Die Juniorinnen-Nationalmannschaft bei der Nationalhymne. - Foto: Jurij Kodrun

07.08.2017 · Slider, Home, Nationalteams, Juniorinnen Nationalteam · Von: tk

„Wir haben Lust auf mehr“ – Juniorinnen ziehen positives EM-Fazit

Das Abenteuer Women`s 19 EHF EURO in Slowenien endete für die Juniorinnen-Nationalmannschaft des Deutschen Handballbundes mit einer langen Busfahrt über Nacht. Nach dem gestrigen 27:26-Erfolg gegen die Niederlande, der den fünften Platz sicherte, und dem offiziellen Bankett, rollte  die Mannschaft des Trainer-Duos Marielle Bohm und Jens Pfänder am Sonntagabend zurück in die Heimat.

Im Gepäck hatte die DHB-Auswahl nach dem knapp zweiwöchigen Turnier vor allem eine wichtige Erkenntnis: Sie kann mit den Top-Nationen mithalten. In der Defensive überzeugte die deutsche Mannschaft über weite Strecken des Turniers, lediglich in zwei Halbzeiten geriet die Verteidigung in Probleme. Im Schnitt kassierten die Juniorinnen knapp 23 Tore pro Spiel. Gegen den neuen Europameister Frankreich waren es 24 Treffer, Bronzemedaillengewinner Dänemark hielt die deutsche Abwehr um das starke Torfrauen-Trio Sarah Wachter, Lea Rühter und Katharina Filter bei 22 Toren.    

In der Offensive stockte der Motor immer mal wieder. Ein Blick in die Statistiken zeigt dennoch eine ausgeglichene DHB-Auswahl. Alle 13 eingesetzten Spielerinnen trafen in der Offensive, acht Juniorinnen erzielten gleich mehr als zehn Tore. Top-Torschützin Deutschlands ist Rückraumspielerin Julia Maidhof (28 Tore), die vor allem in den beiden K.o.-Spielen gegen Norwegen und die Niederlande das Offensivspiel der Deutschen prägte. Es folgen Spielmacherin Mia Zschocke mit 23 Treffern und Elisa Stuttfeld, die auf insgesamt 18 Turniertore kommt.

Im Gespräch mit dhb.de zieht das Trainergespann Bohm und Pfänder ein Turnierfazit und wirft einen Blick auf das kommende Jahr mit dem großen Highlight der Weltmeisterschaft in Ungarn (1. bis 15. Juli 2018). Die WM-Qualifikation wird bereits im März 2018 gespielt.

Marielle Bohm und Jens Pfänder über …

das EM-Turnier in Slowenien:

Marielle Bohm: „Wir haben ein gutes Turnier gespielt und können mit einem positiven Gefühl die EM verlassen. Für uns war es ein schweres Turnier. Wir hatten wenig Ruhepausen und eine schwere Vorrundengruppe mit dem späteren Europameister Frankreich. Zudem hatten wir einige Neulinge im Team, die noch keine Turniererfahrung vorweisen konnten. Doch die Mannschaft hat sich sehr gut entwickelt und wertvolle Erfahrungen gesammelt. Unsere Abwehrarbeit war sehr gut. Die Mädels haben die Vorgaben mit viel Einsatz und Willen sehr gut gelöst. Ich bin sogar der Meinung, ohne uns zu viel selbst zu loben, dass wir die abwehrstärkste Mannschaft im Turnier waren. Im Angriff sind unsere Vorgaben an das Team sehr hoch. Da fiel es meiner Mannschaft manchmal schwer, wenn es nicht so rund lief, den vorgegebenen Plan zu verfolgen und mutig zu bleiben. In den letzten beiden Spielen waren wir aber auch im Angriff stabiler. Wir haben noch viel Entwicklungspotenzial.“  

Jens Pfänder: „Unser EM-Fazit fällt positiv aus. Wichtig war für uns als Trainerteam, dass sich die Mannschaft im Laufe des Turniers weiterentwickelt und das hat sie getan. Schon seit vergangenem Oktober, als wir die Mannschaft übernommen haben, wissen wir, dass die Mädels viel Potenzial haben. Die Comeback-Szenarien, die wir bei den letzten Spielen gesehen haben, zeigen den absoluten Willen der Mannschaft, gemeinsam etwas zu erreichen. Das ist sehr positiv. Die K.o.-Spiele gegen Norwegen und Niederlande waren extrem wichtige Spiele für uns und haben den Spielerinnen gezeigt, dass sie in der Lage sind, dort zu bestehen. Unsere Abwehrarbeit war, bis auf zwei Halbzeiten, auf einem absoluten Top-Niveau. Wir haben wenig Gegentore gekriegt, dazu haben unsere Torfrauen, allen voran Sarah Wachter, ein tolles Turnier gespielt.  In der Offensive sind wir entwicklungsfähig. Manche Spielerinnen haben sich innerhalb unseres Konzeptes sehr gut weiterentwickelt und ihre individuellen Stärken mit eingebracht, einige müssen sich da noch steigern. Dennoch haben wir auch in der Offensive viel Potenzial gezeigt, es aber nicht annähernd so ausschöpfen können wie bei unserer Abwehr.“

die Zukunft:

Marielle Bohm: „Die leistungssportliche Orientierung ist und wird elementar sein. Es ist wichtig, dass die Mädels kontinuierlich in der 1. und 2. Bundesliga spielen, da gefordert werden und sich so weiterentwickeln. Wir wissen jetzt, was es heißt, so ein Turnier zu spielen und was uns an individuellen Fähigkeiten, aber auch als Team noch fehlt. Die Mannschaft ist willig und kann mit den Top-Nationen mithalten. Die Tür ist aber für weitere Spielerinnen natürlich nicht zu. Wir wollen bei der WM im kommenden Jahr wieder mithalten und vielleicht auch noch mehr erreichen."

Jens Pfänder: „Wir haben bei diesem Turnier gesehen, wo wir uns verbessern müssen. Wir wollen in den kommenden Monaten die persönliche Entwicklung der Spielerinnen weiter fördern. Auch die leistungssportliche Orientierung bleibt ein wichtiges Thema. Weil wer das nicht macht, der hat es schwer, in der internationalen Elite zu bestehen. Wir freuen uns auf das nächste Jahr mit der Mannschaft und haben Lust auf mehr.“ 

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