Susann Thieme (rechts) mit den Mitarbeitern der Volunteer-Betreuung am WM-Spielort Leipzig: Michael Müller, Loretta Theis, Chris Ausburg und Anja Zeun (von links). - Foto: Schlotmann

12.12.2017 · Engagement, Home, WM 2017 Frauen · Von: oti

160 Volunteers am WM-Spielort Leipzig – „Auf jeden freiwilligen Helfer ist 100 Prozent Verlass“

Dass auch Susann Thieme am späten Dienstagabend, wenn der letzte Besucher die Arena Leipzig verlässt, die eine oder andere Träne verlieren wird, schließt die 45-Jährige nicht aus. Für gut zwei Wochen hatte die selbstständige Leipzigerin den heimischen Schreibtisch gegen den im Vestibül der Arena getauscht. Ab Mittwoch, wenn Mannschaften und Begleiter über Magdeburg zur Endrunde nach Hamburg weiterziehen, ist die Frauen-Handball-Weltmeisterschaft 2017 am Spielort Leipzig Geschichte. 160 Volunteers im Alter von 18 bis 83 Jahren sorgten in Leipzig seit dem 1. Dezember während der Vorrunde und bis zu den Viertelfinalspielen am Dienstagabend mit für einen reibungslosen Ablauf. „Vom Studenten bis zum Rentner, vom Flugbegleiter bis zum Maurer“, sagt Thieme.

Die 45-Jährige kennt sich aus in der Betreuung freiwilliger Helfer, verweist auf Erfahrungen aus der Hockey-EM 2012 in Deutschland, auch auf welche aus der Hockey-WM 2015 in der Arena Leipzig. Als „unikumarketing“ als lokaler Gastgeber der WM-Spiele an die Tür der 45-Jährige klopfte und um Unterstützung in der Organisation der Volunteer-Einsätze bat, musste sie nicht lange überlegen. „Ich habe mich auf die Aufgabe gefreut.“

Seit Mai dieses Jahres stand sie im ständigen Austausch mit den Mitarbeitern des Deutschen Handballbundes, die zentral die Akquise der Volunteers für die Frauen-WM übernommen hatten. „Im Mai haben wir dann die ersten Dateien mit Namen, Kontaktdaten und möglichen Einsatzgebieten bekommen.“

Volunteers sind während der Frauen-WM unter anderem als Wischer am und auf dem Spielfeld im Einsatz, als Helfer im Akkreditierungszentrum oder im Medienbereich, betreuen die Zuschauer oder moderieren die Pressekonferenzen. Nein, favorisierte Einsatzgebiete habe die 45-Jährige nicht ausgemacht, sagt sie. „Sicher, es gibt beliebte und weniger beliebte Einsatzbereiche.“ In der Summe hätten sich Angebot und Nachfrage die Waage gehalten. „Und wenn wir meinten, nachsteuern zu müssen, haben wir unsere Netzwerke bemüht.“

Nicht verzichten wollte Susann Thieme etwa auf das Engagement der fünf Gymnastikdamen des ATV Leipzig. Sie betreuten am Spielort Leipzig wie schon bei diversen Hockey-Veranstaltungen das Catering für die Volunteers. „Da muss man gar nicht nach gucken. Das läuft einfach“, sagt Thieme.

Die Stimmung unter den freiwilligen Helfern sei familiär, kameradschaftlich, hilfsbereit, „ja zum Teil sogar enthusiastisch. Nicht wenige sind traurig, dass es jetzt bald vorbei ist. Wir sind halt zu einer echten Familie zusammengewachsen.“

Dass man dabei Susann Thieme die Rolle der „Volunteer-Mama“ zubilligt, ehrt und rührt sie zugleich. Eine Bezeichnung, die sie als Kompliment auffasst und gerne an die 160 freiwilligen Helferinnen und Helfer am Standort Leipzig zurückgibt. „Jeder hat hier 100 Prozent gegeben – und auf jeden war 100 Prozent Verlass.“

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