterhaltung und Dramatik keine Wünsche offen. Beide Teams schenkten sich vor 1200 Zuschauern nichts und lange sahen die Gäste wie der Sieger aus. Mussten aber nach eigener 17:16-Führung erst den Ausgleich und dann die beiden entscheidenden Treffer hinnehmen. Lukas Fischer hatte für den TVN zum 4:4 durch Daniel Schliedermann ausgleichen, danach spielte mehr oder weniger nur och der VfL, der folgerichtig auch 13:8 führte. Der 15:15-Ausgleich durch Neuhausens Lukas Fischer war der erst seit 42 Minuten. Pfullingen konterte mit zwei Treffern eiskalt zum 17:15. Noch waren sechseinhalb Minuten auf der Uhr. Beim Stand von 17:16 für Pfullingen verpasste Christian Jabot von der Strafwurf-Linie die Vorentscheidung. Im Gegenzug musste Pfullingens Paul Prinz auf die Strafbank. Fischer nutzte die Überzahl zum Ausgleich und Daniel Reusch und Daniel Jungel legten die entscheidenden Treffer nach. Für Neuhausens Interimstrainer ein Einstand nach Maß: „Es war ein ganz wichtiger Sieg“, betonte Markus Bühner, der erst am Montag das erste Training geleitet hatte.

Ansonsten nahm der Spieltag mit drei weiteren Begegnungen fast den erwarteten Verlauf. Tabellenführer TV Kornwestheim fand mit dem 36:27-Heimsieg über Balingen-Weilstetten (auswärts weiter ohne Punkt) nach drei Niederlagen gegen den Tabellenneunten wieder zurück in die Spur. Tabellenzweiter HG Oftersheim/Schwetzingen gab sich beim 25:18-Auswärtssieg beim Schlusslicht TV Hochdorf keine Blöße. Ein wenig überraschend am der Auswärtssieg der Rhein-Neckar Löwen II beim TSV Neuhausen/Filder. Nicht unbedingt die Tatsache, dass die Bundesliga-Reserve im Nachbarschaftsduell im oberen Mittelfeld gewann, sondern eher die Höhe. 35:25 hieß es am Ende für die Junglöwen, die wieder auf Platz vier klettern.

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