Bastian Roscheck im Gespräch. - Foto: Sascha Klahn

14.01.2018 · Home, Slider, Nationalteams · Von: sid

"Ein geiles Gefühl": Junge Wilde feiern gelungenes EM-Debüt

Philipp Webers Augen leuchteten. Das seelige Lächeln wollte einfach nicht aus seinem Gesicht weichen. "Das war schon ein geiles Gefühl", sagte der Rückraumspieler aus Leipzig, nachdem sein "Kindheitstraum" in Erfüllung gegangen war: "Wenn man die jahrelange Arbeit Revue passieren lässt, die man da reingesteckt hat, dann darf man schon mal ein bisschen stolz sein."

Mit seinen intensiven Gefühlen stand Weber nach dem deutschen EM-Auftakt gegen Montenegro (32:19) nicht alleine da. Auch Maximilian Janke (24) und Bastian Roscheck (26) feierten ihre Premiere bei einem großen Turnier für Deutschland. "Ich habe versucht, alles drumherum auszublenden und so zu tun, als würde ich in der Bundesliga spielen", sagte Roscheck.

Das Hochgefühl der Turnier-Premiere wirkte auch am spielfreien Sonntag noch nach. "Das ist schwer zu beschreiben. Es ist eine Ehre. Einfach aufregend", sagte Janke, der wie Roscheck erst im letzten Moment auf den EM-Zug aufgesprungen war: "Bis wir im Flieger saßen, habe ich es nicht wirklich geglaubt, dass ich dabei bin." Gegen Montenegro setzte er mit seiner knüppelharten Abwehrarbeit gleich mal eine Duftmarke und holte sich nach drei Zeitstrafen in der Schlussminute die Rote Karte ab. "Wir müssen genauso weiter decken", sagte Janke forsch.

Team-Kollege Roscheck hatte für die EM sogar die eigene Hochzeit kurzfristig verschoben, die für Anfang Januar geplant war. "Für uns war das überhaupt kein Ding. Ich darf mein Land vertreten, das ist das höchste, was ein Sportler erreichen kann", sagte der Abwehrspezialist. Er sei von seinen Mitspielern gut aufgenommen worden und versuche "in jeder Minute, dem Team weiterzuhelfen".

Das gelang gegen Montenegro schon sehr gut. Roscheck und Janke gaben hinten - ob im Mittelblock oder auf den Halbpositionen - Vollgas, Spielmacher Weber stand in der Startformation und erzielte drei der ersten vier deutschen Treffer. "Ich spüre normalerweise nicht so die Nervosität, aber diesmal war es besonders", sagte der 25-jährige Weber, der vor der WM noch im letzten Moment aussortiert wurde und nun zur Entdeckung des Turniers werden könnte: "Ich habe immer darauf gehofft, dass es jetzt endlich losgeht. Dann kam der Pfiff und ich wollte ein bisschen was zeigen und meiner Mannschaft mit meinen Stärken helfen."

Dies gelang allen drei Spielern ohne große Abstriche. Und so gab es von Bundestrainer Christian Prokop ein Sonderlob für das Trio vom SC DHfK Leipzig. "Alle drei haben mir gut gefallen", sagte Prokop: "Das war wichtig, um auch für den weiteren Turnierverlauf Selbstvertrauen zu sammeln." Und DHB-Vize Bob Hanning meinte: "Alle drei haben sich gut eingefügt in die Mannschaft. Wir sind in der Spitze breiter geworden. Wir können ohne Substanz- und Leistungsverlust viel wechseln."

Genau das soll im weiteren Turnierverlauf zum großen Trumpf der DHB-Auswahl werden. Was noch möglich ist? "Ich fände es natürlich super, wenn wir ins Halbfinale kommen würden", sagte Roscheck: "Und wenn man träumen darf, wäre eine Medaille unglaublich. Aber für mich ist hier jeder Tag ein Traum."

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