Henk Groener ist seit Januar 2018 neuer Bundestrainer Frauen. - Foto: Sascha Klahn

15.02.2018 · Slider, Home, Nationalteams, Frauen Nationalteam · Von: BP

Henk Groeners erste Lehrgangsbilanz: Freude, Einsatz und Leidenschaft bei allen

Die ersten drei gemeinsamen Tage sind erfolgreich über die Bühne gebracht worden: Von Sonntagabend bis Mittwoch absolvierte die Frauen-Nationalmannschaft ihren ersten Lehrgang unter Neu-Bundestrainer Henk Groener in der Sportschule Kamen-Kaiserau. Neben dem Kennernlernen - auch des neuen Trainerteams mit Debbie Kljin und Heike Horstmann - stand schon die Vorbereitung auf die beiden EM-Qualifikationsspiele gegen Spanien am 21. März, 19 Uhr (Karten unter dhb.de/tickets), in der SCHARRena Stuttgart und am 24. März in San Sebastián auf dem Programm.

Im Interview mit dhb.de zeigt sich der Niederländer Groener sehr zufrieden mit den ersten Eindrücken.

Wie fällt die Bilanz Ihres ersten DHB-Lehrgangs aus?

Henk Groener: Ich bin sehr zufrieden, wie alles gelaufen ist. Die Mannschaft hat toll gearbeitet, die Spielerinnen sind sehr offen und sehr neugierig, und es hat allen Beteiligten Spaß gemacht. Die Mannschaft hat mit Freude, Einsatz und Leidenschaft mitgezogen. Ich habe mit allen Spielerinnen intensive Einzelgespräche geführt, zudem hat sich auch das neue Trainerteam mit Heike Horstmann und Debbie Kljin vorgestellt. Wir alle setzen auf Offenheit - und haben die Spielerinnen zum Beispiel gefragt: Was braucht ihr von uns? Wie seht ihr dies und jenes? Ich habe Fortschritte in jeder Trainingseinheit gesehen, das stimmt mich sehr positiv.

Wo lagen die sportlichen Schwerpunkte?

Henk Groener: Neben dem ersten Kennenlernen standen natürlich auch taktische Dinge aus allen Bereichen auf dem Programm. Abwehr, Angriff, Gegenstoß, Überzahl, Unterzahl, Torwart - alles, was dazugehört, aber da haben wir überall nur reingeschnuppert. Die Spielerinnen haben sich aber viele Sachen aufgeschrieben, und wir stehen natürlich immer bereit, wenn es noch Fragen im taktischen Bereich gibt.

Wir haben intensiv an vielen Aufgaben gearbeitet, dabei habe ich natürlich auf das aufgebaut, was sich die Mannschaft vorher schon erarbeitet hatte. Ich arbeite aber anders als mein Vorgänger Michel Biegler, was die Ansprache und auch die Aufgabenstellungen betrifft.

Die Mannschaft ist ja anders aufgestellt nach der Weltmeisterschaft, aber viele Spielerinnen aus diesem ersten Lehrgang waren ja auch schon in der WM-Vorbereitung mit dabei. Und alle gemeinsam wissen wir, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben. Alle müssen sich finden.

Wurde die Heim-WM in diesem Lehrgang final aufgearbeitet?

Henk Groener: Nein, das haben Wolfgang Sommerfeld, der im Übrigen bis Sommer Teammanager bleibt, und ich bei unseren Januar-Besuchen in den Bundesligavereinen abgehakt, als wir mit allen Spielerinnen sowie Trainern und Management der Vereine die WM analysiert hatten. Natürlich waren auch da noch alle enttäuscht und mussten das emotional abarbeiten. Ab sofort geht der Blick aber nur noch voraus.

Sie haben Heike Horstmann und Debbie Kljin angesprochen - wie funktioniert das neue Trainerteam?

Henk Groener: Mit Debbie habe ich ja schon vorher in den Niederlanden zusammengearbeitet, wir sind sehr eingespielt. Auch die Torhüter waren in ihren Rückmeldungen mit Debbies Einheiten sehr zufrieden. Heike hat schon viele Aufgaben im Training übernommen, das klappt auch sehr gut. Aber auch die Zusammenarbeit mit der medizinischen Abteilung - Ärztin und Physiotherapeuten - ist super gestartet. Daher bin ich auch in dieser Beziehung rundum zufrieden.

Ende März stehen Ihre ersten beiden Spiele als Bundestrainer an, wenn es in der EM-Qualifikation gegen Spanien geht. Sind das gleich schon Wegweiser für die Zukunft?

Henk Groener: Ich bin gerade mit Blick auf diese Spiele froh, dass wir jetzt den zusätzlichen Lehrgang in Kaiserau nach Absprache mit der Liga hatten. Sonst wäre das Kennenlernen und die ersten Einheiten sofort in die zwei Tage Vorbereitung auf die EM-Qualifikation gefallen. Wir wollen beide Spiele gegen Spanien gewinnen, aber das wollen die Spanierinnen auch. Jede Spielerin erhält vor dem Lehrgang in Stuttgart ihre Hausaufgaben, und für uns als neuformierte Mannschaft stehen diese Spiele immer nur unter der Prämisse kennenlernen, einspielen, finden - natürlich schon mit Blick auf die dann finalen Qualifikationsspiele in Litauen und gegen die Türkei.

Wie sehen Sie die künftige Hierarchie in der Mannschaft angesichts der Tatsache, dass einige Routiniers nicht mehr dabei sind?

Henk Groener: Diese Hierarchie wird sich mit der Zeit erst entwickeln, das ist eine langfristige Sache. Aber schon in der ersten gemeinsamen Besprechung wollten die Spielerinnen Klarheit über die Rollenverteilung, wollten klare Aufgabenstellungen. Wir haben gemeinsam eine Liste erstellt, diese Themen müssen wir mit Leben füllen. Aber die Spielerinnen wissen auch in diesem Punkt genau, was ich will.

Und das wäre?

Henk Groener: Bei allen Anstrengungen nicht die Lockerheit verlieren, man kann auch mit Freude knallhart an sich arbeiten, und man muss sich keinen Stress machen, wo kein Stress sein muss. Und das haben die Spielerinnen gleich im ersten Lehrgang schon sehr gut aufgenommen.

Wie haben die Spielerinnen auf diese neue Form der Ansprache reagiert?

Henk Groener: Sie haben gemerkt, dass wir ganz normalen Menschen sind, mit denen man reden kann. Dieses Mitdenken und Mitreden erwarte ich auch auf dem Feld. Für mich war es daher sehr positiv, dass es nicht nur sportlich, sondern auch zwischenmenschlich schnell harmonierte. Von beiden Seiten - Trainerstab und Mannschaft - wurden alle Themen sehr offen angesprochen, diese Offenheit ist nicht sofort selbstverständlich bei einem ersten Kennenlernen.

Wie geht es nun weiter?

Henk Groener: Zunächst werde ich mit allen Vereinstrainern telefonieren und ihr Feedback einholen, speziell, wie die Spielerinnen ihnen gegenüber den ersten Lehrgang bewertet haben. Dann steht bereits kommende Woche das erste Regionaltraining in Dortmund an, mit Spielerinnen aus Dortmund, Leverkusen, Blomberg und Bensheim. Zwei weitere Regionaltrainings folgen im April und drei im Herbst. Anfang März werde ich gemeinsam mit Heike und Debbie unsere Kadernominierung für die Spanienspiele angehen. Wir hatten nun 21 Spielerinnen beim Lehrgang - sowie Xenia Smits und Lone Fischer, die verhindert waren, und aus diesem Pool werden wir unsere 16 Spielerinnen für die EM-Qualifikation nominieren.

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