Martina Haas, Vorstand Mitglieder des DHB, und Stefan Hüdepohl, Präsident des Handball-Verbandes Niedersachsen. - Foto: Schlotmann

23.11.2018 · Landesverbände, HV Niedersachsen · Von: oti

Niedersachsen: DHB-Vorstand Martina Haas spricht vor EP über Mitgliederentwicklung

Die Mitglieder des Erweiterten Präsidiums des Handball-Verbandes Niedersachsen (EP) widmeten den Freitag ihrer Herbsttagung in Walsrode der Mitgliederentwicklung. Gastreferentin war Martina Haas. Haas, im Vorstand des Deutschen Handballbundes für den Themenbereich Mitgliederentwicklung zuständig, jonglierte mit Zahlen, leitete daraus mögliche Handlungsfelder ab. Sarah Borchers, Referentin für Mitgliedergewinnung des HVN, flankierte die Ausführungen der DHB-Mitarbeiterin.

„Vor vier Jahren hat man noch gesagt, wir schrumpfen in Deutschland“, erläuterte Haas mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung. „Das ist heute nicht mehr so.“ Die Migration habe nicht nur zu einer Stabilisierung, sondern zu einem leichten Zuwachs der Zahlen geführt. „Das bedeutet: Wir können uns bei einem möglichen Mitgliederrückgang nicht auf die Bevölkerungsentwicklung berufen.“ Zu denken gebe die Altersstruktur der Aktiven im Handball: Das Gros bewege sich etwa in Niedersachsen im Alter von um die 35 Jahren. „Der Bereich der jungen Leute wird immer weniger. Es wird eine wichtige Aufgabe sein, diese für den Handball zu gewinnen.“

Mitgliederentwicklung habe mehrere Gesichter. Neben der Mitgliedergewinnung auch die Mitgliederbindung: „Die Bindung ist ein wichtiges Element“, sagte die DHB-Mitarbeiterin. Man brauche weniger Energie und Aufwand, jemanden zu halten, als jemanden neu zu gewinnen. Das Sinken der Mitgliederzahlen, etwa speziell im C- oder auch im B-Jugend-Bereich, gelte es zu stoppen. „Wir müssen uns überlegen, wie wir die, die keine Lust mehr auf den klassischen Wettkampfsport haben, als Mitglieder an die Vereine binden.“

Die Referentin ging in Walsrode auf Themenbereiche wie Engagementkultur und Qualifizierung ein. „Das Wichtigste, das wir haben, sind die Personen, die in den Vereinen arbeiten.“ Ohne Trainer, ohne Schiedsrichter und ohne Verantwortliche in den Vereinsführungen seien allen Bemühungen der Mitgliederbindung und Mitgliedergewinnung vergebens. „Wir müssen Menschen finden, die bereit sind, unsere Projekte auszufüllen.“

Martina Haas warb in Walsrode mit Blick auf Kampagnen und Projekte für die Bildung von Netzwerken. Auch landesverbandsübergreifend: „Letztendlich ist es egal, welches Logo auf dem Flyer steht. Hauptsache, die Dinger gehen raus.“

Kampagnen wie die zur Förderung von Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen seien wichtig: „Weil wir in der Schule jedes Kind erreichen. Wir müssen die Vereine begeistern, in die Schulen zu gehen.“ Genauso wichtig sei die Lehrerausbildung: „Wenn wir Lehrer für uns und unseren Sport gewinnen, dann sind wir schon ein großes Stück weiter.“

Martina Haas fordert Angebote für Quereinsteiger, sieht Potential, noch mehr Frauen für den Handballsport zu gewinnen. Sie lenkte die Blicke des Plenums auf zugewanderte Mitbürger: 6,2 Prozent aller Mitglieder in den deutschen Sportvereinen hätten einen Migrationshintergrund. „Überwiegend in speziellen Sportarten.“ Exemplarisch nannte Haas Fußball und Kampfsport. „Wer nicht dem Handball nahe ist, kommt nicht zu unserem Sport.“ Aktuell hätten 30 Prozent aller Jugendlichen einen Migrationshintergrund: „Wenn wir da keinen Zugang finden, verlieren wir sie.“

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