Die Jugend-Spieltechniker tagten in Kassel. Carsten Korte, Vorsitzender des Jugendspielausschusses und Mitglied des Präsidiums des DHB moderierte die Tagung. – Foto: Jens Schoof

09.03.2018 · Landesverbände, JBLH männlich, Slider · Von: oti

Spielausschuss legt Konzept für Jugendbundesliga B-Jugend männlich vor – und will A-Jugend-Spielbetrieb verschlanken

 

Die Vertreter des Jugendspielausschusses des Deutschen Handballbundes um Vorsitzenden Carsten Korte informierten in Kassel zunächst die (Jugend-)Spieltechniker der Landesverbände, seit Mitte der Woche liegen die Überlegungen in Schriftform den Mitarbeitern der Geschäftsstellen der Landesverbände vor. Korte, auch Mitglied des Präsidiums des DHB: „Wir wollen die Beteiligten der Gliederungen möglichst früh in unsere Gedankengänge mit einbeziehen.“ In Abstimmung mit den Mitarbeitern des Vorstandes Sport, Axel Kromer, planen die Mitglieder des Spielausschusses mittelfristig eine Reduzierung der Staffeln und damit der Zahl der Mannschaften der Jugendbundesliga der männlichen A-Jugend – bei gleichzeitiger Einführung der Jugendbundesliga der männlichen B-Jugend.

Aktuell ermitteln 48 Mannschaften in vier Staffeln der Jugendbundesliga der männlichen A-Jugend die Teilnehmer der Endrunden zu den Deutschen Meisterschaften. Absicht der Mitglieder des Jugendspielausschusses ist, die Liga „drastisch zu verschlanken; nämlich auf zwei Staffeln mit jeweils zehn Mannschaften“ (O-Ton Korte).

Jochen Beppler begleitete die Tagung in Kassel. Der Chef-Bundestrainer Nachwuchs des DHB hatte im Plenum die Belastungen verdeutlicht, denen sich aktuell die Spieler der Jugendbundesliga A-Jugend stellen müssen; unter Berücksichtigung des Doppelspielrechtes und damit oft verbundener Einsätze in der 2. oder 3. Liga. Im Übergang zu den Senioren hätten die Talente zum Teil bis zu 58 Spiele in der Saison absolviert; Spiele auf hohem Niveau. Spiele während etwaiger Kadermaßnahmen habe der Chef-Bundestrainer Nachwuchs in seinen Berechnungen nicht berücksichtigt. Beppler: „Uns liegt sehr daran, den Spielern ein vernünftiges Wettspielsystem mit qualitativ hochwertigen Spielen anzubieten; dazu gehört aber auch eine vernünftige Periodisierung. Vor allem auch mit Blick auf die schulische und berufliche Ausbildung, in der sich die Sportler befinden.“ Carsten Korte: „Die Gesamtverantwortung für die Spieler liegt bei uns. Wir wollen Nationalspieler ausbilden, dürfen aber die Breite nicht vergessen. Da gilt es, einen vernünftigen Kompromiss zu finden.“

Der Vorsitzende des Jugendspielausschusses und seine Mitstreiter wissen um die Notwendigkeit, bei Umsetzung des Konzeptes die Leistungs-Lücke, die zwischen Jugendbundesliga und Spitzenligen der Landesverbände entstehen kann, zu schließen. „Da gibt es jetzt Gedankenmodelle: entweder die Landesverbände nehmen das selbst in die Hand - oder wir führen eine 2. Liga ein. Das müssen die folgenden Beratungen zeigen. Wir können noch nicht sagen, in welche Richtung das geht.“

Vorgestellt haben die Spieltechniker bei der Tagung in Kassel auch die Gedanken der Einführung einer Jugendbundesliga der männlichen B-Jugend. Präsidiumsmitglied Korte: „Die Jugendbundesliga ist ein Erfolgsmodell, das wir gerne auch weiter in die Breite streuen wollen. Wenn wir in der A-Jugend drastisch verkürzen, macht es Sinn, das Modell auf die B-Jugend zu übertragen; vorzugsweise mit sechs Staffeln mit jeweils acht Mannschaften, weil die Jahrgänge stark belastet sind.“ Der Westfale spricht vom Deutschland-Cup, von Sichtungen und von Landesverbandsmaßnahmen.

Die Mitglieder des Jugendspielausschusses seien sich bewusst, dass „wir die Leute mit etwas ganz Neuem konfrontieren“. Die Landesverbände hätten jetzt ausreichend Zeit, das Konzept zu diskutieren. „Letztendlich leiten wir das Vorhaben aus dem Umgestaltungsplan 2020plus ab.“

Beratungen der Präsidenten der Landesverbände seien für Juni vorgesehen. Eine Beschlussfassung im Bundesrat könnte dann im Herbst dieses Jahres erfolgen; eine Umsetzung zur Saison 2019/2020.

Anzeige
Banner HANDBALL - Es lebe der Sport
Banner DHB-Rahmentrainingskonzeption
Hanniball