Markus Südmeier mit dem Sieger-Pokal. - Foto: DHB/Christian Bendig

09.08.2016 · Beach · Von: pm dhb/cb

DM-Sieger Sand Devils freuen sich auf Gran Canaria

Im Vorfeld betonten viele Teams die Ausgeglichenheit der Männer-Konkurrenz bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin. Und die Prognose, dass alle Teams sehr dicht beieinander liegen, sollte sich bewahrheiteten. Viele knappe Spiele, viel spektakuläre Tore und Abwehraktionen sowie eine Vielzahl von erst in den Schlussminuten entschiedenen Duellen prägten das Bild. Ein weiteres Indiz: Der alte und neue Titelträger Sand Devils Minden musste in der Vorrunde zwei Niederlagen einstecken. Im Finale hatten Markus Südmeier und sein Team gegen die Nordlichter knapp das bessere Ende für sich.

In der Vorrundengruppe B starteten die Devils zwar standesgemäß mit einem deutlichen 2:0-Erfolg gegen die Beachmopeten, mussten sich aber in der Folge im Shoot-Out Beach and da Gang (18:16, 14:21, 6:8) und BTVGA (30:12, 24:22, 7:10) geschlagen geben. „Irgendwie fehlten und die nötigen Prozente an Spannung“, machte der als Trainer fungierende Dominic Donnecker aus. Im abschließenden Spiel mussten die Devils gegen den TuS Refi eine Menge Widerstand brechen (19:17, 22:19). Zu allem Überfluss verletzten sich noch Jörn Wolterink und Thomas Kersebaum in diesem Spiel. Die Einsätze des Duos in den K.o.-Spielen waren bis in die späten Abendstunden hinein ungewiss. Während der Devils-Motor noch stotterte, spielte sich Beach and Da Gang mit vier Siegen und einem Satzverhältnis von 8:2 an die Tabellenspitze. Das Team um Marc Kunz glänzte zudem mit sehenswert herausgespielten Toren. Wie im vergangenen Jahr zogen sie ungeschlagen ins Viertelfinale ein und unterstrichen ihren Status als Geheimfavorit. Marius Beier vom letztjährigen Finalisten Beachbanausen hatte mit seiner Prognose vor dem Turnier recht: „Beach and Da Gang spielen in diesem Jahr überragend. Sie können den Sand Devils richtig gefährlich werden.“ BTVGA zog als Drittplatzierter ins Viertelfinale ein. Nationalspieler Marian Rascher gelang mit einem 720-Grad-Spin-Shot im Shoot-Out gegen die Devils der wahrscheinlich spektakulärste Treffer der ganzen DM. Das Quartett vervollständigte TuS Refi.

In der Gruppe A waren die ersatzgeschwächten Nordlichter (vier wichtige Spieler fehlten) das Maß aller Dinge, gaben in ihren vier siegreichen Spielen nur zwei Sätze ab. Doch wie in Gruppe B entwickelten sich knappe Duelle. So wiesen die Nordlichter nur eine Tordifferenz von plus 10 auf. Deutlich besser mit plus 21 war die bei den Sandelfen. Die Burscheider landeten auf dem zweiten Rang vor den 12 Monkeys und den Beach Boys Köln. In den Viertelfinals setzten sich die Sandelfen gegen BTVGA im Shoot-Out 5:4 durch. Danach hatten die Sand Devils gegen die 12 Monkeys beim 2:0 (16:15, 18:15) einige bange Momente zu überstehen. Für den späteren Finalisten Nordlichter wäre gegen TuS Refi beinahe Endstation gewesen. Das 7:4 im Shoot-Out bedeutete den Halbfinal-Einzug. Beach and Da Gang holte beide Sätze gegen die Beach Boys (22:18, 19:12).

Im Semi-Finale standen sich Beach an Da Gang und die Sand Devils zum zweiten Mal gegenüber und wieder entwickelte sich eine enge Partie. „Wenn man im ersten Satz nur elf Gegenpunkte kassiert, muss man den gewinnen“, haderte Gang-Akteur Kurz. Doch Thomas Kersebaum hatte was dagegen und erzielte mit einem Spin-Shot das 11:10 für die Devils. Im zweiten Durchgang zogen Beach and Da Gang mit dem weiterhin überragend haltenden Tobias Geske schnell auf 8:0 davon, ehe die erfahrenen Mindener ihre geballte Routine ins Feld warfen, ausglichen und sich knapp durchsetzen konnten (22:17).

Im zweiten Halbfinale zwischen den Nordlichtern und den Sandelfen beherrschten beide Keeper das Geschehen. Beim 13:10-Satzgewinn drehte Ole Goyert den Rückstand, ehe Hendrik Sander zum entscheidenden 13:10 für die Nordlichter traf. Nach dem Seitenwechsel schaffte Jonte Windels das vorentscheidende 14:11. „Wir sind total zufrieden, jetzt im Finale zu stehen. Damit haben wir nicht gerechnet. Wir haben jetzt nichts mehr zu verlieren“, kommentierte Nordlicht Marcian Markowski den Final-Einzug.

Devils-Urgestein Markus Südmeier hingegen wollte mehr. „Ich habe richtig Bock auf den Campions Cup auf Gran Canaria.“ Die Titelverteidiger gingen favorisiert ins Endspiel, mussten sich aber mehr Gegenwehr erwehren, als ihnen lieb sein konnte. Zwei knappe Satzgewinne (18:16, 19:16) brachten jedoch die Titelverteidigung. „Seitdem es den Champions Cup gibt, ist das das i-Tüpfelchen. Ansonsten geht man mit so einem tollen Erlebnis wie der Meisterschaft in die Hallensaison und denkt sich: Ok. Das war es dann. Jetzt hat man noch einmal ein Highlight vor der Nase. Alles, was in Nuancen gestern nicht gepasst hat, passte heute. Die Nordlichter haben wie alle vier Halbfinalisten ein überragendes Turnier gespielt“, meinte Südmeier freudestrahlend nach der Siegerehrung.

Nordlicht Hendrik Sander sagte: „Im Finale will man gewinnen. Die Devils waren vielleicht ein wenig abgeklärter. Laufen ein oder zwei Abwehr- oder Angriffsaktionen anders, stehen wir eventuell als Sieger da. Bei uns haben vielleicht zwei oder drei Optionen gefehlt, in denen wir eingespielter sind.“

Auf Platz drei landete Beach and Da Gang. „Wir haben uns nach der Enttäuschung im Halbfinale noch einmal aufgerafft. Das spricht für unser Team. Insgeheim haben wir uns ein bisschen ausgerechnet.“

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