"Wir haben noch Chancen, wir schielen definitiv noch nach oben“, sagt Linksaußen Ina Großmann. - Foto: Marco Wolf/DHB

08.12.2018 · Slider, Home, Nationalteams · Von: BP

„Wir schielen nach oben“ - die DHB-Frauen vor der Partie gegen Ungarn

Die ersten Hauptrundenpunkte bei der EM in Frankreich sind nach dem 29:23 gegen Spanien eingetütet, nun wartet am Sonntag (15 Uhr, live auf www.sportdeutschland.tv) Ungarn als nächster Prüfstein auf die deutschen Handballerinnen. Mit 4:2 Punkten liegt die DHB-Auswahl aktuell zwei Zähler hinter dem Spitzenduo aus Rumänien und den Niederlanden (beide 4:0), die erst am Sonntag in die Hauptrunde einsteigen. Die Ungarinnen hatten am Freitagabend ihr erstes Spiel in Nancy mit 25:38 gegen Norwegen verloren und liegen mit 2:4 Zählern (punktgleich mit Norwegen) hinter dem Team von Bundestrainer Henk Groener.

Somit ist die Ausgangslage klar: Gewinnt die deutsche Mannschaft auch ihr zweites Hauptrundenspiel, hat man das Ticket zum Finalwochenende nach Paris bereits gebucht, man würde mindestens um die Plätze 5/6 spielen, denn dann können weder Norwegen noch Ungarn noch an der deutschen Mannschaft vorbeiziehen. Im Optimalfall würde am Mittwoch (21 Uhr) sogar ein echtes „Endspiel“ gegen die Niederlage um den Halbfinaleinzug warten.

„Gegen Ungarn ist mit Sicherheit auch noch etwas möglich, dann schauen wir einmal, was dann noch drin ist. Wir haben noch Chancen, wir schielen definitiv noch nach oben“, sagte Linksaußen Ina Großmann nach dem 29:23 gegen Spanien. „Wir wollen ohne Druck an diese Aufgabe herangehen, denn mit Spaß und Lockerheit haben wir immer unsere besten Spiele gezeigt“, sagt Emily Bölk: „Ich hoffe, das können wir uns so bewahren. Und dass wir in der Abwehr genauso weiterspielen wie in der ersten Halbzeit gegen Spanien.“

Auch Bundestrainer Henk Groener hofft auf eine Fortsetzung dieser Lockerheit: „Gegen Ungarn können wir genauso befreit aufspielen wie gegen Spanien. Wir wollen weiter die Abwehr so formieren wie gegen Spanien, und mit einer aggressiven Deckung und Tempospiel auf Sieg spielen. Ungarn kann ebenfalls sehr schnell spielen, ist stark in 1-gegen-1-Situationen.“

Der nächste Gegner hat am Freitagabend „eine echte Lektion kassiert“, wie Ungarns dänischer Trainer Kim Rasmussen nach der deutlichen Niederlage gegen Norwegen sagte: „Aber gegen Deutschland haben wir unsere Chance, wir müssen das Norwegenspiel abhaken.“

Vor fünf Jahren, bei der WM 2013 in Serbien, gab es das letzte Aufeinandertreffen mit den Ungarinnen, und einen 27:26-Erfolg für die deutsche Mannschaft. Die Gesamtbilanz ist ausgeglichen mit je sechs Siegen für beide Seiten und einem Remis. In den Qualifikationen für die WM 2011 (zwei Siege für Deutschland) und die EM 2012 (Sieg und Niederlage) traf man jeweils doppelt aufeinander.

In der EM-Geschichte war Ungarn 2000 der erste Europameister, der nicht Norwegen oder Dänemark hieß. 2003 wurde man WM-Zweiter, 2000 Olympiazweiter, die letzte Medaille gab es 2012 als EM-Dritter von Serbien. Rasmussen, der unter anderem Bukarest zum Sensationssieg in der Champions League 2016 und zudem Polen in zwei WM-Halbfinals geführt hatte, ist seit 2016 ungarischer Trainer. In der EM-Vorrundengruppe C in Montbelliard verloren die Ungarinnen nur gegen die Niederlande (25:28). Gegen Kroatien (24:18) und Spanien (32:26) gab es deutliche Siege. Beste Werferin ist aktuell Anna Kovacs mit 17 Treffern, starke Auftritte hatte auch Torfrau Blanka Biro, eine von sechs Spielerinnen des Champions-League-Teilnehmers FTC Budapest. Vom aktuellen CL-Gewinner Györ ist nur die zweite Torfrau Eva Kiss nominiert.

Anzeige
Banner HANDBALL - Es lebe der Sport
Banner DHB-Rahmentrainingskonzeption
Hanniball