Christian Prokop, Uwe Gensheimer, Anna Loerper, Henk Groener und Axel Kromer am Dienstag in der Olympiahalle. Foto: Sascha Klahn

05.06.2018 · Slider, Home, Nationalteams · Von: BP

Vorfreude auf Doppelpack und 10.000 Fans in München

Wenn am Mittwoch die Olympiahalle in München erstmals seit 2007 wieder Gastgeber von Handball-Länderspielen ist, könnte die 10.000-Zuschauer-Marke geknackt werden. Bis gestern waren rund 9000 Tickets für den Doppelpack der DHB-Frauen gegen Polen (Anwurf: 17.30 Uhr) und der DHB-Männer gegen Norwegen (20 Uhr) verkauft, wie gestern bei der DHB-Pressekonferenz im Olympiapark bekannt gegeben wurde. Am Mittwoch öffnet ab 16 Uhr die Tageskasse.

Im Rahmen der Frauen-Partie werden elf ehemalige Nationalspielerinnen offiziell verabschiedet, Kapitänin Anna Loerper wird gegen Polen ihr 246. und letztes Länderspiel absolvieren. Damit ist die 33-Jährige dann auf Rang sechs der ewigen Bestenliste der DHB-Frauen in Sachen internationale Einsätzen. „Wir haben mit der EM-Qualifikation die Pflicht erfüllt, jetzt wartet die Kür. Ich werde mich ganz normal auf die Partie vorbereiten, der Abschiedsschmerz kommt bestimmt erst in den Schlussminuten und nach dem Abpfiff“, sagt Loerper.

Als frisch gebackener französischer Meister ist ihr Pendant bei den DHB-Männern, Uwe Gensheimer, am Montag nach München gereist. Für den Linksaußen ist der Doppelpack „ein tolles Erlebnis auf dem Weg zur Heim-WM. Das Fahnenmeer bei der Nationalhymne bei den letzten Heimspielen gegen Serbien in Leipzig und Dortmund war überragend. Wir wollen auch in München diese Euphorie der Fans aufs Feld mitnehmen.“ Die Partie gegen Norwegen führt Gensheimer und seinen Pariser Mannschaftskameraden Sander Sagosen zusammen: „Mit ihm würde ich nach einem Sieg schon gerne frotzeln“, sagt der DHB-Kapitän.

Alle Nationalspieler haben ihre Familien nach München mitgebracht. „Das ist gut für die Stimmung und wurde fantastisch angenommen“, sagt Bundestrainer Christian Prokop: „Das ist ein guter Mix aus Spaß, familiärer Atmosphäre und Spielvorbereitung.“ Für Prokop ist Norwegen „ein absoluter Topgegner, der seit Jahren eine konstant gute Leistung abruft – ein echter Härtetest.“

Auf zwei Spieler müssen der Bundestrainer und die DHB-Männer gegen Norwegen allerdings verzichten: Finn Lemke und Tobias Reichmann (beide MT Melsungen). Abwehrchef Lemke zog sich im letzten Bundesliga-Saisonspiel am Sonntag gegen Magdeburg einen Innenband-Anriss im linken Knie zu und fällt mehrere Wochen aus. Reichmann sagte aus persönlichen Gründen ab, für ihn stößt Tim Hornke vom TBV Lemgo zur Nationalmannschaft.

Gleich von München geht es dann am Donnerstag zur zwölftägigen Japan-Reise nach Tokushima und den Olympia-Spielort Tokio. Neben einem Kulturprogramm und der Möglichkeit, Land und Leute kennenzulernen, stehen auch zwei Test-Länderspiele gegen die von Dagur Sigurdsson trainierten Japaner an. Obwohl eine Saison hinter ihm liegt, freut sich Gensheimer „ganz besonders“ auf diese Reise: „Ich war noch nie in Japan. Und wenn du die Chance hast, eine solche Tour mit 15 Kumpels zu machen, ist das doch umso besser.“

Auch Prokop sieht diese Reise als Mischung aus „Ausflügen, Regeneration und der Möglichkeit, zweimal gegen die flinken Japaner zu testen“. Gerade das Thema Teamspirit steht für den Bundestrainer ganz oben. Und: „Wir haben jetzt nur noch ein halbes Jahr bis zur Heim-WM, da müssen wir jedes Testspiel nutzen.“

Zunächst aber freuen sich alle Beteiligten auf den Doppelpack am Mittwoch: „Wie bei den beiden Heimsiegen in Stuttgart und Gummersbach wollen wir die Zuschauer wieder begeistern. Denn das ist auch eines unserer Ziele neben guten Resultaten, dass die Leute die Hallen zufrieden verlassen“, sagt Frauen-Bundestrainer Henk Groener. Für ihn und seine Mannschaft beginnt nach dem Test gegen Polen der Urlaub, im September steht der nächste Lehrgang in Aschersleben an – inklusive zwei Test-Länderspielen gegen Olympiasieger Russland.

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