Julius Kühn erzielte im EM-Test gegen Island sechs Treffer. - Foto: Sascha Klahn

05.01.2018 · Home, Nationalteams, Männer Nationalteam · Von: SID

EM kann kommen: Handballer bestehen Härtetest gegen Island

Die Form stimmt, die EM kann kommen: Die deutschen Handballer haben eine Woche vor dem Start der Europameisterschaft in Kroatien ihren Härtetest bestanden. Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop besiegte Island ungefährdet mit 36:29 (19:12) und holte sich reichlich Selbstvertrauen für ihre EM-Mission.

Kapitän Uwe Gensheimer (7 Treffer) und Rückraumspieler Julius Kühn (6) avancierten zu den besten Torschützen eines vor allem im ersten Abschnitt starken deutschen Teams. Angesichts des couragierten Auftritts vor 6211 Zuschauern in der ausverkauften Porsche-Arena dürfte die endgültige Kader-Nominierung für Prokop zur Qual der Wahl werden. Nach dem finalen Test am Sonntag (14.00 Uhr/Handball-Deutschland.tv) muss er vier Spieler aus seinem 20er-Aufgebot streichen.

Das Unternehmen Titelverteidigung beginnt für die deutsche Mannschaft dann am 13. Januar gegen Montenegro. Weitere Vorrundengegner sind Slowenien (15. Januar) und Mazedonien (17. Januar).

"Die ersten zwölf Minuten haben wir keinen Zugriff bekommen. Nach der Anfangs-Schläfrigkeit spielen wir aggressiver und können uns absetzen", sagte Prokop nach der Partie. Zur Situation im Kampf um die Kaderplätze meinte er: "Ich habe so einen gewissen Stamm im Kopf, habe aber noch zwei, drei Plätze, die offen sind."

Dabei ist der Bundestrainer nicht zu beneiden. Gegen Island zeigten sich acht Tage vor dem Auftaktspiel schon etliche Spieler in EM-Form. Vor allem in der Offensive klappte vieles, das deutsche Team entwickelte von sämtlichen Positionen Torgefahr. Und auch hinten steigerte sich die DHB-Auswahl nach anfänglicher Passivität in der 6:0-Deckung erheblich.

Dies lag auch an Länderspiel-Debütant Maximilian Janke, der nach seiner Einwechslung mit einer starken Leistung im Mittelblock viele Argumente für eine Berufung sammelte. Auch der mit zunehmender Spieldauer immer stärker werdende Andreas Wolff im Tor hatte großen Anteil daran, dass Deutschland nach einem 6:8-Rückstand (11.) schon bis zur Pause uneinholbar davonzog.

Im Angriff sammelten besonders die Rückraumspieler Philipp Weber und Kai Häfner Pluspunkte. Zudem zeigte sich Linksaußen Gensheimer gewohnt treffsicher und verwandelte im ersten Abschnitt fünf seiner sechs Torwürfe. 

"Vorne spielen wir es richtig gut. Jeder wittert hier seine Chance, die Spieler wollen für einen Platz im Kader alles reinlegen", sagte DHB-Teammanager Oliver Roggisch zur Pause in der ARD: "Wir haben 20 Spieler, die alle bei der EM spielen könnten. Christian hat da ein richtiges Luxusproblem."

Im zweiten Durchgang, in dem mit Bastian Roschek ein zweiter Akteur sein erstes Länderspiel absolvierte, überzeugte im Angriff Rückraum-Kante Kühn mit seinen gewaltigen Würfen aus der zweiten Reihe. Zwischen den Pfosten stand der nun eingewechselte Silvio Heinevetter seinem Vorgänger Wolff in nichts nach. Zehn Minuten vor dem Ende trug sich der Berliner mit einem Treffer über das gesamte Feld sogar selbst in die Torschützenliste ein.

Deutschland - Island 36:29 (19:12) - Tore Deutschland: Wolff, Heinevetter (1) - Gensheimer (7/5), Kühn (6), Häfner (3), Fäth (3), Wiede (3), Weber (2), Kohlbacher (2), Drux (2), Pekeler (2), Reichmann (2), Wiencek (2), Weinhold (1) - Gudmundsson (7) bester Torschütze für Island.

Schiedsrichter: Salah/Brunner (Schweiz), Zeitstrafen: 5:3, Rote Karte: Weinhold (42.) wegen groben Foulspiels, Siebenmeter: 5/6:2/5, Zuschauer in Stuttgart: 6211 (ausverkauft)

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