Ein Gruppenbild vom Lehrgang. - Foto: Björn Pazen

08.10.2018 · Slider, Home, Schiedsrichter · Von: bp

Mit Schulze/Tönnies: Lehrgang für 38 potenzielle WM-Schiedsrichter in Frankfurt und Wetzlar

Fitness, neue Regeln, Mentalcoaching und die Präsentation ihrer „Hausaufgaben“: 19 Schiedsrichter-Gespanne aus aller Welt, die bei der Männer-WM 2019 in Dänemark und Deutschland zum Einsatz kommen sollen, waren von Freitag bis Sonntag zu einem WM-Vorbereitungslehrgang in Frankfurt und Wetzlar. Unter der Leitung von IHF-Schiedsrichterchef Ramon Gallego absolvierten diese 38 Schiedsrichter - darunter auch die DHB-Eliteschiedsrichter Robert Schulze/Tobias Tönnies aus Magdeburg - ein straffes Programm.

„In den nächsten drei Wochen werden wir uns final auf die 16 Gespanne für die WM festlegen", sagte der Spanier Gallego, der von Dietrich Späte (Münster), dem Vorsitzenden der IHF-Trainer-Kommission, beim Lehrgang unterstützt wurde. Außerdem waren zwei spanische Fitnesstrainer, der Däne Bjarne Munk Jensen und Dr. Sebastian Altfeld (Psychologe und Mentaltrainer) als Dozenten bei dem Lehrgang im Einsatz, der größtenteils in der Sportschule Frankfurt am Main und am Samstagvormittag auch in Wetzlar stattfand.

„Ein Kernaspekt war, den Fitnesszustand der Schiedsrichter zu überprüfen. Da der Handball schneller und schneller wird, erfordert es eine herausragende Kondition der Schiedsrichter, die Fitness ist integraler Bestandteil einer WM-Vorbereitung. Ich bin im Allgemeinen zufrieden, aber alle Schiedsrichter haben in diesem Bereich noch Luft nach oben“, sagte Gallego. Teil der „Fitnesserziehung“ war auch ein speziell auf Schiedsrichter abgestimmtes Aufwärm- und Dehnprogramm sowie das Thema gesunde Ernährung.

Alle potenziellen WM-Schiedsrichter haben bereits ein mehrmonatiges Trainingsprogramm absolviert, das mittels Smartwatches permanent digital von Gallego & Co. überwacht wird. Basierend auf den Resultaten des Lehrgangs erhält jeder einzelne Schiedsrichter nun noch ein individuelles Trainingsprogramm bis zum WM-Eröffnungsspiel am 10. Januar in Berlin. Gallego: „In ein paar Wochen wirst du kein guter Schiedsrichter, du musst dich 365 Tage im Jahr beweisen. Deshalb überwachen wir ständig die Spiele und Fitnessdaten.“

In Sachen Regeln und Spielsituationen lag das Hauptaugenmerk auf Zeitspiel, 7-gegen-6-Situationen, Offensivfouls, Kreisläufer-Verhalten und den letzten 30 Sekunden des Spiels. Um den Schiedsrichtern ein praxisnahes und authentisches Training zu ermöglichen, war die Bundesliga-Mannschaft der HSG Wetzlar am Samstagmorgen Trainingspartner mit zahlreichen Spielsituationen, in denen die Schiedsrichter eingreifen und entscheiden mussten.

„Im Anschluss an den Lehrgang werden wir unser Trainings- und Vorbereitungsmaterial an alle 24 WM-Teilnehmer verteilen, inklusive Erläuterungen, wie wir mit bestimmten Situationen umgehen werden“ sagte Gallego: „Unser Hauptziel für die WM ist, eine klare und gemeinsame Linie von allen Schiedsrichtern zu haben.“

Robert Schulze und Tobias Tönnies hatten einen ähnlichen Lehrgang bereits im vergangenen Jahr (ebenfalls in Frankfurt) absolviert, als Vorbereitung auf die Frauen-WM in Deutschland, wo ebenfalls die beiden den Deutschen Handballbund vertraten. Nun wartet nach den Frauen-Welttitelkämpfen 2015 und 2017 das erste große Männerturnier auf sie: „Das ist unglaublich, speziell, weil es auch noch eine Heim-WM ist“, sagt Tönnies: „Wir waren sehr überrascht, als wir von der Vornominierung erfahren haben. Nun haben wir in der Bundesliga und auch beim Super Globe Mitte Oktober in Doha noch viele Spiele, um auf unser WM-Niveau zu kommen.“

Auch Robert Schulze ist total happy: „Wir sind total froh und stolz, dass wir dabei sein dürfen. Um eine gute WM zu absolvieren, kommt sehr viel auf körperliche und mentale Fitness an, dafür war dieser Lehrgang sehr gut.“

Zaungäste des Lehrgangs waren auch DHB-Schiedsrichterchef Wolfgang Jamelle und Schiedsrichter-Ansetzer Nils Szuka. „Wir freuen uns für Tobias und Robert, dass sie diese tolle Chance bekommen haben, ihr erstes Männerturnier gleich bei einer Heim-WM zu haben. Beide haben diese Nominierung absolut verdient. Sie sind jung und haben eine tolle Zukunft vor sich. Unser Ziel ist es, noch viele weitere Schiedsrichtertalente international zu etablieren“, sagte Jamelle

Der WM-Vorbereitungskurs der Schiedsrichter wurde von Berndt Dugall organisiert, der bereits vor der Frauen-Weltmeisterschaft 2017 in Deutschland für den Kurs verantwortlich gewesen war.

Einige Tage vor dem Eröffnungsspiel treffen sich alle 16 Schiedsrichterpaare zu ihrer direkten gemeinsamen WM-Vorbereitung, bevor sie dann auf die vier Vorrundenspielorte aufgeteilt werden - Kopenhagen und Herning in Dänemark, Berlin und München in Deutschland.

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