Tolle Stimmung beim Doppel-Länderspiel in Hamburg beim "Tag des Handballs". - Foto: Sascha Klahn

10.05.2018 · Slider, Home, Nationalteams · Von: bp

13. Länderspiel-Doppelpack in der DHB-Geschichte in München

Wenn am Mittwoch, 6. Juni, in der Münchener Olympiahalle die deutsche Nationalhymne gleich zweimal erklingt, ist es hoffentlich kein schlechtes Omen - denn es handelt sich um den 13. Länderspielpack des Deutschen Handballbunds (DHB). Seit 2005 gab es zwölf Veranstaltung, bei denen die DHB-Männer und DHB-Frauen hintereinander auf Torejagd gingen.

Der erste Doppelpack war gleich ein doppelter Doppelpack in Westfalen - denn am 25. und 27. November 2005 waren die Lipperlandhalle Lemgo und die Westfalenhalle Dortmund Schauplätze dieser historischen Treffen. Doppelter Testspielgegner der DHB-Männer und -Frauen waren die Slowenen - bei den Männern war es die Neuauflage des 2004er EM-Finales, das die Deutschen unter Heiner Brand in Ljubljana gewonnen hatten. Im Doppelpack gab es auf dem Weg zur EURO 2006 in der Schweiz zunächst in Lemgo eine 30:31-Niederlage, zwei Tage später in Dortmund lief es beim 28:26 des seinerzeit amtierenden Europameisters besser. Großes Lob erhielt übrigens ein Neuling im DHB-Trikot: ein damals 19 Jahre alter gewisser Uwe Gensheimer absolvierte in diesem Doppelpack seine beiden ersten Länderspiele. Die DHB-Frauen feierten in den letzten Tests vor der WM in St. Petersburg (die man am Ende als Sechster abschloss) zwei Erfolge: 33:27 und 31:28. Auch Gensheimers Pendant als heutige DHB-Kapitänin war seinerzeit ein Frischling: Anna Loerper absolvierte ihren fünften und sechsten internationalen Einsatz.

Das zweite Doppel war für den damaligen Frauen-Bundestrainer Armin Emrich ein echtes Heimspiel, denn der lebt nur wenige Kilometer entfernt von der Baden-Arena in Offenburg. Für seine DHB-Frauen war es am 11. Juni 2006 der zweite Test binnen 24 Stunden gegen die Schweiz - auf das 34:23 in Weil am Schönbuch folgte ein 38:20 in Offenburg. Überragend mit 18 Treffern in zwei Partien war DHB-Rekordnationalspielerin Grit Jurack, die wenige Tage zuvor mit ihrem dänischen Klub Viborg erstmals die Champions League gewonnen hatte. Während es bei den Frauen ein deutliches Resultat gab, erkämpften sich die DHB-Männer im Sommer vor dem 2007er Wintermärchen ein 25:25 gegen den seinerzeit amtierenden Weltmeister Spanien.

Die größte Anhäufung von Doppel-Länderspielen gab es dann in der größtenteils gemeinsamen Vorbereitung beider DHB-Mannschaften auf die Olympischen Spiele von Peking 2008. Binnen acht Tagen gab es vier Doppelveranstaltungen in Mannheim und Stuttgart (beide Teams jeweils gegen Schweden) und dann in Halle/Westfalen und Köln, wo die Männer auf Russland und die Frauen auf Angola trafen. Die Brand-Buben landeten zwei Erfolge gegen die Russen sowie einen Sieg und eine Niederlage gegen Schweden, die Emrich-Frauen gewannen zweimal gegen Angola und erreichten einen weiteren Sieg und ein Remis gegen Schweden. Beim 30:19 in Köln gegen Angola gab es mit 14.300 Zuschauern einen Weltrekord für Frauen-Handballspiele, der bis zum WM-Halbfinale 2013 Serbien gegen Polen (17.500 Zuschauer in der Kombank-Arena Belgrad) Bestand hatte.

Apropos serbische Frauen - die waren der deutsche Gegner beim nächsten Doppelpack im Jahre 2009. In der Hamburger Barclaycard-Arena gab es erstmals keine Testländerspiele zu bestaunen, sondern offizielle Quali-Spiele. Die Frauen sicherten sich ihr Ticket zur WM in China mit einem 22:19 über jene Serbinnen (inklusive einer damals schon schwangeren Grit Jurack), während die DHB-Männer mit dem 38:30 gegen Slowenien einen entscheidenden Schritt zur Qualifikation zur EURO 2010 in Österreich machten.

Fünf Jahre lang absolvierten Männer und Frauen ihre Länderspiele dann getrennt, ehe die GETEC-Arena Magdeburg der Schauplatz für einen doppelten Showdown war: Die DHB-Frauen hatten sich drei Tage zuvor in Mazedonien schon das Ticket zur EM in Ungarn und Kroatien gesichert, der 31:16-Kantersieg im Rückspiel war nur noch Formsache, gleichzeitig sollte er als Motivationsspritze für die Männer dienen. Die standen nach dem 24:25 in Danzig eine Woche zuvor in der Qualifikation für die WM 2015 in Katar mit dem Rücken zu Wand - doch auch die Unterstützung der Magdeburger Fans half nicht, nach dem 28:29 war die WM eigentlich verpasst, doch dank einer IHF-Wildcard durfte die deutsche Mannschaft dann doch nach Katar.

Im Vorjahr wurde mit drei Doppelpack-Veranstaltungen richtig gefeiert - zunächst im März in Hamburg der Tag des Handballs, dann im Oktober in Magdeburg und Berlin 100 Jahre Handball in Deutschland. Im März war Schweden Gegner von Männern (25:25, erstes Heim-Länderspiel von Christian Prokop als Bundestrainer) und Frauen (23:24) in jener Arena, in der neun Monate später das Finalwochenende der Frauen-WM stattfand.

Mit Blick auf die Heim-WM gab es für die DHB-Frauen dann im Oktober zwei Siege gegen die Niederlande (23:18, 36:26), die Männer lieferten sich zwei herausragende Schlagabtausche gegen den späteren Europameister Spanien (24:26 in Magdeburg und 28:24 in Berlin).

Der 13. Länderspiel-Doppelpack am 6. Juni in der Olympiahalle ist somit in vielerlei Hinsicht eine Premiere: Erstens ist es der erste in München, zweitens sind die Gegner neu für Doppel-Veranstaltungen: Den Auftakt machen die DHB-Frauen gegen Polen, dann folgt das Spiel der Männer gegen den aktuellen WM-Zweiten Norwegen. Und abermals, wie schon bei der Premiere im Jahr 2005, werden Uwe Gensheimer und Anna Loerper im Bundesadler-Trikot auflaufen.

Karten für den Länderspiel-Doppelpack in der bayerischen Landeshauptstadt sind über dhb.de/tickets sowie über die Hotline 01806/997723 (0,20 Euro/Anruf inklusive MwSt. aus dem deutschen Festnetz, maximal 0,60 Euro/Anruf inklusive Mehrwertsteuer aus dem deutschen Mobilfunknetz) und an allen Eventim-Vorverkaufsstellen erhältlich. Zudem wird es für die Spiele in der Olympiahalle eine Team-Ticket-Aktion geben, die unter dhb.de/teamticket gebucht werden kann.

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