Bundestrainer Henk Groener. - Foto: Marco Wolf

11.09.2018 · Slider, Home, Nationalteams · Von: BP

Der Olympiasieger kommt: Dessau fiebert dem Jubiläums-Länderspiel entgegen

Am Samstag, 29. September, ist es so weit: Wenn sich ab 15 Uhr die Frauen-Nationalmannschaften Deutschlands und Russlands gegenüberstehen, feiert die Anhalt-Arena in Dessau ein kleines Jubiläum. Denn das Testspiel ist das zehnte Länderspiel einer deutschen Männer- oder Frauen-Handball-Nationalmannschaft in der Arena. Am Montag informierten der Deutsche Handballbund und der lokale Veranstalter Anhalt-Sport über den aktuellen Stand der Dinge zur Partie gegen den Olympiasieger, die einen Tag später, ebenfalls um 15 Uhr, in gleicher Konstellation in Nordhausen nochmals über die Bühne geht (Karten für beide Partien unter dhb.de/tickets).

„Wir werden definitiv eine tolle Kulisse und eine geniale Atmosphäre haben, denn Dessau ist eine Handballstadt“, sagt Ralph Hirsch, Sportdirektor von Ausrichter Anhalt-Sport. Rund 1000 Karten sind schon verkauft, aber: „Die heiße Phase des Vorverkaufs startet erst jetzt“, ist sich Hirsch sicher. Die Anhalt-Arena in Dessau-Roßlau ist die Heimstatt des Männer-Zweitligisten Dessau-Roßlauer HV - und auch bei DHB-Teams bestens bekannt: 2015 trafen die DHB-Frauen in den WM-Play-offs dort schon einmal auf Russland, verloren allerdings trotz der Unterstützung der ausverkauften Halle mit 20:22. Im April 2010 gab es das siegreiche EM-Qualifikationsspiel gegen Weißrussland in der Anhalt-Arena (35:24). Zuvor absolvierten die DHB-Männer bereits sieben Länderspiele in Dessau.

Selbst Frauen-Bundestrainer Henk Groener stand schon in Dessau auf der Platte - als Spieler des TV Emsdetten. „Da war immer eine beeindruckende Stimmung in der Arena, daher freue ich mich jetzt schon auf die Partie“, sagte der Niederländer. Ab Montag, 24. September, wird Groener seinen 21 Spielerinnen umfassenden Kader zum Vorbereitungslehrgang in Aschersleben zusammenziehen - mit einigen neuen Gesichtern wie den U20-Nationalspielerinnen Amelie Berger, Mia Zschocke (beide Bayer Leverkusen) oder Torfrau Lea Rühter (Buxtehude) sowie Anna Seidel (ebenfalls Bayer).

„Nachdem insgesamt neun Spielerinnen ihre Nationalmannschaftskarriere nach der Heim-WM 2017 beendet hatte, ist die Verjüngung in vollem Gange. Der Lehrgang mit den beiden Test-Länderspielen gegen Russland ist somit ideal, um junge Spielerinnen zu integrieren und zu sehen, wie sich entwickeln“, sagt Groener: „Gegen Russland haben wir keinen großen Leistungsdruck, es geht nicht um Punkte für eine WM- oder EM-Qualifikation, da haben die jungen Spielerinnen also eine gute Gelegenheit, sich zu empfehlen.“

Russland sei aber nicht nur deswegen der ideale Sparringspartner: „Der Olympiasieger zählt seit vielen Jahrzehnten zur Weltspitze. Wir sind nicht so weit von der Weltspitze entfernt, dass wir gegen Russland nicht bestehen könnten. Daher ist es immer gut, gegen eine Weltklassemannschaft zu testen, denn diese Spiele werden uns Zeichen geben, wo wir ungefähr stehen“, sagt Groener.

Denn: Besonderes Augenmerk genießen die Testspiele natürlich mit Blick auf die Europameisterschaft in Frankreich, wo die DHB-Auswahl in Hammergruppe D in Brest auf Europameister Norwegen (1. Dezember) sowie Rumänien (3. Dezember) und Tschechien (5. Dezember) trifft. Die Groener-Truppe muss mindestens Dritter werden, um in die Hauptrunde in Nancy einzuziehen.

„Nach dem Lehrgang in Aschersleben und den beiden Tests gegen Russland folgen im Oktober noch drei Regional-Lehrgänge, ehe am 19. November die letzte Phase der EM-Vorbereitung eingeläutet wird“, sagt Groener. Vor der EM werden die beiden Partien in Dessau und Nordhausen die letzten Länderspiele auf deutschem Boden sein, denn der finale Lehrgang mit Teilnahme an einem Vier-Länder-Turnier geht in Spanien über die Bühne. Vor dort aus reist die DHB-Auswahl direkt nach Frankreich.

„Wenn alle Spielerinnen fit bleiben, dürften wir den Großteil des EM-Kaders in Aschersleben, Dessau und Nordhausen zusammenhaben. Das Vorjahr hat aber gezeigt, dass es immer wieder die eine oder andere Verletzung gibt. Daher ist es wichtig, junge Spielerinnen an Länderspiele zu gewöhnen und sie auf das nötige Niveau zu bringen“, sagte Groener am Montag in Dessau.

Eine besondere Vorfreude auf den Lehrgang und die Länderspiele verspürt DHB-Präsident Andreas Michelmann. Schließlich ist er als Oberbürgermeister von Aschersleben quasi der Gastgeber der Mannschaft. „Ich werde natürlich ein paar Mal beim Training vorbeischauen, diese Zeit nehme ich mir gerne“, sagt Michelmann. Auch er kennt die tolle Atmosphäre in der Anhalt-Arena - „das wird ein tolles Event für den Sport in Sachsen-Anhalt“ - und er blickt optimistisch in die Zukunft des deutschen Frauenhandballs: „Henk Groener ist ein Toptrainer, der mit den Niederlanden bewiesen hat, wie man eine Mannschaft in die Weltspitze führt. Unser Ziel ist, dort auch hinzukommen, dafür müssen wir einen Schritt nach dem anderen machen. Deswegen werden wir die bevorstehende EM nicht nur an Ergebnissen, sondern auch an Entwicklungsschritten messen. Langfristiges Ziel ist es, bei großen Turnieren um die Medaillen mitzuspielen.“

Karten für die beiden Testspiele gegen Russland sind über dhb.de/tickets sowie über die Hotline 01806/997723 (0,20 Euro/Anruf inklusive MwSt. aus dem deutschen Festnetz, maximal 0,60 Euro/Anruf inklusive Mehrwertsteuer aus dem deutschen Mobilfunknetz) und an allen Eventim-Vorverkaufsstellen erhältlich. Zudem gibt es für die Partien Team-Ticket-Aktionen, die unter dhb.de/teamticket gebucht werden können.

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