Landesverbände

Kay Brügmann, Vorsitzender des Freundeskreis des deutschen Handballs. - Foto: privat

07.12.2016 · Home, Jugend, FDDH, Verband, Landesverbände, HV Berlin · Von: pm

"Es gibt nur wenige Turniere solcher Klasse" - Kay Brügmann im Interview

Kay Brügmann ist seit diesem Jahr neuer Vorsitzender vom Freundeskreis des Deutschen Handballs. Im Hauptberuf ist der Referatsleiter im Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW zuständig für die Berufs- und Studienorientierung von Schülerinnen und Schüler. Der 54-jährige übernahm das Amt von Henning Opitz, den heutigen Ehrenvorsitzenden des FDDH. Kay Brügmann war selbst leidenschaftlicher Handballspieler und stand auch als DHB-Schiedsrichter auf dem Parkett. Seit 15 Jahren ist er bereits Mitglied des FDDH und setzt sich seitdem stark für den Jugendhandball ein. Für ihn und den FDDH ist der anstehende DHB-Länderpokal in Berlin ein absolutes Handballhighlight.

 

Herr Brügmann, der DHB-Länderpokal findet vom 15. bis 18. Dezember statt. Welche Bedeutung hat das Turnier für sie?
Kay Brügmann: Für den FDDH ist das die Premium-Veranstaltung schlechthin. Es gibt nur wenige Turniere solcher Klasse. Immerhin ist der DHB-Länderpokal die Leistungsschau im Jugendhandball. Diese wird von Jahr zu Jahr auch immer professioneller. An beiden Standorten Berlin (männlich) und Baden-Württemberg (weiblich) machen die Organisatoren und Helfer eine sehr gute Arbeit.

Der FDDH engagiert sich stark für den DHB-Länderpokal. Wie kam die Zusammenarbeit zustande?
Kay Brügmann: Wir fördern seit 25 Jahren den Jugendhandball und den Schiedsrichternachwuchs. Ein Großteil der Einnahmen wird für Jugendprojekte des DHB bereitgestellt, der andere Teil geht an die Landesverbände. Das Engagement für den DHB-Länderpokal besteht seit Ende der neunziger Jahre, quasi seit der Gründung des Turniers. Zunächst wurden Pokale bereitgestellt, dann kamen T-Shirts hinzu, ehe wir uns auch dazu entschieden hatten, zusätzlich Medaillen zu sponsern. Seit dem letzten Jahr werden zu Ehren von Eberhard Kilian bei den Jungen und Inge Küster bei den Mädchen gleichnamige Wanderpokale an die Siegerteams überreicht. Damit wollen wir die Nachwuchs- und Talentförderung der Verbände ehren.

Was sagen Sie zum DHB-Länderpokal-Austragungsort Berlin?
Kay Brügmann: Berlin ist der Magnet für junge Leute. Es ist immer reizvoll, in der Hauptstadt spielen zu können. Für Eltern und Fans ist das ebenso die Stadt schlechthin, wo man die Jugendlichen begleiten möchte. Die Hallen sind ausreichend groß und hervorragend für das Turnier geeignet, außerdem liegen sie nah beieinander. Darüber hinaus stimmt das Drumherum. Die Unterbringung in einem tollen Hotel, die kurzen Wege sowie der gut organisierte Ablauf ermöglichen eine hochwertige Veranstaltung.

Am Samstagabend, 17. Dezember 2016, wird für die Eltern und Fans eine Gesprächsrunde organisiert. "Der Weg vom AOK Star-Training in die Nationalmannschaften des DHB" heißt das Motto. Warum sind solche Gespräche besonders wichtig?
Kay Brügmann: Der DHB hatte im letzten Jahr mit einem Info-Abend für die Spieler begonnen. Wir wollten auch ein Angebot an die begleitenden Eltern und Fans der Jugendauswahlspieler machen. Die Eltern sind sehr engagiert und haben natürlich Interesse an der Entwicklung ihrer Kinder. Wir zeigen ihnen, wie die Chancen für eine Karriere in der Nationalmannschaft stehen und worauf man achten muss. Dieses Angebot für Eltern und Fans verbinden wir deswegen auch direkt mit unseren Partnern DHB und AOK. Somit wird gleichzeitig der Bogen zum AOK Star-Training und der Leistungsförderung des Verbands geschlagen. Wir erhoffen uns durch die Gespräche, noch mehr Synergien zu schaffen. Eltern können dadurch besser verstehen, wie sich ihre Kinder in der Zukunft entwickeln können und wie sie dafür gefördert werden müssen. Mein persönlicher Wunsch ist, dass Jugendliche von den Eltern auch bei der Berufsorientierung begleitet werden. Viele Talente wollen Nationalspieler werden, aber das klappt natürlich nicht bei jedem, so dass es Alternativen bedarf. Eltern sind gute Berater für die Berufsausbildung und Studium neben dem Sport. 

Seit mehr als 25 Jahren fördert der FDDH Projekte im Jugendhandball und des Schiedsrichternachwuchses. Was liegt Ihnen dabei besonders am Herzen?
Kay Brügmann: Wir stellen uns vor, dass die Projekte, die wir fördern, Nachahmer finden und nachhaltig sind. Das bedeutet, dass wir erfolgreich geförderte Projekte öffentlich machen, um sie auf eine breite Basis zu stellen. Demnächst werden beispielsweise Projekte für Mädchenhandball und für Schiedsrichterinnen verstärkt gefördert. Es gibt jetzt 100 Jahre Frauenhandball in Deutschland und die Weltmeisterschaft 2017 findet im eigenen Land statt. Allerdings setzen wir auch auf Nachhaltigkeit. Die Förderung soll über 2017 hinausgehen. Zudem werden natürlich anschließend auch Akzente für die kommende Heim-WM der Männer2019 gesetzt.

Über 400.000 Euro wurden bereits für die Jugendförderung im deutschen Handball zur Verfügung gestellt. Wie kommt diese hohe Summe zustande?
Kay Brügmann: 90 Prozent der Mittel werden durch die Beiträge der Mitglieder generiert. Das sind handballaffine Menschen, Schiedsrichter, Trainer oder in Funktion beim DHB. Darüber hinaus Unternehmen, Landesverbände und Bundesligisten. Weitere 10 Prozent kommen aus Spenden, die die Genannten darüber hinaus zur Verfügung stellen.

Welche Ziele hat sich der FDDH für die Zukunft gesteckt?
Kay Brügmann: Wir werden weiterhin intensiv mit dem DHB und den Landesverbänden zusammenarbeiten und dort investieren, wo es Bedarf gibt. Wir wollen zusätzliche Mitglieder und Spender gewinnen und noch besser mit Bundesligisten ins Gespräch kommen. Unser Ziel ist, in den nächsten zwei Jahren die 500.000 Euro Marke zu erreichen.

 

Ticketinformationen zum DHB-Länderpokal 2016: 

Tageskarte (Erwachsene)             - 6,00 Euro

Tageskarte (ermäßigt)                   - 3,00 Euro

4-Tages-Ticket* (Erwachsene)    - 20,00 Euro

4-Tages-Ticket* (ermäßigt)          - 10,00 Euro

 

*Die 4-Tages-Tickets gelten für das komplette Turnier von Donnerstag bis Sonntag

 

Die Hallen des DHB-Länderpokals 2016 in Berlin: 

- Große Sporthalle am Sportforum Hohenschönhausen (Weißenseer Weg 53, 13053 Berlin)

- Lilli-Henoch-Sporthalle (Fritz-Lesch-Straße, 13053 Berlin)

- Seelenbinder Halle Velodrom (Paul-Heyse-Straße 26, 10407 Berlin)

- Sporthalle Paul-Heyse-Str. (Paul-Heyse-Straße 25, 10407 Berlin)

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