Schwierige Entscheidung: Christian Prokop muss noch vier Spieler aus dem Kader streichen. Foto: Sascha Klahn

04.01.2018 · Slider, Home, Männer Nationalteam, Nationalteams · Von: SID

Länderspiele: EM-Generalprobe als Finale im Kader-Casting

Die deutschen Handballer wollen in den finalen Testspielen kurz vor der EM gegen Island frisches Selbstvertrauen für die Mission Titelverteidigung tanken. Zudem geht es um die letzten Kaderplätze.

Bei Silvio Heinevetter und seinen Teamkollegen blühte der Flachs. Während Bundestrainer Christian Prokop gerade öffentlich den Endspurt im teaminternen Kader-Casting ausrief, amüsierten sich die deutschen Handballer beim offiziellen EM-Fototermin vor der Generalprobe gegen Island prächtig.

"Bei aller Ernsthaftigkeit und Fokussierung auf die Aufgaben ist Spaß und ein bisschen Lockerheit ganz wichtig", sagte Keeper Heinevetter nach dem Shooting am Donnerstag auf dem Parkett der Stuttgarter Porsche-Arena. Gleichwohl unterstrich auch Heinevetter: "Jetzt wird es ernst!" Nach den finalen Testspielen am Freitag (18.15 Uhr/ARD) in Stuttgart und am Sonntag (14.00 Uhr/Handball-Deutschland.TV) in Neu-Ulm muss Prokop schließlich noch vier Spieler aus seinem 20er-Kader streichen.

"Mit Blick auf die Personalentscheidungen haben die Spiele eine größere Bedeutung. Wir können nochmal schauen, wer auf welcher Position unter Wettkampfbedingungen wie agiert", sagte Prokop: "Es ist wirklich alles denkbar. Es ist noch keine Entscheidung gefallen." Zudem gehe es in den abschließenden Tests darum, mit dem Rückenwind guter Ergebnisse in die EM-Mission zu starten: "Natürlich wollen wir erfolgreich sein und mit einem positiven Gefühl nach Kroatien reisen." 

Das Unternehmen Titelverteidigung beginnt für die deutsche Mannschaft dann am 13. Januar in Zagreb gegen Montenegro. Weitere Vorrundeingegner sind Slowenien (15. Januar) und Mazedonien (17. Januar). "Das Fundament für ein erfolgreiches Turnier wird in der Vorrunde gelegt. Wir wollen mit der optimalen Ausbeute in die Hauptrunde gehen", sagte Prokop. Für den Nachfolger von Dagur Sigurdsson ist es das erste Turnier als Bundestrainer.

Kapitän Uwe Gensheimer bekräftige die "wichtige Rolle" der beiden Spiele gegen Island. "Es ist unsere Generalprobe. Wir hatten die taktischen Dinge bislang nur im Trainingsbetrieb. Die Wettkampfsituation ist noch einmal etwas anderes", sagte der Weltklasse-Linksaußen und betonte: "Man kann sich noch einmal ein gutes Gefühl für das Turnier holen."

Gensheimer dürfte wie Heinevetter für das Unternehmen Titelverteidigung gesetzt sein. Fragezeichen stehen dagegen hinter 2016-Europameistern wie den Flügelspielern Rune Dahmke (THW Kiel) und Tobias Reichmann (MT Melsungen). Gut möglich, dass Prokop angesichts der Fülle an Top-Spielern im Rückraum auf einer der Außenbahnen nur mit einfacher Besetzung in das Turnier startet. Zumal während der EM bis zu sechs (!) Wechsel pro Team vorgenommen werden dürfen.

"Jetzt sind alle fit. Etwas besseres kann dir eigentlich nicht passieren", sagte Torjäger Julius Kühn voller Vorfreude. Auch der zuletzt angeschlagene Abwehrchef Finn Lemke, der den ersten Lehrgang in Kamen wegen einer Bronchitis verpasst hatte, ist wie Philipp Weber (Mittelfußbruch) wieder an Bord. "Wir haben alle Karten selbst in der Hand, wir müssen sie nur gut ausspielen", sagte Kühn.

Nach dem WM-Blackout vor Jahresfrist, als im letzten Moment ein Verbandssponsor für die Live-Übertragungen der DHB-Spiele eingesprungen war, kehren die deutschen Handballer mit Beginn der EM auch ins öffentlich-rechtliche Fernsehen zurück. Schon der Test am Freitag wird vor einem Millionenpublikum in der ARD stattfinden.

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