02.11.2018 · Slider, Home, Nationalteams · Von: BP

Jochen Beppler: "Wir müssen noch öfter gegen die Besten testen!"

Im Januar richtet der DHB gemeinsam mit dem dänischen Verband das IHF-Trainersymposium vor der WM in München aus. Neben Nachwuchs-Chef-Bundestrainer Jochen Beppler wird auch Erik Wudtke (Bundestrainer Jugend) dort für den DHB referieren. Um die Inhalte dieses Symposiums, aber auch die künftige Testspiel-Strategie des DHB-Nachwuchses und das neue Athletikkonzept dreht sich der zweite Teil des Interviews mit Jochen Beppler.

 

Welche weiteren Konsequenzen zieht der DHB in seiner Talentförderung aus den Analysen der vergangenen Nachwuchs-Turniere?

Jochen Beppler: Ein ganz wichtiges Standbein ist unter anderem das Athletikkonzept, das bis Februar komplett überarbeitet wird. Darin sind in unterschiedlichsten Stufen die nötigen Kompetenzen für alle Leistungsniveaus und für viele verschiedene Übungen genau aufgelistet und aufgegliedert. Grundsätzlich gibt es die gleichen Inhalte für alle, von der Bezirksliga bis zur Jugend-Nationalmannschaft, aber eben in unterschiedlicher Progression und Intensität.

Intensität ist ein wichtiges Stichwort. Was macht der DHB künftig, um für mehr Wettkampfhärte bei den Spielerinnen und Spielern im Nachwuchsbereich zu sorgen?

Jochen Beppler: Wir wollen künftig noch häufiger gegen die Besten testen. So kommt es zum Beispiel am 13./14. November in Berlin zu zusätzlichen Testspielen der Jugend-Nationalmannschaft gegen Spanien. Die Juniorinnen werden zu Testspielen nach Ungarn reisen, im Gegenzug werden wir beim internationalen Jugendturnier in Lübeck auch ein Turnier für weibliche Nationalmannschaften anbieten. Wir haben die Turniere im Sommer dazu genutzt, unsere Kontakte nach Ungarn und Dänemark zu intensivieren. Vor allem in solchen Spielen werden unsere Entwicklungspotenziale aufgezeigt, wir vergleichen uns mit starken Gegnern und wir können zudem von anderen lernen. Aber gerade im männlichen Bereich sind zusätzliche Maßnahmen gar nicht so einfach mit den unterschiedlichen Spielplänen in Einklang zu bringen.

In diesem Sommer wechselten zwei DHB-Nachwuchs-Nationalspieler, Jannek Klein und Juri Knorr, zum FC Barcelona. Wie stehen Sie zu solchen Wechseln ins Ausland?

Jochen Beppler: Es ist etwas Besonderes, das hatten wir in Deutschland noch nicht so oft. Auch wenn Barcelona natürlich weiter weg ist, werden wir eine enge Verbindung zu beiden und ihren Trainer halten. Wolfgang Sommerfeld wird noch in diesem Jahr nach Barcelona reisen, um sie zu treffen und zu beobachten. Für die Spieler ist ein solcher Wechsel natürlich eine unglaublich wichtige Erfahrung, die sie über den Handball hinaus weiterbringen wird. Ein solcher Schritt beweist ja auch, dass beide den Weg in den Leistungssport eingeschlagen haben. Das Beispiel zeigt zudem, dass im Handball immer mehr international gescoutet und rekrutiert wird.

International geht es auch beim IHF/DHB-Trainersymposium zu, dass im Vorfeld der Männer-WM in München stattfindet. Was ist das Ziel dieser Veranstaltung?

Jochen Beppler: Das Motto „developing great handball players all over the world“ hat sowohl den Fokus, Spieler weiterzuentwickeln, aber eben auch einen übergreifenden, weltweiten Ansatz. Uns liegen beispielsweise schon sehr viele Anmeldungen von Trainer aus Asien vor. Es geht darum, einen Beitrag zu leisten, Handball zu einem global erfolgreichen Sport zu entwickeln und dazu muss man eben überall Spieler erfolgreich ausbilden. Als Referenten haben wir unter anderem Xavi Pascual vom FC Barcelona oder Dagur Sigurdsson gewinnen können. Wir werden zudem den deutschen und den dänischen Weg der Nachwuchsförderung aufzeigen. Für uns als DHB geht es natürlich auch darum, uns in der internationalen Handballfamilie zu positionieren und für unsere Sportart auch in diesem Bereich Verantwortung zu übernehmen

Anzeige
Banner HANDBALL - Es lebe der Sport
Banner DHB-Rahmentrainingskonzeption
Hanniball