Foto: Sascha Klahn

06.06.2018 · Slider, Home, Nationalteams · Von: BP

„Wir haben nicht ins Spiel gefunden“ – Stimmen zur Niederlage gegen Norwegen

Selbstkritisch haben Bundestrainer Christian Prokop und die deutschen Nationalspieler die 25:30-Niederlage am Mittwoch in München gegen Vize-Weltmeister Norwegen analysiert. Hier die Stimmen zum Spiel:

Bundestrainer Christian Prokop: Vielen Dank an die Fans für die fantastische Stimmung, München wird ein ganz toller WM-Spielort sein. In der ersten Hälfte haben wir gekämpft, waren beweglich im Angriff und haben großen Einsatz gezeigt. Aber schon da hatten wir Sagosen und Tonessen nicht im Griff. 15 Gegentore waren einfach zu viel für 30 Minuten. Nach der Pause wurde es nicht besser, wir haben uns nicht an Absprachen gehalten, es fehlte an Aggressivität in der Abwehr. Auch wegen einiger Wechsel hatten wir zu viele Fehler im Angriff, haben zu viele freie Chancen verworfen, die wir uns zuvor gut erarbeitet hatten. Die Wahrheit stand am Ende auf der Anzeigentafel. Jetzt haben wir in Japan zehn Tage Zeit, diese taktischen Dinge weiter zu entwickeln.

Christian Berge, Trainer Norwegen: Es war ein gutes Spiel. In der ersten Halbzeit hatten wir in der Abwehr einige Probleme, in der zweiten Hälfte hatten wir die Defensive im Griff. Im Angriff waren wir über 60 Minuten stark. Das war ein toller Test für unsere schweren WM-Qualifikationsspiele gegen die Schweiz.

Hendrik Pekeler: Für Norwegen geht es jetzt um die WM-Qualifikation, für uns war es ein Saisonabschluss – und das sieht man im Endergebnis. Norwegen war fokussierter als wir. Wir haben teilweise schlecht verteidigt und konnten unseren Torhütern nicht so viel helfen wie normal. Zudem haben wir im Angriff zu viele freie Bälle vergeben. Jetzt freuen wir uns auf die Japan-Reise. Ich hatte noch nie in München gespielt – und die Kulisse war richtig toll.

Tim Kneule: Wir haben nicht richtig ins Spiel gefunden, haben wahlweise vorne oder hinten zu viele Fehler gemacht. Die Japan-Reise steht jetzt unter dem Fokus des Teambuildings, diese Reise wird der Mannschaft richtig gut tun.

Julius Kühn: Wir haben nur einmal trainiert, deswegen hat das Timing oft nicht gestimmt. Wir hatten in der Abwehr nicht den richtigen Zugriff, unser Mittelblock musste fast durchspielen – und die beiden haben schon einige Spiele in den Knochen. Nun freuen wir uns auf Japan, das werden ganz besondere Erlebnisse, ich denke, das ist ein gut gemischtes Programm.

Patrick Groetzki: Das waren zwei unterschiedliche Halbzeiten. Anfangs hatten wir zu wenig Zugriff in der Abwehr, nach der Pause haben wir zu viele freie Bälle verworfen. Aber wir hatten – wie schon vor den Spielen gegen Serbien – einfach nur wenig Zeit zum Training. In Japan werden wir daher sicherlich noch am Timing und der Abstimmung arbeiten. Zudem haben wir ja noch einige Spieler wie Fäth, Drux oder Lemke in der Hinterhand, die heute gefehlt haben. Das ist ja der Vorteil der deutschen Mannschaft, dass der Kader sehr breit ist. Es ist gut für uns, dass wir gegen eine solche Topmannschaft wie Norwegen getestet haben. Denn dann sieht man, woran man noch arbeiten muss.

Anzeige
Banner HANDBALL - Es lebe der Sport
Banner DHB-Rahmentrainingskonzeption
Hanniball