Gesprächsrunde beim Bundesjugendtag in Kassel: Christian Krull, Jörg Eger, Martina Haas, Wiebke Jessen und Georg Clarke (von links). - Foto: Schlotmann

22.09.2018 · Home, Engagement, Jugend · Von: oti

Thema Mitgliederentwicklung beim Bundesjugendtag – Wie ticken Jugendliche?

Wie ticken Jugendliche? Mit welcher Einstellung gehen junge Menschen durch ihr Leben? Wie gestaltet sich ihre Gefühlswelt? Wiebke Jessen, Mitarbeiterin der SINUS Markt- und Sozialforschung GmbH, führte Freitagabend durch die Lebenswelten von 14- bis 17-Jährigen. Sie gestaltete im Schweizer Hof in Kassel den Impulsvortrag des workshopbezogenen Jugendtages 2018 – und diskutierte im Anschluss mit Martina Haas und Georg Clarke Möglichkeiten, auf Basis der aktuellen SINUS-Jugendstudie Maßnahmen zur Mitgliederentwicklung zu getalten. 

Martina Haas ist Vorstand Mitglieder des Deutschen Handballbundes, Georg Clarke, Vizepräsident Jugend, Schule und Bildung. Mit eingebunden in die von Jugendkommissionsmitglied Christian Krull moderierte Gesprächsrunde hatten die Gastgeber Jörg Eger, Referatsleiter Ehrenamt und Ausbildung des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Technischen Hilfswerkes (THW).

Unter anderem anhand konservativ-bürgerlichen, sozioökologischen, exzepeditiven und adaptiv-pragmatischen Lebenswelten verdeutlichte Wiebke Jessen Neigungen der Generation U18 unterschiedlicher Herkünfte; etwa mit Blick auf Traditions- und Verantwortungsbewusstsein, sozialkritische Grundhaltung und Offenheit für alternative Lebensweise beziehungsweise mit Blick auf Leistungs- oder auch Familienorientierung. 

„Alle Lebenswelten haben ihre Potentiale“, sagte die Mitarbeiterin der SINUS Markt- und Sozialforschung GmbH. „Man muss sie nur herausfinden und überlegen, was bedeuten sie für das Engagement – und wie komme ich an die Jugendlichen heran. Wie kann ich sie später auch halten?“ Wiebke Jessen forderte dazu auf, dazu die eigenen Lebenswelten zu verlassen und sich mit anderen zu beschäftigen. „Wo steht man, wen möchte ich erreichen – und was muss ich dafür tun?“

Mögliche Wege zeigte THW-Referatsleiter Jörg Eger auf; angefangen bei der Willkommens- über die Anerkennungs- bis hin zur Führungs- und Kommunikationskultur. Letztere habe beim THW als Einsatzorganisation eine hohe Relevanz. „Wir fragen uns immer wieder, ob unsere Führungskräfte in der Lage sind, junge Menschen, aber auch Erwachsene so zu begleiten und zu führen, dass es innerhalb unseres THW funktioniert.“ Laut Jörg Eger eine echte Herausforderung: „In 19 unserer 118 Landesverbände haben wir derzeit Konflikte, die hauptsächlich auf die Themen Führung und Miteinander zurückzuführen sind.“ Im Ergebnis investiere das THW viel Energie „unsere Führungskräfte so auszubilden, dass sie in der Lage sind, junge Menschen zu betreuen.“

Kulturen, die laut Georg Clarke sich auch im Handballsport wiederfänden beziehungsweise wiederfinden müssten. Spitzenverband, Landesverbände und Vereine dürften nicht nachlassen, in die Ausbildung der Mitarbeiter zu investieren. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Leute, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, die richtigen sind und gut ausgebildet werden, um den Herausforderungen gerecht zu werden.“

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