Bundestrainer Michael Biegler sprach beim Trainersymposium über seine Trainings- und Spielphilosophie. Foto: Sascha Klahn

05.12.2017 · Slider, Home, Trainer · Von: TR

Trainersymposium mit prominenter Besetzung ein voller Erfolg

Im Rahmen der Handball-Weltmeisterschaft der Frauen fand vom 1. bis 4. Dezember der vom DHB initiierte Trainerworkshop in Leipzig statt. Mit fünf WM-Vorrundenspielen sowie Beiträgen eines hochkarätig besetzten Expertenkreises bot das Symposium ein überaus attraktives Fortbildungsprogramm.

Für die 37 Trainerinnern und Trainern standen sehr abwechslungsreiche Themen auf dem Programm. Am Freitag hielt der dänische Professor Lars B. Michalsik einen Vortrag zum speziellen Anforderungsprofil im weiblichen (internationalen) Spitzenhandball. Abgeschlossen wurde der Tag in der Arena Leipzig mit dem Besuch des WM-Eröffnungsspiels der deutschen Frauen-Nationalmannschaft. 

Der folgende Tag stand im Zeichen der Bundestrainer. Am Samstag steuerte der zukünftige Trainer Henk Groener einen Coaching-Beitrag bei, während Bundestrainer Jugend männlich Jochen Beppler über das Thema Handlungsschnelligkeit referierte und dabei technische Hilfsmittel wie Fit Lights vorstellte.

Der aktuelle Bundestrainer Michael Biegler erläuterte den Anwesenden zusammen mit Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld eine Stunde lang sowohl das Sichtungs- und Förderungskonzept als auch die Spiel- und Trainingsphilosophie, die die beiden für den deutschen Frauenhandball entwickelt haben. „Natürlich ist das noch nicht das fertige Produkt“, stellte Biegler klar, vielmehr solle das Konzept Anreize bieten und weiterentwickelt werden. Im Zuge des Beitrages bedankte er sich auch bei den Kollegen aus der Bundesliga, die dafür gesorgt haben, dass ihm immer alle Türen offen standen, sodass er sich ein Bild über das Leistungsvermögen der Frauen in der HBF  machen konnte.

Sommerfeld legte als Ziel eine veränderte Spiel- und Trainingsphilosophie fest: „Es bringt nichts, sich immer an den Französinnen oder Skandinavierinnen zu orientieren, wir brauchen in Deutschland eine eigene Philosophie.“ Außerdem sprach er auch die Unterschiede zwischen Frauen- und Männerhandball an. „Die Ladies trainieren vom Umfang genau so viel wie die Männer, haben aber meistens nur  einen Halbprofi-Status. Die Bedingungen sind einfach andere und daran muss gearbeitet werden, aber vor allem muss das Training jetzt darauf angepasst werden.“

Biegler erläuterte in seinem Vortrag die Schwerpunkte im Angriffs- und Abwehrspiel. Er legte den Fokus dabei vor allem auf die Analyse der Abwehr und die verschiedenen Aspekte des Angriffsverhaltens wie Gegenstoß, Positionsspiel, Athletik und Mentalität. Seine Erklärungen unterlegte er mit vielen Beispielen aus dem WM-Eröffnungsspiel gegen Kamerun. Anschließend wurde das theoretische Wissen zusammen mit der U20-Nationalmannschaft des Trainer-Duos Marielle Bohm und Jens Pfänder in der Sporthalle exemplarisch umgesetzt.

Abgerundet wurde das Symposium am Sonntag von Beiträgen der Professoren  Dr. Carmen Borggrefe (Uni Stuttgart) und Dr. Klaus Cachay (Uni Bielefeld) zum Thema „Zwischen Macht und Vertrauen – Bedeutung der sprachlichen Kommunikation zwischen Trainer und Athleten.“

Initiator und Bundeslehrwart Michael Neuhaus zeigte sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung: „Wir sind sehr froh, dass wir dieses anspruchsvolle Programm hier in Leipzig vor allem mit Unterstützung und fachlicher Expertise des Institutes für Angewandte Trainingswissenschaft durchführen konnten.“ Sein Dank geht darüber hinaus an den gesamten Referentenkreis, der es  durchgängig verstand, die Teilnehmer(innen) mit gleichermaßen aktuellen, wie inhaltlich attraktiven Beiträgen zu begeistern. „Dass sich Michael Biegler und Wolfgang Sommerfeld während eines Auftaktwochenendes der WM die Zeit für einen Vortrag nehmen, zeugt von einer besonders großen Wertschätzung für das Thema 'Traineraus-und Fortbildung im DHB'."

Für Sommerfeld ist dies selbstverständlich, sieht er doch den Nutzen des Trainersymposiums: „Die Qualität einer Sportart wird bestimmt durch die Qualität ihrer Trainer und darum sind solche Veranstaltungen für mich als Vertreter des Leistungssports nur zu begrüßen.“

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