Julius Kühn - Foto: Sascha Klahn

09.01.2017 · Nationalteams, Männer Nationalteam, Slider, Home · Von: BP

„Ab jetzt nur noch auf Ungarn vorbereiten“ – die Stimmen zum Sieg über Österreich

Vier Tage vor dem WM-Start im französischen Rouen gegen Ungarn haben die Bad Boys mit dem 33:16 gegen Österreich am Montagabend in Kassel mächtig Selbstvertrauen getankt. Dennoch heben Bundestrainer Dagur Sigurdsson und seine Mannschaft nicht ab – die Stimmen zum Spiel:

Bundestrainer Dagur Sigurdsson: Man sollte das Spiel nicht überbewerten. In den ersten 15 Minuten war Österreich stärker, dann haben wir sie über die Breite des Kaders und mit vielen Emotionen überrannt. Aber das wird nicht reichen gegen eine Mannschaft wie Ungarn, die körperlich viel stärker ist und mehr Erfahrung hat. Es war ein schönes Spiel heute von uns. Wir müssen uns aber sehr gut auf Ungarn vorbereiten, gerade taktisch.

Wir haben nicht viel zu verbessern, aber wir müssen die richtige Einstellung und die richtige Taktik finden, die Chancen gegen Ungarn sind weiterhin 40:60, dabei bleibe ich. Von der Papierform sind wir, Ungarn und Kroatien die stärksten Mannschaften in unserer Gruppe. Aber auch Weißrussland hat zum Beispiel gegen Island gewonnen und kann alle drei Teams schlagen. Chile dürfen wir ebenfalls nicht unterschätzen, schließlich hatten wir uns gegen Brasilien und Argentinien schwer getan. Wir haben eine schwierige Gruppe, da müssen wir erst einmal durch, alles andere ist Zukunftsmusik.

Die letzten Tage bis zur Abreise nach Frankreich am Mittwoch verbringen wir mit etwas Training und einer intensiven Vorbereitung auf Ungarn.

Holger Glandorf ist unser Notnagel, aber er war vorher nie bei mir vier. Deswegen war es für den Fall der Fälle wichtig, dass er fünf Tage bei uns mittrainiert hat. Er geht jetzt aber zurück nach Flensburg und wir rechnen nicht mit ihm.

Im ersten WM-Spiel kommt es nicht auf den 16. Spieler an, wir wollen alle Optionen haben, wenn etwas passiert, diesen 16. Spieler können wir auch später nominieren.

Patrick Groetzki: Wir haben gerade in der zweiten Halbzeit sehr stark in der Abwehr gestanden, allerdings ließen die Österreicher ab dem Moment nach, als Nykola Bilyk müde wurde. Mit wenigen Ausnahmen lief es auch im Angriff gut, wir haben viele Tore nach Gegenstößen und aus der zweiten Welle heraus erzielt. Mit diesen beiden deutlichen Testspielsiegen gegen Rumänien und Österreich reist es sich natürlich sehr gut zur WM. Aber man darf sich nicht blenden lassen, in Frankreich fangen wir bei Null an.

Paul Drux: Man heute gemerkt, dass alle Spieler heiß sind, auch wenn das Training in den letzten Tagen sehr intensiv war. Ich denke, wir haben heute ein tolles Spiel hingelegt. Wir gehören in Frankreich zu einem Kreis von sechs Mannschaften, die bei der WM zu den Favoriten zählen. Den Anspruch haben wir nun einfach. Aber wir müssen uns erst einmal auf Ungarn und den Rest der Vorrunde konzentrieren. Wenn wir die Gruppe erfolgreich hinter uns gelassen haben, sehen wir weiter.

Julius Kühn: Es war wichtig, dass wir nach dem Seitenwechsel weiter Druck gemacht haben und nicht so eine zweite Hälfte wie gegen Rumänien gezeigt haben. Unsere Abwehr stand kompakt, unsere Torhüter sind gut drauf und wir haben viele Gegenstoßtreffer erzielt. Wir haben jetzt noch ein paar Tage Zeit zum Arbeiten, dann geht es los. Es war toll, dass sich Holger Glandorf in den Dienst der Mannschaft gestellt hat. Das ist eine Ehre, neben einem solchen Spieler aufzulaufen

Österreichs Trainer Patrekur Johannesson: So eine deutliche Niederlage tut natürlich weh. In den ersten 15 Minuten haben wir gezeigt, was wir können. Wir haben eine junge, neue Mannschaft, die im Vergleich zur WM 2015 in Katar über 1000 Länderspiele absolviert hat. Und wir können vieles aus diesem Spiel lernen. Die Spieler haben den Unterschied gesehen, wenn man körperlich topfit und technisch so stark ist. Nykola Bilyk ist derzeit der einzige Spieler, der das Niveau wie die Deutschen hat. Bis zur EM 2020 sollten wir länger als nur 15 Minuten mithalten können, das ist unser Ziel.

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