06.11.2018 · 3. Liga, Männer 3. Liga, Staffel Ost · Von: pm verein

Eine irre Aufholjagd - 31:31 gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen

Als Dominic Seganfreddo fünf Sekunden vor Spielende zum Siebenmeterstrich lief, bahnte sich das unfassbare Ende eines hochspannenden Handball-Thrillers an. Der Rechtsaußen behielt die Nerven, versenkte den Ball und krönte die historische Aufholjagd der SG Leutershausen mit einem Punktgewinn. Es war das Tor zum 31:31, zur Halbzeit lagen die Roten Teufel noch mit 7:17 (!) gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen im Hintertreffen. Das Unmögliche wurde im Derby wieder einmal möglich gemacht.

„Nach einem Zehn-Tore-Rückstand so eine Aufholjagd zu starten, das habe selbst ich noch nicht erlebt“, pustete Frank Schmitt, Cheftrainer der SGL nach Spielende durch, „das war schon ein besonderes Spiel, wir haben zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen - am Ende müssen wir mit diesem Punkt mehr als zufrieden sein.“

Denn seine Mannschaft setzte in der Anfangsphase nichts davon um, was man sich vorgenommen hatte und wofür man eigentlich in Heimspielen bekannt ist. Im Angriff bekam man keinen Zugriff und wenn die Mannschaft von Frank Schmitt mal den Durchbruch schaffte, war ein Spieler in einem blauen Trikot zur Stelle. Marius Gabel, Torhüter der Schwetzinger, drückte nicht nur zu Beginn der Partie seinen Stempel auf, er entschärfte zahlreiche freie Würfe der Roten Teufel und war der Grund, warum die HG in Führung ging und es schaffte, diese immer weiter auszubauen. Leutershausen war in den ersten 30 Minuten in allen Bereichen unterlegen, was zur Folge hatte, dass Schwetzingen mit einem 17:7-Vorsprung in die Pause ging - in der Heinrich-Beck-Halle rieben sich einige Zuschauer verwundert die Augen.

Denn auch ihnen war bewusst, dass die Roten Teufel noch ungeschlagen waren und man sich eigentlich auch im Derby das Ziel gesetzt hatte, dass dies auch so bleibt. Dementsprechend kam man auch aus der Kabine. „Wir haben einfach zu viel verworfen, der Rückstand war schon heftig“, zeigte sich Spielmacher Philipp Jaeger selbstkritisch. Normalerweise, sagte Jaeger, habe diese Mannschaft großes Herz - das habe man in der ersten Halbzeit komplett vermissen lassen. Aus der Kabine kam man aber motiviert und zeigte sich wie ausgewechselt. „Wir haben heute zwei verschiedene Halbzeiten gesehen“, wusste auch Holger Löhr, der ehemalige Leutershausener, der nun für Schwetzingen an der Seitenlinie steht, „wir konnten das Niveau nicht halten, wir haben dann zu viele Fehler gemacht.“

Und Leutershausen merkte das und wusste dies für sich zu nutzen. Schnell spielten die Rot-Weißen nach vorne, übten Druck auf die Schwetzinger aus und schafften es, den Rückstand Minute für Minute zu verkürzen. Angeführt von den Jaeger-Brüdern stand es 20 Minuten vor Spielende nur noch 18:22 - man hatte das Gefühl, das Spiel könnte noch kippen. Haarsträubende individuelle Fehler führten aber wieder dazu, dass Leutershausen sich das Leben selbst schwer machte. Es war ein Handballspiel, das alle Facetten zu bieten hatte.

Als dann drei Minuten vor Spielende der Schwetzinger Vorsprung doch noch auf drei Tore schmolz und zudem der starke Rückraumschütze Daniel Hideg seine dritte Zeitstrafe sah, merkte man, dass vielleicht doch noch das Wunder möglich sei. Plötzlich war die Stimmung in der Halle wieder präsent und Hendrik Wagner drehte in der Schlussphase noch einmal auf. 30 Sekunden vor Schluss hatte die HG noch die Chance auf den Sieg, verlor aber den Ball. Leutershausen wollte den letzten Angriff starten, der lange Ball von Philipp Bernhardt konnte aber nur durch ein Foul gestoppt werden. Mit der Schlusssirene gab es noch einmal einen Siebenmeter. Die letzte Aktion des Spiels - der Rest ist bekannt.

Leutershausen: Heckmann, Döding, Gärtner - Jaeger F. 3, Ruß 7/1, Bernhardt 2, Rolka 1, Stippel, Jaeger P. 4, Cirac, Schwechheimer, Gasser, Wagner 3, Seganfreddo 7, Mantek 3, Pauli 1.

Schwetzingen: Herb, Gabel - Barthemeß 10/5, Messerschmidt 1, Förch 2, Zipf, Jungmann 2, Suschlik 3, Demel 1, Mehl, Polifka 2, Hideg 8, Krepper, Kubitschek 2.

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