Marielle Bohm bei einer Auszeit während der U19-EM in Slowenien im Sommer 2017. - Foto: Slavko Kolar

20.10.2017 · Slider, Home, Nationalteams, Juniorinnen Nationalteam · Von: bp

Vorbild Trainerin: Marielle Bohm europäische "Frauen-Handball-Botschafterin"

Es war ein fließender, perfekter Übergang: 2011, im Alter von 30 Jahren, beendete Marielle Bohm ihre Karriere als Spielerin beim VfL Sindelfingen. Parallel zum aktiven Handball und ihrer Lehramtsausbildung und dann ihrem Job in der Schule hatte die Schwäbin da schon ihre Trainerkarriere gestartet. Zunächst im Nachwuchsbereich der „KuTies“ aus Herrenberg - und dann 2013 - exakt zehn Jahre, nachdem die Ex-Nationalspielerin mit der DJK/MJC Trier deutscher Meister geworden war - als Co-Trainerin von Alexander Job beim Erstligisten TuS Metzingen.

Im Februar 2015 kam die gebürtige Nürtingerin schließlich zum DHB. Gemeinsam mit Nico Kiener übernahm sie die Juniorinnen, führte sie 2015 bei der EURO in Spanien auf den fünften Platz und ein Jahr später ins WM-Halbfinale von St. Petersburg. Mit einem neuen Team begann Bohm danach - und gemeinsam mit Jens Pfänder - die Vorbereitungen auf die U19-EURO in diesem Sommer in Slowenien. Auch dort erreichten die DHB-Mädels wieder den fünften Rang - und Bohm ist seitdem auch offiziell europäische „Frauen-Handball-Botschafterin“.

Die Europäische Handball-Föderation EHF - speziell das Women’s Handball Board - zeichnet damit alle Trainerinnen von Nachwuchs- und Seniorenmannschaften im weiblichen Bereich aus. Die Auszeichnung ist auch eine Anerkennung für den Deutschen Handballbund, der Trainerinnen und ihre Arbeit fördert und unterstützt. 

Bei der U19-EURO 2017 waren dies neben Marielle Bohm Tatjana Jeraminok (Montenegro), Vigdis Holmeset (Norwegen) und Ana Seabra (Portugal). Alle erhielten neben dem „Female National Team coach award“ eine speziell designte Kapuzenjacke mit der Aufschrift „Handball in my heart“ (Handball in meinem Herzen) als Zeichen ihrer Botschafterrolle.

Für den künftigen DHB-Sportdirektor Axel Kromer nimmt Marielle Bohm nicht nur wegen dieser Auszeichnung eine Vorreiterrolle für Trainerinnen ein: „Wir freuen uns sehr, dass auch die EHF die sehr gute Arbeit von Marielle honoriert. Wir als DHB sind froh, dass wir ihre Fähigkeiten sehr früh erkannt haben. Marielle leistet tolle Dienste in der Nachwuchsarbeit. Sie hat bereits viele Spielerinnen für ihre Auftritte in der A-Nationalmannschaft nach vorne gebracht - und das ist das Ziel unserer gesamten Nachwuchsarbeit.“

Kromer hofft daher auf Nachahmerinnen: „Wie in Unternehmen und im Sport, sind auch im Handball Frauen in Führungspositionen prozentual unterrepräsentiert. Daran müssen alle arbeiten. Bei uns spielt das Geschlecht keine Rolle, sondern nur die Qualität - und dafür steht Marielle vorbildlich. Wir wissen auch, dass der Weg zur A-Lizenz ein langer ist - speziell, wenn man ihn parallel mit Sport, Beruf und Familie unter einen Hut bringen will. Aber genau da müssen wir ansetzen und die Zahl der Frauen in den A-Lizenz-Lehrgängen steigern.“

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