15.09.2018 · Staffel Süd · Von: pm verein

Aufeinanderprallen der Strategien vor voller Hütte - Zweites Heimspiel – zweites Derby: Jetzt kommt Nußloch

„Wir kamen mit viel Respekt nach Franken“, meinte Handball-Trainer Holger Löhr von der HG Oftersheim/Schwetzingen zur Auftaktphase beim TV Bruck, der ersten Viertelstunde. „Viele Dinge liefen anfangs nicht wie besprochen gegen Brucks offensiv ausgerichtete Deckung.“ Die Kompaktheit fehlte ihm zunächst, bevor in dieser Hinsicht nachjustiert wurde. Respekt werden er und sein Team mit Sicherheit auch dem nächsten Gegner entgegenbringen. Kommt doch kein geringerer als Nachbar SG Nußloch, amtierender Vizestaffelsieger im Süden der Drittklasssigkeit, in die Nordstadthalle.

Im Gegensatz zu vielen anderen Kontrahenten nun in der Oststaffel der 3. Liga, ist die SGN natürlich alles andere als ein unbekannter Spielpartner. Aber das beruht auf Gegenseitigkeit und dürfte in keinerlei Hinsicht einen Vorteil bringen, sollte aber auch nicht zum Nachteil gereichen. Die Bergsträßer haben sich bislang komplett schadlos gehalten, aber die HG ist mit einem Remis ja auch noch ungeschlagen. Zuletzt hatte Nußloch mit Hanau einen weiteren Kandidaten aus dem Favoritenkreis zu Besuch – dieser wurde deutlich geschlagen (31:21) wieder zurückgeschickt. Nach SGN-Definition war dies das „erste Topspiel der Liga“, das anstehende Derby dürfte somit zur zweiten Spitzenbegegnung werden.

„Wir haben einen absolut positiven Start hingelegt“, bilanziert Löhr die ersten drei Partien, „auch im Hinblick auf unsere zunächst enge personelle Situation. Aber positiv sieht er ebenso die sich abzeichnende Entwicklung. „Wir haben dem permanenten gegnerischen Druck in der zweiten Halbzeit in Erlangen gut standgehalten. Und der TVB hat dabei kämpferisch und läuferisch alles in die Waagschale geworfen.“ Die HG-Jungs aber eben auch.

Trotz dieser positiven Erkenntnisse relativiert Löhr auch: „Man muss realistisch sein und bleiben und schauen, gegen wen wir bislang gespielt haben. Das sind Teams auf Augenhöhe – nicht mehr. Da kommen ganz andere Kaliber, wo wir dann wahrscheinlich auch mal Lehrgeld bezahlen müssen. Aber im Derby ist immer alles möglich, letztes Jahr waren wir auch nicht Favorit und haben gut ausgesehen. Diesmal sind wir noch mehr in der Außenseiterrolle.

Aber dieses Aufeinandertreffen ist nicht nur ein Derby. „Hier prallen völlig verschiedene Philosophien, Strategien aufeinander“ hält Löhr fest. „Während Nußloch in der Lage ist, erfahrene Spieler von hoher Qualität zu verpflichten wie eben zum Beispiel Christian Zeitz (und etliche andere), setzen wir bei der HG auf Nachhaltigkeit, auf unsere eigene Jugend und den Unterbau. Und es gibt auch völlig verschiedene Zielsetzungen. Ich hoffe, dass wird auch von unseren Zuschauern gewürdigt und dass sie unsere junge Mannschaft zahlreich unterstützen.“ Aber auch aus Nußloch erwartet er regen Zuspruch und somit eine volle Hütte.

„Wir wollen alles dafür tun, das Ergebnis so lange wie möglich offen zu halten. Wir wollen dem Publikum über 60 Minuten einen großen Kampf liefern“, verspricht Löhr dann auch im Namen seiner Männer, die in der Trainingswoche super mitgezogen hätten „Und ich hoffe, dass Christian Zeitz spielt, dass macht es auf jeden Fall interessanter und attraktiver.“ Der frühere Kieler (und zukünftige Schwetzingen Einwohner) musste bislang in allen Pflichtspielen wegen einer Adduktorenverletzung passen.

Auch die SGN-Seite blickt erwartungsvoll auf den Lokalgipfel voraus: „Wir freuen uns und ich hoffe, wir sehen ein gescheites Spiel vor voller Halle“, sagt Nußlochs sportlicher Leiter Christian Fingerle. Ob Zeitz allerdings auflaufen wird, lässt er offen: „Dazu ist es noch zu früh, das werden wir erst am Sonntag sehen.“

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