Bereit für die nächste Schlacht: Fabian Wiederstein und die HSG Konstanz stellen sich bei den Rhein-Neckar Löwen auf einen heißen Tanz ein. - Foto: Michael Elser

03.11.2018 · 3. Liga, Männer 3. Liga, Staffel Süd · Von: pm verein

Nur ein Tag Pause: Tabellenführer HSG Konstanz bei den Rhein-Neckar Löwen im Einsatz

Im Moment reitet die HSG Konstanz auf einer Erfolgswelle. Einer, die seit sieben Wochen anhält und die HSG nach der bitteren Heimniederlage gegen Pfullingen mit sieben Erfolgen hintereinander – zumindest vorübergehend – mit 18:4 Punkten auf Platz eins gespült hat. Genießen können die Konstanzer die schöne Momentaufnahme jedoch nicht. Nach nur einem Tag Ruhepause sind sie am Samstag, 20 Uhr, bei den Rhein-Neckar Löwen II in einem ganz schweren Auswärtsspiel schon wieder gefordert – zum dritten Mal innerhalb von acht Tagen.

Da hieß es auch direkt nach dem hart erkämpften 26:24-Sieg gegen Baden-Baden sofort Kräfte sammeln für die nächste Aufgabe. Denn trotz Übernahme der Spitzenposition in der 3. Liga Süd fiel der Jubel im Vergleich zum Sieg gegen Dansenberg eher verhalten aus. Erleichterung war das vorherrschende Gefühl bei der HSG. „Eine schöne Momentaufnahme“, erklärt Fabian Wiederstein zu Platz eins, wobei ihm ein Lächeln über das Gesicht huscht. „Aber vor allem ist es Bestätigung dafür, dass nicht alles verkehrt ist, was wir machen.“ Und: Das gebe Selbstvertrauen meint der Kreisläufer, der sich seit Wochen in Topform befindet. Auch gegen Baden-Baden war er kaum zu kontrollieren. Wiederstein: „Es ist wichtig, dass wir dominant auftreten. Im Großen und Ganzen können wir mit den letzten Wochen zufrieden sein.“ Die damit angesprochene Ausnahme: Weite Teile des Spiels gegen starke Gäste aus Baden-Baden. Doch auch dies weiß der 23-Jährige entsprechend einzuordnen. Mit den fast schon traditionellen Problemen der HSG gegen offensive Deckungsformationen habe man sich etwas aus dem Konzept bringen lassen.

Doch die taktischen Kniffe von Cheftrainer Daniel Eblen erwiesen sich als Volltreffer. Mit dem siebten Feldspieler zwang er Baden-Baden wieder zurück in die 6:0-Deckung und mit der eigenen 5:1-Abwehr nahm er dem gefährlichen Rückraum der Gäste den Raum, den diese zuvor für viele einfache Tore genutzt hatten. „Das ist alles aufgegangen“, freue sich Wiederstein und lobte Torwart Maximilian Wolf als „Faktor und wichtigen Impuls.“ Mit diesen Bausteinen war dann auch Sieg Nummer sieben mit einem Zwischenspurt zum 26:22 gesichert. Direkt danach begann die Vorbereitung auf die Junglöwen, die vor der Niederlage in Pforzheim ebenfalls eine Siegesserie mit 7:1 Punkten hingelegt hatten.

Von der Eistonne nach dem Spiel über ausreichende Zufuhr von Elektrolyten bis gesunder Ernährung und eines guten Schlafs wurde alles getan, um die Spieler auf einen heißen Tanz beim Nachwuchs des zweifachen Deutschen Meisters bestmöglich vorzubereiten. Am Freitag stand noch einmal ein Regenerationsprogramm und die Videovorbereitung auf die Löwen im Fokus. „Wir sind eine junge Mannschaft“, sagt Wiederstein. „Da mache ich mir keine Sorgen. Aber vor dem Gegner habe ich großen Respekt.“ Auch Trainer Daniel Eblen hat beim Videostudium gestaunt, angesichts der vielen hochtalentierten Akteure, die, alle großgewachsen mit Gardemaß, zu einem großen Teil sicher bald in der ersten oder 2. Bundesliga aktiv sein werden, so seine Einschätzung.

Mit schnellem Spiel, viel Zug zum Tor und sehr individuell geprägtem Stil erwartet die HSG Konstanz eine ganz andere Aufgabe als zuletzt gegen Baden-Baden. Ob dabei der erkältete Top-Torjäger Paul Kaletsch, Linkshänder Joschua Braun (Schulterverletzung) und der gegen Baden-Baden angeschlagene Samuel Löffler wieder mitwirken können, entscheidet sich erst kurzfristig am Spieltag. Ausreden lässt Daniel Eblen ohnehin nicht zu. Er nimmt seine Spieler in die Pflicht: „Die Regenerationszeit ist zwar kurz. Aber wir haben nächstes Wochenende spielfrei. Keiner muss sich etwas aufsparen, jeder kann alles raushauen, was drin ist. Und dann sehen wir, wie wir den riesigen Brocken vor uns bewegt bekommen.“ Die Nachlässigkeiten gegen Baden-Baden sieht er als Warnschuss, den jeder gehört haben sollte. Schließlich soll die Tabellenführung nicht nur eine ganz kurze Momentaufnahme bleiben. In der folgenden Spielpause bliebe sogar etwas Zeit, das Tabellenbild zu genießen.

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