Ziele

Handball in der Schule – warum und wie?

Der regelgerechte Zweikampf um den Ball ist ein Kernelement aller Sportspiele.
Der regelgerechte Zweikampf um den Ball ist ein Kernelement aller Sportspiele (zum Vergrößern Bild anklicken).

Wer Handball in der Schule unterrichtet, kann teilweise auf die Grundsätze zurückgreifen, die der Deutsche Handballbund (DHB) schon seit vielen Jahren in seinem Bereich erfolgreich propagiert und mit denen er die engen Grenzen seiner Sportart gewinnbringend überschritten hat. Das vielfältige Spielen mit Hand und Ball und die motorische Vielseitigkeit sind zwei dieser wichtigen Grundsätze. Mit ihnen soll z. B. eine zu frühe Spezialisierung verhindert werden. Vielmehr kommt es darauf an, einen Sportspieler-Typ (einen Allrounder) zu fördern, der seinen Weg im Handball macht, aber möglicherweise auch an anderen Sportarten Gefallen findet und somit dem Sport insgesamt auf lange Sicht nicht verloren geht. Diese beiden Grundsätze des variantenreichen Ballspielens und der differenzierten motorischen Förderung müssen erst recht bei einer sinnvollen Vermittlung des Handballspiels in der Schule Anwendung finden.

Spielen mit Hand und Ball

Das Spielen mit Hand und Ball für alle Schüler bildet den Kern der Spielvermittlung insgesamt. Dieser Leitsatz stellt gleichsam die fundamentale Idee des Handballspiels dar und eröffnet eine Vielfalt von Spielanlässen, auch und gerade fernab des normierten „großen“ Handballspiels. Spielen mit Hand und Ball – diese Formulierung muss man wörtlich nehmen und das heißt dann im umfassenden Sinn: Es wird ständig mit Hand und Ball gespielt. Dabei bedient man sich unterschiedlicher Bälle und verschiedener „Ballmaterialien“ (z. B. Reissäckchen und Softbälle), die vorzugsweise mit den Händen geworfen und gefangen werden sollen. Mehr noch: Darin eingeschlossen sind natürlich solche Spielsituationen, bei denen ein festes (oder manchmal sogar ein bewegliches!) Ziel getroffen werden muss. Tore bzw. Treffer sind schließlich die dramatischen Höhepunkte von Spielhandlungen beim Handballspiel. Davon lebt das Spiel der „Großen“ genauso wie das Spielen mit Hand und Ball bei den „Kleinen“. Wer als Sportlehrkraft den Grundsatz „Spielen mit Hand und Ball“ für die Gestaltung seines Unterrichts zugrunde legt, schafft die besten Voraussetzungen für einen attraktiven und abwechselungsreichen (Handball-) Unterricht, der möglichst viele Schüler ansprechen und mitreißen soll. Auch darin sieht sich der DHB verpflichtet: Alle Schüler sollen im Schulsport vielfältig mit Hand und Ball spielen (lernen) können.


Spielen mit Hand und Ball will ...

... koordinative Grundlagen verbessern

Schulung der Reaktions- und Antizipationsfähigkeit (z. B. richtiges ­„Lesen“ von Spielsituationen), Wahrnehmungs-, Orientierungs- und Anpassungsfähigkeit (z. B. Wahrnehmung von Ball, Mit- und Gegenspielern) sowie der Differenzierungsfähigkeit (z. B. Pässe über unterschiedliche Distanzen).

... konditionelle Grundlagen verbessern

Verbesserung z. B. der Aktionsschnelligkeit von Teil- und Ganzkörper­bewegungen, der Antrittsschnelligkeit sowie der Sprung- und Wurfkraft.

... technische Grundfertigkeiten vermitteln

Schulung von Balltechniken (wie Prellen, Werfen und Fangen), die über das Handballspiel hinausgehend Grundlage vielfältiger Spielformen sind.

... Grundlagen der allgemeinen Spielfähigkeit entwickeln

Entwicklung z. B. der Wahrnehmung im Breiten- und Tiefenraum, des situationsgerechten Handelns in Abhängigkeit vom Verhalten der Mit- und Gegenspieler, der situationsgerechten Anwendung gelernter Techniken.

... pädagogische Perspektiven berücksichtigen und Sozial­kompetenz steigern

Vielfältige Bewegungserfahrungen vermitteln; Mit- und Gegenspieler lernen zu akzeptieren; kooperieren, wettkämpfen, sich verständigen und lernen, Regeln zu akzeptieren; sich in Mannschaften integrieren; lernen zu gewinnen und zu verlieren, das Leisten erfahren, verstehen, einschätzen.

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