Die deutsche Mannschaft trifft zum Auftakt auf Montenegro.

12.01.2018 · Slider, Home, Nationalteams · Von: BP

Gegnerportrait Montenegro: Die Balkantruppe wartet noch auf den ersten EM-Punkt

Mit der Partie gegen Montenegro beginnt für die Bad Boys am Samstag (17.15 Uhr, live im ZDF) die Vorrunde bei der EURO 2018 in der Arena Zagreb. An das Balkan-Team hat die DHB-Auswahl wahrlich nicht die besten Erinnerungen.

Dabei wartet das Team um Melsungens Torwart Nebojsa Simic immer noch auf den ersten EM-Punkt. Denn: Dreimal war Montenegro bei einer Männer-EM dabei – und noch nie gab es auch nur ein Remis, geschweige denn einen Sieg bei einem Endturnier. Da waren die Frauen viel erfolgreicher, vor allem im Jahr 2012, als sie zunächst mit Buducnost Podgorica den Champions-League-Sieger stellten, dann Olympiazweiter in London und schließlich Europameister in Belgrad wurden.

Die Negativserie der Männer will der international erfahrene Trainer Dragan Djukic (zuvor unter anderem Coach der britischen Männer bei Olympia 2012 und Nationaltrainer Israels) nun ändern: Denn sein Ziel ist ganz klar die Hauptrunde. Montenegro hat sich den Ruf des Stolpersteins in Qualifikationen hart erarbeitet: 2012 warf man Schweden auf dem Weg zur WM 2013 raus, ein Jahr später war die DHB-Auswahl das Opfer, als eine 25:27-Niederlage in Podgorica das erstmalige Aus in einer EM-Qualifikation überhaupt bedeutete, nachdem man gegen die Balkantruppe bereits das Hinspiel mit 27:31 in Mannheim verloren hatte. Und auf dem Weg nach Kroatien war nun Russland der Leidtragende. Durch ein dramatisches 27:27 im finalen Qualispiel in Moskau zogen die Montenegriner noch an den Russen vorbei, die ihrerseits erstmals eine EURO verpassten. Den letzten deutschen Sieg gab es in der WM-Vorrunde 2013 im spanischen Granollers mit einem deutlichen 29:21.

Unumstrittener Star des Teams ist Vuko Borozan, der mit seinen Treffern einen erheblichen Anteil am Champions-League-Erfolg von Vardar Skopje im Juni 2017 in Köln hatte. Borozan ist der klassische Balkan-Werfer, war auch Zweiter in der Torschützenliste der EM-Qualifikation. Daneben verfügt Montenegro über weitere vor Kraft strotzende Werfer, weniger aber über Handball-Ästheten, zum Beispiel der Bundesliga-erfahrene Vasko Sevaljevic. Garant für die erfolgreiche Qualifikation war aber sicherlich die Abwehr, hinter der Torwart-Routinier Rade Mijatovic (Meshkov Brest) derzeit in Topform ist. Kein einziger Spieler aus dem vorläufigen 28er WM-Kader spielt für einen Klub in Montenegro, neben Simic spielen Vladan Lipovina (Hüttenberg) und Stefan Cavor (Wetzlar) in der Bundesliga. Im letzten EM-Test schlug sich Montenegro mehr als wacker, unterlag in Split gegen EM-Gastgeber Kroatien nur knapp mit 22:25.

Die DHB-Bilanz gegen Montenegro: 5 Spiele - 3 Siege - 0 Remis - 2 Niederlagen - 161:132 Tore

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