War mit dem HCOB dicht dran und musste sich doch knapp geschlagen geben: Tom Kuhnle. - Foto: Alexander Hornauer

13.10.2018 · 3. Liga, Männer 3. Liga, Staffel Süd · Von: pm verein

Ein Wellenbad der Gefühle ohne glückliches Ende - HCOB verliert dramatisches Drittligaduell beim SV Salamander Kornwestheim

Es war ein Wellenbad der Gefühle, zeitweise hochdramatisch – und am Ende standen die Handballer des HC Oppenweiler/Backnang im Derby beim SV Salamander Kornwestheim mit leeren Händen da. 33:36 hieß es nach 60 intensiven Minuten, die Mannschaft von Trainer Matthias Heineke mussten jenen Phasen hinterhertrauern, in denen sie in zu kurzer Zeit zu viele Gegentore kassiert hatten. Das ließ sich am Ende nicht mehr ausgleichen.

Unter den rund 550 Zuschauern drückten gut und gern ein Drittel der Gastmannschaft die Daumen. Der Sieg im Nachbarschaftsduell gegen den VfL Pfullingen war offenkundig gute Werbung für einen Kurztrip in die Salamanderstadt. Der HCOB begann gut, Torwart Thomas Fink zeichnete sich gleich mehrmals aus, doch schon nach ein paar Minuten übernahm der SVK das Kommando. Die Murrtaler taten sich im Angriff schwer, scheiterten zu oft an Torwart Pascal Welz, Ballverluste führten zu Kontern. Nach einer Viertelstunde lagen die Gäste mit 6:12 hinten.

Die Heineke-Schützlinge steigerten sich dann aber in der Abwehr enorm, nutzten eine Schwächephase der Hausherren zu einem beeindrucken Lauf. Sechs Tore innerhalb von dreieinhalb Minuten, der HCOB war wieder bei der Musik, 12:12. Kornwestheim wirkte angeschlagen, geriet beim 14:15 (Ruben Sigle, 26. Minute) ins Hintertreffen – und schlug dann entschlossen zurück. Nun war es wieder die Mannschaft von Alexander Schurr, die vier Tore in Folge erzielte und beim Seitenwechsel mit 18:15 vorne lag. Aus HCOB-Sicht war das angesichts der starken Zwischenphase fast schon wieder ein ärgerlich hoher Rückstand, der zugleich aber alle Chancen für Halbzeit zwei offenließ.

Das Problem zu Beginn des zweiten Spielabschnitts: Die Gastgeber machten gerade so weiter, wie sie vor dem Seitenwechsel aufgehört hatten. Sie nutzten jeden Fehler konsequent aus, legten gleich nochmal drei Tore drauf und führten nach 36 Minuten mit 23:17. Doch das muntere Wechselspiel hielt an, die HCOB-Handballer gaben sich nicht auf, kämpften sich immer wieder auf vier Tore heran. Mit ein wenig Glück hätten sie bereits rund um die 45. Minute schon wieder bedrohlich nahekommen können, doch in aussichtsreichen Momenten unterliefen ihnen Fehler, so brachten sie beispielsweise zwei Konter hintereinander nicht zum Abschluss, sondern verloren den Ball.

Die Akteure von Trainer Heineke suchten ihre Chance aber unverdrossen weiter, und als Kornwestheim kurzzeitig an Treffsicherheit einbüßte, rückten die Murrtaler schnell wieder heran. Als Felix Raff erkannte, dass das SVK-Tor unbewacht war, warf er den Ball aus 30 Metern zum Anschlusstreffer in die Maschen. Nun war die Wende zum Greifen nah, doch Kornwestheim hatte Glück. Ein Fehlwurf von Linksaußen Fabian Kugel im Anschluss an einen ohnehin schon sehr lang vorgetragenen Angriff geriet zur unverhofften Vorlage für Rechtsaußen Peter Jungwirth, der das enorm wichtige 33:31 (57. Minute) für Kornwestheim erzielte.

Philipp Maurer erzielte nach einer geistesgegenwärtigen Balleroberung von Evgeni Prasolov nochmals das Anschlusstor, doch Kornwestheims Christian Wahl machte den Sack für sein Team zu – zumal eine Zeitstrafe für Raff den HCOB exakt in den letzten zwei Minuten zum Unterzahlspiel verdonnerte. Am Ende hieß es 33:36 aus Gästesicht. Die Mannschaft hatte sich ein paar Schwächephasen zu viel geleistet, am Ende fehlte in ein, zwei Situationen das Quäntchen Glück, so blieben die Punkte in Kornwestheim.

Trainer Matthias Heineke: „Beide Teams haben richtig guten Angriffshandball gespielt. Wir haben aber aus dem Rückraum zu viele Tore kassiert. Deshalb haben wir es auch nicht geschafft, das Blatt komplett zu wenden.“

SV Salamander Kornwestheim: Stavros Miliadis (n.e.), Pascal Welz (Tor), Tim Scholz, Tim Großmann (2), Christian Wahl (8), Jan Reusch (5), Peter Jungwirth (7/4), Fabian Kugel (1), Christopher Tinti (5), Hendrik Schoeneck (1), Axel Steffens (3), Nico Hiller (2), Adrian Awad, Julius Emrich (2). – Trainer: Alexander Schurr.

HC Oppenweiler/Backnang: Thomas Fink, Stefan Koppmeier (Tor), Marcel Lenz (4/2), Ruben Sigle (2), David Szilagyi (n.e.), Kevin Wolf (4), Philipp Schöbinger (2), Evgeni Prasolov (2), Tom Kuhnle (6), Philipp Maurer (2), Felix Raff (6), Dominik Koch (1), Lukas Köder (4). – Trainer: Matthias Heineke.

Schiedsrichter: Frank Kraaz (Deizisau) und Tobias Lay (Bruchsal).

Zuschauer: 550.

Siebenmeter: 4/4 : 2/4 (Lenz scheitert an Welz).

Zeitstrafen: 4:8 Minuten (Tinti, Schoeneck – Prasolov/zweimal, Raff, P. Schöbinger).

Spielverlauf: 5:4, 12:6, 12:12, 14:15, 18:15 – 23:17, 28:23, 31:28, 33:32, 36:33.

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