Spielmacherin Kerstin Wohlbold (Thüringer HC). - Foto: Saschs Klahn

05.12.2017 · Home, Nationalteams, WM 2017 Frauen · Von: AL

"Wie ein Heim-Spiel - nur eben zwei Wochen lang": Eindrücke von Kerstin Wohlbold

Die Weltmeisterschaft ist im vollen Gange und die Ladies stehen vor dem dritten Gruppenspiel gegen Serbien (18 Uhr live auf Sport1 und Handball-Deutschland.TV, Tickets unter www.germanyhandball2017.com/tickets). Spielmacherin Kerstin Wohlbold erzählt im dritten Blogeintrag, was am spielfreien Tag auf dem Programm stand und wie jede Spielerin neue Energie tankt.

Hallo liebe Fans,

ich grüße Euch  aus unserem Mannschaftshotel, um Euch einen kleinen Einblick zu geben: Nach den zwei Siegen gegen Kamerun und Südkorea liegt der Fokus direkt auf dem nächsten Spiel gegen Serbien. An spielfreien Tagen ist jedem selbst überlassen, wie er seine morgendliche Einheit gestaltet. Die einen machen Stabilisationsübungen, die anderen fahren Fahrrad oder machen ein leichtes Krafttraining. Jeder nutzt das so, wie der Körper es gerade zulässt. Nach dem Medientermin, der nun mal auch dazugehört, geht es ins Hotel zurück, wo wir dann gemeinsam essen.

Nach dem Essen gibt es zwei Stunden Erholung, wo ich mich in der Regel auch gerne noch einmal hinlege. Wenn die Spiele nämlich so spät angesetzt sind wie gegen Kamerun, dann kriege ich auch erst gegen halb Zwei nachts ein Auge zu. Gegen 16 Uhr beginnt dann aber auch die Vorbereitung auf Serbien mit einer Videoanalyse gemeinsam mit unserem Videoanalysten und Michael. Im anschließenden Training arbeiten wir dann die Punkte ab, die wir in der Analyse angesprochen haben.

An einem spielfreien Tag ist Erholung wichtig und dazu nutzen wir auch vor allem den Living Room: In unserem Gemeinschaftsraum können wir dann auch mal abschalten und gemeinsam an der Konsole spielen oder einfach Plätzchen essen – da bekommt man in der Weihnachtszeit ja einiges geschenkt! ;-) Ich persönlich bin jemand, der viel Ruhezeit braucht. Ich bin öfter mal auf dem Zimmer, vor allem für meinen gewohnten Mittagsschlaf, den ich auch definitiv brauche. Im Hotel herrscht also eine sehr ungezwungene und lockere Atmosphäre. Vor allem für unsere drei Mütter ist das schön, wenn dann mal die Kinder ins Hotel kommen und sie so in der Freizeit Energie tanken können. Wenn man sieht, wie Katja gegen Südkorea gespielt hat, dann hat der Kleine ihr ja offenbar nur gut getan vor so einem Spiel.

Michael ist ein Familienmensch, der dafür auch sehr viel Verständnis hat. Meine Familie war mich auch schon im Hotel besuchen und wenn mal etwas mehr Zeit ist, dann kann man auch mal in die Stadt gehen zum Kaffeetrinken. Das gibt einem immer wieder die nötige Energie für die nächsten Spiele, vor allem bei solch einem Pensum, wie bei der WM. Ich bin auch sehr froh, dass ich mich hier vollkommen auf die WM konzentrieren kann und solch eine tolle Unterstützung von der Arbeit bekomme. Da ich Lehrerin bin, ist es nicht ganz so klar, mal eben für einen Monat und die Vorbereitungszeit frei zu bekommen. Doch ich erfahre wirklich von allen in der Schule große Unterstützung, was mich sehr entlastet. So kann ich meinen Fokus voll und ganz auf die WM legen.

Ich bin so froh, dass ich mich vor 20 Monaten, als die WM-Vorbereitung dann so langsam anfing, dafür entschieden habe. Das Gefühl, das beim Einlaufen in die Arena aufkam ist wirklich unvergleichbar. Ich hätte nicht gedacht, dass eine Heim-WM nochmal so ein außergewöhnliches Gefühl in mir auslöst, da ich ja wirklich schon das ein oder andere Turnier in einem anderen Land gespielt habe. Meine Eltern waren auch bei fast jedem internationalen Turnier dabei, aber hier in Deutschland steht ja quasi die ganze Halle hinter dir und das fühlt sich einfach an wie ein Heim-Spiel mit dem Verein – nur dieses mal eben zwei Wochen lang. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl!

Liebe Grüße aus Leipzig,

eure Kerstin Wohlbold 

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