Grafik: Caroline Kleinroth

13.01.2018 · 3. Liga, Männer 3. Liga, Staffel Nord · Von: cb

Drittliga-Preview #Spieltag16

Im Schatten der Handball-Europameisterschaft nehmen auch die 3. Ligen nach der Winterpause wieder Fahrt auf. Und vor allem im Norden geht es ohne gro0ße Umschweife direkt in die Vollen. Auch im Süden darf man gespannt sein. Dort kommt es nach wenigen Wochen bereits zum Rückspiel des vermeintlichen Klassikers zwischen dem VfL Pfullingen und dem TV 1863 Neuhausen. Der hatte kürzlich einen neunen Trainer verpflichtet. Der besondere Reiz neben der Nähe zueinander: Beide Vereine betreiben gemeinsam im Rahmen der JSG Echaz-Erms die Jugendarbeit.

Staffel Nord: Bewegung in der Spitzengruppe?

Drei gegen Eins und Vier gegen Zwei. Auf diese einfache Formel lässt sich der Spieltag im Norden bringen. Oder anders ausgedrückt: Die Handballfreunde Springe empfangen den Spitzenreiter HSV Hamburg und die Mecklenburger Stiere hoffen gegen den Zweiten TSV Altenholz auf eine ähnliche Kulisse wie zuletzt gegen Empor Rostock.

Aus sportlicher Sicht ist für die Handballfreunde Springe Revanche für die Anfang Dezember erlittene 25:31-Niederlage angesagt. Und ganz nebenbei könnte das Team von Trainer Oleg Kuleshow mit einem Heimsieg noch mehr Spannung in das Spitzenquartett bringen. „Es könnte Bewegung in die Tabelle kommen“, sagte HSV-Trainer Torsten Jansen, der in der Winterpause keine Testspiele ansetzte, dem Hamburger Abendblatt. Neben Keeper Justin Rundt fallen die Rückraumspieler Jan Kleineidam und Finn Wullenweber aus. Der Einsatz von Rechtsaußen Stefan Schröder entscheidet sich wegen einer Grippe wohl erst kurzfristig. Der aus Leutershausen nachverpflichtete Rückraumlinke Philipp Bauer gibt sein Debüt. „Die Halle wird gut gefüllt sein und unsere Fans werden wieder eine tolle Stimmung entfachen, dazu erwarte ich eine sportliche Reaktion meiner Mannschaft auf die Niederlage in Hamburg", gibt HF-Coach Oleg Kuleshow die Richtung vor. Die Niederlage in Hamburg hat den 43jährigen Cheftrainer der Handballfreunde einige Zeit beschäftigt: „Wir haben in Hamburg nicht gut gespielt und es zugelassen, dass der HSV sein Spiel aufziehen konnte und sich eine deutliche Führung erspielt hat. Das wird uns nicht wieder passieren."

„Wölfe heiß auf Stiere“, heißt es auf der Homepage des Tabellenzweiten TSV Altenholz. Der könnte bei einem Sieg in Schwerin und einer gleichzeitigen HSV-Niederlage am Deister von den Minuspunkten mit den Hamburgern gleichziehen. Dementsprechend gibt TSV-Coach Mirko Sliwa auch zu Protokoll: „Die Stiere haben den Vorteil, dass sie am vergangenen Wochenende schon erfolgreich gegen Rostock gestartet sind. Ich erwarte ein heiß umkämpftes Spiel vor einer stattlichen Kulisse in der alt ehrwürdigen Sport- und Kongresshalle in Schwerin. Wir sind topfit und wollen mit einem Sieg oben dranbleiben.“ Für Baltics Wölfe ist es der Auftakt zu einem Hammerprogramm zum Jahresbeginn. Nach dem Gastspiel in Schwerin folgt das Heimspiel gegen Springe und dann wenige Wochen später der Doppelpack gegen den HSV sowie den wiedererstarkten 1. VfL Potsdam.

Staffel Ost: Unruhige Tage vergessen machen

Etwas beschaulicher geht es zum Auftakt im Osten zu. Von den beiden Spitzenteams TV Großwallstadt und SG Leutershausen ist keines im Einsatz. Dafür gibt es jede Menge Mittelfeldduelle mit Pfeffer drin.

Zum Beispiel gastiert die HSG Rodgau Nieder-Roden beim SC Magdeburg II. Die SCM-Reserve hält sich wacker im Mittelfeld und will dort auch bleiben. „Meine Mannschaft ist gewachsen, mental und körperlich, haben die Jungs gezeigt, dass sie guten Handball spielen können“, sagte SCM-II-Coach Vanja Radic gegenüber der Magdeburger Volksstimme. Vor allem zu Hause sind die Magdeburger eine Macht und holten 12:2 Zähler in der legendären Gieselerhalle. Bei den selbsternannten Baggerseepiraten fand man im Vorfeld des Top-Spiels wie gewohnt blumige Worte. „Baggerseepiraten setzen großes Segel“, überschreibt man auf der Homepage den Vorbericht zum Auswärtsspiel. Die Worte des Trainers Jan Redmann klingen da schon weitaus klarer: „Wir müssen mit viel Spielintelligenz dagegenhalten.“ Ob blumig oder nicht. Realistisch betrachtet: Das Duell Fünfter gegen Dritter könnte hochspannend werden.

Unruhige Zeiten hat man beim TV Germania Großsachsen hinter sich. Der Vertrag mit Marius Jörres wurde nach Disziplinlosigkeiten in beiderseitigem Eivernehmen aufgelöst. „Aufgrund unserer Personallage hätten wir ihn gut gebrauchen können, aber Trainer und Mannschaft waren sich einig, dass er nicht mehr helfen kann“, findet der Sportliche Leiter Uwe Rahn deutliche Worte. Aktuell weist Großsachsen 13:17 Punkte auf. Gerade einmal drei Punkte beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz 14. Gegen Eintracht Baunatal müssen vor eigenem Anhang in jedem Fall Punkte her. Doch die Gäste kommen mit der Empfehlung von 10:2 Punkten vor der Winterpause.

Staffel West: In Südwestfalen prallen zwei Welten prallen aufeinander

Derbies haben ihre eigenen Gesetze. So richtig glauben möchte man daran nicht, wenn der TuS Ferndorf den TuS Volmetal empfängt. Die Ferdnorfer spielten in der Hinrunde alles in Grund und Boden. Warum sollte ausgerechnet der Underdog, der den Klassenerhalt in der vergangenen Serie erst in der Relegation perfekt machte, den Kreuztalern ein Bein stellen. Doch auch wenn zwei Welten aufeinanderprallen: Die Volmetaler sind bekannt als kämpferisch starke und verschworene Einheit, die es an guten Tagen jedem Gegner eminent schwermachen kann. Auch wenn die Vorbereitung schief lief. Bei einem Turnier in Hohenlimburg verabschiedete sich das Team der Trainer Michael Wolf und Dirk Maruska gleich in der Vorrunde. Doch getreu dem Motto von der verpatzten Generalprobe heißt es von Maruska gegenüber der Westfalenpost: „Das Ganze war ja erst der Aufgalopp, wir hatten zuvor erst einmal trainiert. Und vielleicht war dieses Ausscheiden auch genau richtig, um alle Spieler noch einmal wach zu rütteln.“

Im Tabellenkeller könnte an diesem Spieltag eine Vorentscheidung fallen. Die beiden Schlusslichter TV Korschenbroich und ATSV Habenhausen treffen im direkten Duell aufeinander. Nach den – inzwischen beendeten - Wirren um den Wechsel Ronny Rogawskas und den positiven Signalen aus dem Umfeld, könnet der TVK nach dem Jahreswechsel endlich einmal befreit auftreten. „Wir schauen nun von Spiel zu Spiel. Gegen den ATSV Habenhausen gibt es keine Ausrede. Wir müssen den ersten Heimerfolg einfahren. Ein Sieg ist für uns Pflicht, vor allem, wenn wir noch über das Thema Klassenerhalt sprechen wollen“, sagt Ronny Rogawska klar und deutlich. Fakt ist: Der Verlierer hat keine Chance mehr auf den Klassenerhalt.

Staffel Süd: Nur 43 Tage

Verdruss bei der TGS Pforzheim vor dem Gastspiel beim Primus. Die Goldstädter hätten die Begegnung wegen personeller Probleme gerne verlegt. Nach eigenen Angaben bereits vor der Serie. Spielmacher Maris Versakovs ist bei der lettischen Nationalmannschaft, Torhüter Sebastian Ullrich ist verletzt. Zudem stehen die beiden Langzeitverletzten Filip Prsa und Christoph Bregazzi nicht zur Verfügung. Die Einsätze von Evgeni Prasolov und Markus Bujotzek sind fraglich. Trotzig heißt es bei der TGS: Auch wenn Kornwestheim in der Vergangenheit kein gutes Pflaster war, ist unsere Mannschaft schon fast daran gewöhnt mit solchen Vorzeichen umzugehen und wird sicherlich ihr Bestes geben.

Vor 43 Tagen stieg nach rund 30 Jahren erstmals wieder ein Derby zwischen dem TV 1863 Neuhausen und dem VfL Pfullingen. Nun liegen nur wenige Wochen dazwischen und dürfte den Protagonisten beider Seiten noch nachhaltig in Erinnerung sein. Vor dem Hinrunden-Derby schasste der TVN Coach Amel Mahmutefendic, Interimstrainer Markus Bühner übernahm und führte den kriselnden Zweitliga-Absteiger zu einem emotionalen 19:17-Heimsieg. Nun brennt der VfL Pfullingen auf die Revanche. Und, zumindest laut Südwest Presse „der Höhepunkt im Männerhandball in der Region“ und vor allem für die Gastgeber eine kuriose Situation, wie VfL-Trainer Till Fernow erklärt: „Zum dritten Mal treffen wir jetzt auf einen Gegner mit neuem Trainer.“ Denn auf Bühner folgte nun Sinisa Mitrancic, der – wie vom Verein über die sozialen Netzwerke öffentlichkeitswirksam verbreitet – die Zügel anzog. Fernab vom rein Sportlichen – beide Vereine stecken im Abstiegskampf – beschreibt Fernow gegenüber der Südwestpresse das Derby in kurzen, prägnanten Worten: „Das wird ein Spiel, in dem die Energie eine Rolle spielen wird.“

Abstiegskampf pur ist auch in Backnang angesagt. Der HC Oppenweiler/Backnang empfängt den TuS Dansenberg. „Neu durchstarten“ heißt beim HCOB zum Rückrundenauftakt. Der erste Schritt soll gegen den direkten Mitkonkurrenten im Kellerduell gemacht werden. Punktemäßig könnten die Gastgeber zum TuS aufschließen und sieht sich nach dem Sieg bei einem Turnier in Birkenfeld gut vorbereitet. „Wir haben uns besonders um unsere Abwehr und um die Kooperation mit den Torhütern gekümmert“, berichtet Trainer Matthias Heineke und ergänzt, „dass wir einen großen Schritt nach vorne gemacht haben und führt weiter aus: „Ab sofort wollen wir jede Woche vier oder mehr Gegentore weniger bekommen – und damit am Samstag beginnen.“ Naturgemäß ist man sich auch auf der Gegenseite der Bedeutung des Auswärtsspiels bewusst. „Für uns gilt, dass Verlieren in unserer Situation eigentlich verboten ist“, spricht der Sportliche Leiter Alexander Schmitt Klartext und Coach Marco Sliwa ergänzt vor dem ersten von 15 „Endspielen um den Klassenerhalt“: „Die Mannschaft wird ihre Vorgaben bekommen und versuchen diese umzusetzen, um den ersten Auswärtssieg einzufahren.“

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