Laura Steinbach mit Frauen-Bundestrainer Henk Groener. - Foto: Björn Pazen

17.09.2018 · Slider, Home, Nationalteams · Von: BP

Sie weiß, auf was es ankommt - Interview mit der neuen Teammanagerin Laura Steinbach

Das neue Gesicht im Funktionsteam der deutschen Frauen-Nationalmannschaft ist ein bekanntes Gesicht des deutschen Frauenhandballs: Beim Lehrgang kommende Woche in Aschersleben und den beiden Länderspielen gegen Russland in Dessau-Roßlau und Nordhausen am 29. und 30. September (Tickets unter www.dhb.de/tickets) feiert Laura Steinbach ihre Premiere als Teammanagerin der DHB-Frauen. Die 32-Jährige spielte bis 2014 im Nationalteam und absolvierte 116 Länderspiele, in denen die gebürtige Saarländerin 241 Tore erzielte. Steinbachs Höhepunkt mit dem Nationalteam war die Olympiateilnahme 2008.

Nach ihrer Hochzeit mit dem spanischen Handballstar Iker Romero zog sie zunächst in dessen Heimatland und spielte bis 2017 noch in der ersten spanischen Liga. Im Winter wurden Steinbach und Romero Eltern eines Sohnes - und seit ihr Mann im Vorjahr Co-Trainer der TSV Hannover-Burgdorf wurde, lebt die Familie auch wieder in Deutschland. Passenderweise ist auch Romero Teammanager der spanischen Männer-Nationalmannschaft. Wie er, ist Laura Steinbach vorrangig für Organisation und Logistik rund um das Frauenteam zuständig.

Wie kamen Sie zu Ihrem neuen Job?

Laura Steinbach: Bundestrainer Henk Groener rief mich aus dem Auto an und fragte mich, ob ich mir den Posten vorstellen könne. Und er hat mir auch gleich gesagt, dass er außerhalb des eigentlichen Trainings ziemlich unorganisiert sei und ich ihm gerade in diesem Bereich viel helfen kann. Und ich habe ihm entgegnet: Das bekommen wir hin! Ich hatte der Mannschaft schon beim EM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei einen Besuch abgestattet, und mich sehr gefreut, wieder dabei zu sein. Mit den meisten aktuellen Spielerinnen habe ich zwar nicht mehr zusammengespielt, aber ich kenne natürlich Co-Trainerin Heike Horstmann sehr gut, sie war ja schon bei Olympia in Peking unter Armin Emrich in gleicher Position tätig. Sie ist ja auch für meine neuen Aufgaben - neben Henk - eine wichtige Ansprechpartnerin.

Was genau sind Ihre Aufgaben?

Laura Steinbach: (lacht): Also eine offizielle Ausschreibung gab es nicht, daher auch keine Stellenbeschreibung. Im Ernst: Ich bin für den gesamten Logistikbereich und die Organisation von Lehrgängen oder bei Turnieren zuständig. Da arbeite ich sehr eng mit der Geschäftsstelle und dem Trainerteam zusammen. Ich sehe mich da so als eine Art Feuerwehr: Wenn es brennt, bin ich da, um Probleme schnell zu lösen. Zum Beispiel bei einem Turnier, wenn die Trainings- oder Essenszeit sich ändert oder der Bus nicht kommt. Diese Sachen habe ich als Spielerin ja schon erlebt, das kommt immer mal wieder vor. Und da bin ich eben auch das Bindeglied zu den Veranstaltern sowie der EHF und IHF.

Werden Sie - wie Oliver Roggisch als Teammanager bei den DHB-Männern - auch bei Spielen auf der Bank sitzen?

Laura Steinbach: Nein, da sitzt definitiv genug Qualität. Da rede ich niemanden in den sportlichen Bereich rein. Wenn mich Henk, Heike oder jemand anderes aus dem Trainerstab fragen, gebe ich natürlich gerne meine Meinung dazu ab, aber ich werde nicht aufs Trainerteam mit irgendwelchen Ideen zugehen. Henk hat seine Funktion, ich habe meine. Und wir beide wollen natürlich für unsere Bereiche die beste Qualität abliefern. Also mische ich mich auch nicht in sportliche Belange ein.

Wenn Sie zurückblicken - über was haben Sie sich als Spielerin am meisten in punkto Organisation geärgert, was Sie nun als Teammanagerin besser machen wollen?

Laura Steinbach: Da gab es punktuell immer wieder mal Dinge, über die ich mich aufgeregt habe. Und ich glaube, der DHB-Vorstand und auch Henk wollten daher eine frühere Spielerin haben, die genau weiß, für was es bei einer Mannschaft ankommt. Wir hatten früher ja Dorle Gassert, die hat den Job genial gemacht, sie war für uns Spielerinnen das Mädchen für alle Fälle, was sich überhaupt nicht despektierlich anhören soll. Genau wie sie will ich auch für die Mannschaft das Optimum erreichen, damit sich die Spielerinnen auf das rein Sportliche konzentrieren können. Das heißt aber nicht, dass ich bis zum Schuhe rausstellen alle Aufgaben übernehme. Ein bisschen Verantwortung für sich selbst haben die Spielerinnen ja auch noch. Aber natürlich geht es auch um das nötige Vertrauen, jede Spielerin soll wissen: Die Laura ist für uns da! Und die erste Reaktion aus der Mannschaft war sehr positiv, als die Spielerinnen erfuhren, dass ich den Job machen werde. Sie wissen, dass ich weiß, um was es geht.

Gerade beim finalen EM-Lehrgang in Spanien werden Sie auch als Übersetzerin benötigt, oder?

Laura Steinbach: Ja, ich denke, dass ich dort viel helfen kann, was Sprache und Kultur betrifft.

Inklusive des Lehrgangs sind Sie bei der EM einen Monat von zuhause fort. Iker Romero ist mit Hannover-Burgdorf unterwegs. Kommt Ihr Sohn dann mit zur EM?

Laura Steinbach: Nein, er bleibt zuhause, die Großeltern sind dann beide da, wir haben das schon ganz gut geplant. Jedenfalls habe ich ein gutes Gefühl, dass alles klappt.

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