Tief Luft holen für Saarlouis: Paul Kaletsch und die HSG Konstanz möchten mit dem zwölften Sieg in Serie positive Erinnerungen an die HG schaffen. - Foto: Pisa

07.12.2018 · 3. Liga, Männer 3. Liga, Staffel Süd · Von: pm verein

Letztes Hinrundenspiel - HSG Konstanz empfängt Zweitliga-Absteiger Saarlouis

Die Drittliga-Herbstmeisterschaft hat sich die HSG Konstanz mit elf Siegen hintereinander bereits frühzeitig gesichert, am Sonntag, 17 Uhr, geht in der Schänzle-Sporthalle jedoch erst das letzte Spiel der Hinrunde über die Bühne. Zu Gast ist Zweitliga-Mitabsteiger HG Saarlouis.

Nein, gute Erinnerungen sind es nicht, die Daniel Eblen an Saarlouis hat. Auswärts setzte es in den vergangenen beiden Zweitliga-Spielzeiten zweimal eine Neun-Tore-Niederlage, daheim einmal eine mit sieben Toren Differenz. Das letzte Aufeinandertreffen jedoch ging mit einer wahnsinnigen Energieleistung nach der Pause 24:22 an Konstanz. Ein gutes Omen also? Der Bann gebrochen? Der Cheftrainer der HSG Konstanz ist vorsichtig. „Allzu viele gute Erinnerungen verbinden wir nicht mit Saarlouis“, sagt er. Und: „So wirklich gut haben wir noch nie gegen die HG ausgesehen.“ Auch nicht beim letzten, siegreichen Aufeinandertreffen, als die HSG Konstanz nach ersten ganz schwachen 30 Minuten schon wie der sichere Verlierer aussah.

Seitdem hat sich viel verändert. Vor allem beim Zweitliga-Mitabsteiger aus dem Saarland. Neun Jahre lang spielte die HG Saarlouis zuletzt ununterbrochen in der 2. Bundesliga, nun wurden beide Teams zur großen Überraschung vieler in eine Drittliga-Staffel eingruppiert. Wie üblich nach einem Abstieg gab es danach auch bei der HG einen größeren personellen Umbruch. Zehn Spieler gingen, acht kamen hinzu. Darunter internationale Verstärkungen wie der französische Shooter Quentin Abadie, der mit 70 Treffern aktuell bester HG-Werfer ist und der Kroate Josip Grbavac. Zuletzt war dieser bosnischer Meister, spielte zudem in der SEHA-Liga, einer Art Champions League für osteuropäische Clubs – gegen Teams wie den mazedonischen Königsklassen-Sieger 2017, Vardar Skopje, oder KC Veszprém aus Ungarn. Dazu kam in Ivan Kucharik ein früherer slowakischer Nationalspieler, Neuzugang Toms Lielais ist aktueller lettischer Nationalspieler und stieß über die SG Flensburg-Handewitt und den damaligen Zweitligisten ThSV Eisenach nach Saarlouis.

„Das ist jetzt eine andere Mannschaft“, weiß er, allerdings „ist die Spielweise sehr ähnlich.“ Spielertrainer Philipp Kessler, der mitten in der letzten Saison nach der Entlassung von Jörg Bohrmann übernommen hatte, hilft immer wieder auch auf dem Spielfeld aus und hat nach Anfangsschwierigkeiten wieder ein gutes Kollektiv geformt, das sich zuletzt jedoch dreimal geschlagen geben musste. Auch, weil die Mannschaft aus der 35000-Einwohner-Stadt einige Ausfälle zu beklagen hatte. Zuvor ritt die HG auf einer kleinen Euphoriewelle und dem neu beschworenen „HG-Spirit“, der fünf ungeschlagene Spiele in Folge bescherte. In fast all diesen fünf Begegnungen war es die HG Saarlouis, die in der letzten Viertelstunde einen schier aussichtslosen Rückstand mit großem Kämpferherz, ganz viel Emotionen und ein wenig Glück wie beim Last-Second-Sieg in Zweibrücken oder dem Last-Second-Remis in Dansenberg umbog oder zumindest egalisierte.

Für Daniel Eblen ist dies vor allem der sehr aggressiven und beweglichen Abwehr geschuldet, gepaart mit einer sehr guten ersten Welle. Umso glücklicher ist er, dass sich bis auf die beiden Verletzten Fabian Maier-Hasselmann und Benjamin Schweda nach einer intensiven Trainingswoche alle Akteure fit gemeldet haben. „Die Jungs haben auch diese Woche gut mitgezogen“, freut sich der 44-Jährige über hohe Konzentration und Engagement vor der nächsten schwierigen Hürde gegen einen sehr emotionalen und kampfstark auftretenden Gegner, der in Konstanz wieder zahlreiche genesene Spieler aufbieten kann. „Saarlouis kann Handball spielen“, hebt Eblen hervor und möchte den Gegner nicht nur auf seine Emotionen, die vor allem Anführer Peter Walz in das Spiel bringt, reduziert wissen.

Wichtig könnte dabei der in den letzten Monaten durchlaufene Lernprozess der jungen Konstanzer Mannschaft werden, die für den Verantwortlichen nun „bewusster“ in den entscheidenden Situationen und vor allem der Schlussphase enger Spiele auftritt. Um das schnelle Gegenstoßspiel der HG Saarlouis zu unterbinden und dafür erst gar keine Grundlage zu bieten, ist nicht nur Ruhe im Angriff nötig, auch die eigene Deckung – aktuell die beste der Liga – soll den Druck auf Saarlouis erhöhen. „In der Abwehr kommt es nicht unwesentlich auf die Emotionen an“, erklärt Eblen. „Dabei hilft es ungemein, wenn man eine funktionierende Einheit ist. Damit fällt vieles einfacher. Ein bis zwei Schritte mehr machen einen großen Unterschied.“ Vielleicht auch gegen die HG Saarlouis. Der zwölfte Sieg in Serie wäre dann eine Bestmarke, die sich tief in die Konstanzer Gedächtnisse brennen dürfte. Gute Erinnerungen für Daniel Eblen. Auch beim Stichwort Saarlouis.

Vor dem Drittligaspiel bestreiten am großen HSG-Heimspieltag bereits um 12.45 Uhr die A-Jugend in der Bundesliga und um 14.30 Uhr die U23 in der Oberliga ihre Heimspiele gegen Schutterwald beziehungsweise Bittenfeld.

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