Dreifache Welthandballerin und Rumäniens Superstar: Cristina Neagu. Foto: Uros Hocevar

03.12.2018 · Slider, Home, Nationalteams, Frauen Nationalteam · Von: BP

Gegnerportrait Rumänien: Alles Neagu, oder was?

Wenn es bei der Frauen-EM in Frankreich eine Mannschaft gibt, deren Wohl und Wehe von einer einzigen Spielerin abhängt, dann beim nächsten deutschen Gegner Rumänien. Dort gilt schon immer: Ist Cristina Neagu (30) erfolgreich, ist Rumänien erfolgreich, läuft es bei der einzigen dreifachen Welthandballerin der Geschichte nicht, hat Rumänien ein Problem. Im ersten EM-Spiel in Brest, das Rumänien am Samstag mit viel Mühe 31:28 gegen Tschechien gewann, war Neagu ausnahmsweise nicht die beste Torschützin ihres Teams, stand am Ende aber auch auf acht Toren, ein Treffer weniger als Eliza Buceschi, die früher einmal beim Thüringer HC spielte.

Erzielt Neagu am Montag (Anwurf 18 Uhr, live auf Eurosport und auf Sportdeutschland.TV via dhb.de/livehttp://www.sportdeutschland.tv) gegen Deutschland fünf oder mehr Tore, schreibt sie bereits in diesem Spiel Geschichte, denn dann wäre sie die erfolgreichste Torschützin der gesamten Frauen-EM-Geschichte. Momentan stehen 201 Treffer zu Buche, und die Ungarin Agnes Farkas liegt mit 205 EM-Toren an der Spitze. Es wäre ein Wunder, wenn Neagu nicht auch diese Bestmarke in Frankreich knacken würde.

Im Vorjahr bei der WM in Deutschland erwischte Neagu genau einen schwarzen Tag - und prompt musste Rumänien trotz Platz eins in der Vorrunde vor dem späteren Weltmeister Frankreich bereits nach dem Achtelfinale gegen Tschechien die Heimreise antreten. Für diese Niederlage gab es am Samstag immerhin die Revanche in Brest.

Die Ausgangslage vor dem Duell der beiden Auftaktsieger ist klar: der Sieger bucht bereits das Ticket für die Hauptrunde in Nancy. „Das wird ein sehr hartes und enges Spiel. Mit Bucheschi und Neagu verfügt Rumänien über Schlüsselspielerinnen, die alleine ein Spiel entscheiden können. Aber ich glaube ganz fest an uns, wir haben viel Selbstvertrauen. Und mit zwei Punkten könnten wir Hauptrunde klarmachen“, sagt Emily Bölk, beim 33:32 gegen Norwegen am Samstag beste deutsche Werferin.

Bundestrainer Henk Groener legt auch gegen Rumänien einen ähnlichen Fokus wie beim Turnierstart: „Wir haben gezeigt, dass wir auf dem höchsten Niveau spielen können. Unsere Aufgabe ist es nun, das zu wiederholen. Rumänien wird uns alles abverlangen, aber wir sind bereit. Gegen Rumänien ist wieder unser Tempospiel gefragt, das wir das können, haben wir gegen Norwegen gezeigt.“

Nimmt man nur die Pflichtspiele, ist die deutsche Bilanz gegen den kommenden Gegner positiv: Acht deutschen Siegen stehen nur fünf Niederlagen gegenüber. Nimmt man nur die EM-Spiele, gab es bei sechs Duellen sogar nur eine Niederlage, jene im letzten Vergleich, dem Spiel um Platz fünf bei der EM 2016 in Göteborg (22:23). Und das einzige Duell auf französischem Boden ist sogar ein historisches für die DHB-Auswahl: Das 36:35 nach Verlängerung am 16.12. 2007 in der Arena Paris-Bercy im Spiel um Platz drei bedeutete die letzte Medaille einer deutschen Frauen-Mannschaft bei Welt- und Europameisterschaften.

Für Rumänien gab es danach noch zweimal Edelmetall, jeweils Bronze auf dänischem Boden: bei der EM 2010 (der einzigen rumänischen Medaille bei einer EURO überhaupt) und der WM 2015. Bei beiden Turnieren war Neagu Torschützenkönigin. Der aktuelle Trainer des zweiten deutschen EM-Gegners ist im Übrigen kein Unbekannter: der Spanier Ambros Martin führte Audi ETO Györ zu vier Champions-League-Titeln, bevor er vor dieser Saison zum russischen Spitzenklub Rostow am Don wechselte. Von den 16 rumänischen EM-Starterinnen spielen nur zwei (Neagu und Aneta Udristiou) beim 2016er Champions-League-Sieger CSM Bukarest und keine einzige beim aktuellen EHF-Pokalsieger Craiova.

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