Antreiber im Konstanzer Spiel: Julian Küchler durfte nach Sieben-Tore-Rückstand doch noch einen Punktgewinn mit der A-Jugend der HSG Konstanz bejubeln. - Foto: Handballserver

10.10.2018 · Jugend-Bundesliga, JBLH männlich · Von: pm verein

Irrsinnige Aufholjagd - HSG Konstanz holt in den letzten sieben Minuten sechs Tore auf

Mit riesengroßer Moral und einer furiosen Aufholjagd ist der A-Jugend der HSG Konstanz bei der JSG Bottwar in den letzten sieben Minuten fast Unmögliches gelungen. Nach einem 26:32-Rückstand waren die Konstanzer schon mausetot, doch dann erzielten die arg dezimierten Gäste noch sieben Tore bei nur einem Gegentreffer und belohnten sich mit einem 33:33-Punktgewinn.

„Was wir da geleistet haben, war groß“, staunte Trainer Thomas Zilm über das nicht mehr für möglich gehaltene und daher umso bemerkenswertere Comeback seiner verletzungsgebeutelten Mannschaft. Ohne fünf wichtige Leistungsträger angetreten, gab sieben Minuten vor Schluss niemand mehr einen Pfifferling auf die Gelb-Blauen vom Bodensee. Nur eine kleine Gruppe in der gut besuchten Halle in Großbottwar wollte sich damit nicht abfinden: die der Konstanzer. Fünf Tore in Folge erzielten diese ohne Fehlversuch und stellten damit tatsächlich den Anschluss zum 31:32 her. Noch zweieinhalb Minuten zu spielen. Dann doch der vermeintliche K.o-Schlag. Lars Eisele brachte die Gastgeber wieder mit zwei Treffern in Front, nur noch zwei Minuten blieben.

Die HSG-Talente endgültig geschlagen? Denkste! Laurin Kugler und der nimmermüde Antreiber Julian Küchler ließen die Konstanzer Bank jubeln: 33:33, 27 Sekunden vor Schluss. Den finalen, nicht mehr gefährlichen letzten Angriff der Württemberger später stand die Krönung einer furiosen Aufholjagd fest. Die Belohnung: ein wertvoller Punktgewinn.

Der ganz große Jubel brach dennoch nicht aus, es war Erleichterung die sich breit machte, nachdem die Gäste weite Teile des Spiels zuvor schlicht verschlafen hatten. Mit einem „weinenden und lachenden Auge“ blickte Trainer Thomas Zilm auf das Remis. „Wir haben einen Punkt geholt, gut. Am Ende aber sicher etwas glücklich“, gab er unumwunden zu, betonte jedoch zugleich: „Aber wenn man sieht, was wir in den letzten sieben Minuten geleistet und an Einsatz, Engagement und Enthusiasmus an den Tag gelegt haben, auch verdient.“

Dennoch kritisierte der HSG-Coach seine Schützlinge für die Leistung zuvor, als man eine 3:2-Führung aus der Hand gegeben hatte, bald mit 4:8 in Rückstand lag und sich nach einem Drei-Tore-Rückstand mit einem 3:0-Lauf zum 22:22 zurückgekämpft hatte. Und bereits nach 41 Minuten alle Trümpfe in der Hand hielt. Doch wieder verfiel der Drittliga-Nachwuchs in große Lethargie, zeigte wieder seine andere Seite und kassierte nach dem 28:26 in Unterzahl vier Gegentore in nur zwei Minuten. 32:26. Alles verloren. Eben nicht! Thomas Zilm rüttelte seine Spieler in einer Auszeit noch einmal wach und die hatten verstanden, dass sie genauso schnell zurückkommen konnten, wie der Gegner vorgelegt hatte.

„Hätten wir von Anfang an so gespielt, wie in den letzten sieben Minuten“, warf er seinen Schützlingen nach dem Spiel vor, „wären wir mit Sicherheit nicht in diese Situation gekommen.“ Mit der Gesamtleistung war er nicht zufrieden. Zu viele leichte Ballverluste, zu wenig Intensität in der Abwehr und dadurch fehlendes Tempospiel waren die bemängelten Defizite. „Am Ende kommt dann die zweite oder dritte Luft und wir zünden den Turbo“, so Zilm. „Das darf aber nicht unser Anspruch sein, das erwarte ich von Beginn an – ungeachtet unserer Verletzungsmisere.“

Diese ist auch der Grund, warum das kommende spielfreie Wochenende wie gerufen kommt. Erst am 21. Oktober greift die A-Jugend der HSG Konstanz wieder in das Spielgeschehen ein. Zilm nötigt der Einsatz seiner verbliebenen Truppe trotz aller Kritik viel Respekt ab: „Alle sind voll dabei und opfern sich für das Team auf. Jeder ist für den anderen da und gönnt diesem den Erfolg.“ Einen hervorragenden Eindruck hat zudem B-Jugendspieler Jan Stotten mit fünf Treffern in seinem ersten Bundesligaeinsatz überhaupt hinterlassen. Infolgedessen blickt er positiv nach vorne, zumal Neuzugang Reiff Balthes (JSG Echaz-Erms) in den zwei Trainingswochen bis zum nächsten Spiel nun noch besser in das Spielsystem integriert werden soll.

HSG Konstanz: Louis Ruf, Tim Bammel (Tor); Julian Kirschmann, Felix Fehrenbach (9/8), Nico Koch, Constantin Eich (1), Laurin Kugler (1), Yannick Sauter (1), Jan Stotten (5), Hannes Berger (4), Florian Wangler (2), Rohat Sahin (4), Robin Schmidt (1), Julian Küchler (5).

Zuschauer: 350.

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