Kevin Wolf übernahm in den kritischen Phasen Verantwortung. - Foto: Hornauer

17.04.2018 · 3. Liga, Männer 3. Liga, Staffel Süd · Von: pm verein

Bärenstarke Abwehrleistung wird mit Auswärtssieg belohnt - Der HC Oppenweiler/Backnang gewinnt beim heimstarken TuS Fürstenfeldbruck mit 27:25

Der HC Oppenweiler/Backnang punktet weiter für den Verbleib in der Dritten Handball-Liga. Beim 27:25 gegen den TuS Fürstenfeldbruck gelang der Mannschaft von Trainer Matthias Heineke bereits der fünfte Auswärtssieg im Jahr 2018. Diesen verdienten sich die Gäste durch eine bemerkenswerte gute Abwehrleistung, die von Torwart Thomas Fink mit zahlreichen Paraden und vier gehaltenen Siebenmeterduellen gekrönt wurde.

Die Gäste mussten auf die verletzten Spieler Benjamin Röhrle und Philipp Schöbinger sowie auf Sven Grathwohl und Felix Raff verzichten, aber es gab auch eine gute Nachricht: Rechtsaußen Philipp Maurer spielte. Die Gäste bewiesen von der ersten Minute an Kampfgeist und waren gleich in der Partie. Ohne Abtasten kämpften die Mannschaften um jeden Ball. Fürstenfeldbruck legte eine 6:4-Führung vor, dann gelang dem HCOB ein Doppelschlag durch Kreisläufer Chris Hellerich zum Ausgleich. Maurer legte per Konter die Führung vor und TuS-Trainer Martin Wild rief sein Team zur Auszeit.

Der HCOB hatte Lunte gerochen. Torwart Thomas Fink wehrte Siebenmeter von Johannes Stumpf und Sebastian Meinzer ab. Die Gäste stellten längst eine sehr stabile Abwehr und kamen durch Kontertore zum Erfolg, führten nach 20 Minuten mit 10:7. Dann wurde es hektisch. Der Ellenbogen von TuS-Kreisläufer Julian Prause landete im Gesicht von Chris Hellerich, eine Zeitstrafe gab es aber für den Gästespieler. Weil er nicht flott genug vom Spielfeld eilte, legten die Schiedsrichter noch eine Zeitstrafe drauf. Keine Minute später musste Ruben Sigle vom Feld, auch schon mit der zweiten Hinausstellung.

Das kurzfristige Problem der doppelten Unterzahl löste Lukas Köder mit energischem Einsatz und dem 11:8. Das langfristige Problem der hohen Zeitstrafenbelastung bewerkstelligten die HCOB-Handballer im Kollektiv – sowohl Sigle wie auch Hellerich spielten durch. Rückraumwerfer Sigle setzte dabei in den Minuten vor der Pause Akzente, als er zwei wichtige Tore aus der zweiten Reihe erzielte und so half, den Vorsprung gegen nochmals anstürmende Fürstenfeldbrucker in die Pause zu bringen. Gewonnen war angesichts einer knappen 13:12-Führung freilich noch nichts.

Und in der Tat: Die ersten Minuten des zweiten Abschnittes gehörten den Gastgebern. Vor allem Johannes Stumpf hatte nun gute Aktionen, die Hausherren lagen nach 38 Minuten mit 18:16 vorn. Der HCOB fand aber schnell zurück in die Partie. Philipp Maurer überzeugte mit sicheren Siebenmeterwürfen, Kevin Wolf setzte sich in Unterzahl durch, Tom Kuhnle war beim Konter treffsicher, dann jagte David Szilagyi den Ball aus der zweiten Reihe zum 20:20 ins Netz. Fink wehrte schon seinen dritten Siebenmeter ab, der HCOB übernahm wieder die Führung. Tobias Hold traf acht Minuten vor dem Ende zum 24:22. Ein letztes Mal glichen die Oberbayern aus, doch im umgehenden Gegenzug brachte Wolf die Gäste erneut in Führung. Tom Kuhnle legte von außen das 26:24 nach, und langsam nahm der Traum vom Sieg in der Wittelsbacher Halle Gestalt an.

Die HCOB-Abwehr ließ in den Schlussminuten kaum noch etwas zu. TuS-Akteur Stumpf warf einen Siebenmeter über das Tor – wieder hatte Thomas Fink das Siebenmeterduell gewonnen. Und die Zeit lief und lief. Martin Wild, der Trainer der Heimmannschaft, rief etwas aufs Spielfeld und bekam dafür eine Zeitstrafe. Auch das spielte den Gästen in die Karten. Allerdings verpasste der HCOB zweimal, den Abstand auf drei Tore zu erhöhen. Und so standen nach dem Anschlusstor von Meinzer noch einmal 33 nervenaufreibende Sekunden bevor. Erneut übernahm Wolf Verantwortung, er setzte sich durch und machte mit dem 27:25 alles klar. Der Rest war Freude über den wichtigen Auswärtserfolg.

HCOB-Trainer Matthias Heineke: „Nachdem wir die letzten drei Spiele gegen Fürstenfeldbruck verloren hatten, wollten wir dieses Mal eine super Abwehr stellen. Das ist uns auch gelungen, wir haben super verteidigt und das über das ganze Spiel durchgezogen. Auch als zwei Spieler mit zwei Zeitstrafen belastet waren, haben wir zu keiner Zeit nachgelassen. Natürlich war der Sieg auch glücklich, denn es ging sehr eng zu, aber unsere Spieler sind dafür belohnt worden, dass sie Verantwortung übernommen haben.“

TuS-Trainer Martin WIld: „Der HC Oppenweiler/Backnang hat ein richtig gutes Spiel gemacht, mit einer aggressiven und motivierten Abwehr. Wir konnten unseren Gegenstoß heute nicht durchziehen.“

TuS Fürstenfeldbruck: Lucas Kröger, Markus Winkler, Michael Luderschmid (Tor), Philip Ball (2), Matthias Hild (4), Christian Haller (1), Korbinian Lex (2), Sebastian Meinzer (6/1), Felix Kerst (2), Johannes Stumpf (6), Julian Prause, Ole Schwagerus, Tizian Maier (1), Tobias Prestele. – Trainer: Martin Wild.

HC Oppenweiler/Backnang: Stefan Merzbacher (n.e.), Thomas Fink (Tor), Florian Schöbinger (1), Tobias Hold (4), Ruben Sigle (2), David Szilagyi (2), Chris Hellerich (3), Kevin Wolf (5), Tom Kuhnle (3), Florian Frank (1), Philipp Maurer (4/3), Lukas Köder (2), Sebastian Frank (n.e.). – Trainer: Matthias Heineke.

Schiedsrichter: Fabian Friedel (Aue) und Rick Herrmann (Zschorlau).

Zuschauer: 420.

Siebenmeter: 1/5 : 3/4 (Stumpf scheitert an Fink und wirft drüber, Meinzer scheitert zweimal an Fink – Köder scheitert an Luderschmid).

Zeitstrafen: 6:12 Minuten (Hellerich/zweimal, Sigle/zweimal, Wolf, Szilagyi – Lex/zweimal, Trainer Wild).

Spielverlauf: 5:3, 7:9, 9:12, 12:13 – 17:15, 20:19, 22:24, 25:27.

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