Volle Ränge waren ein gewohntes Bild in der Hanauer Main-Kinzig-Halle. - Foto: Verein

06.06.2017 · 3. Liga, Männer 3. Liga, Staffel Ost · Von: pm verein

Erstes Jahr 3. Liga: HSG Hanau ist an ihren Aufgaben gewachsen – Glücksfall Main-Kinzig-Halle

7.902 Zuschauer insgesamt, 527 im Schnitt: Das entspricht Platz sechs in der Zuschauertabelle. Die meisten Fans (1000) kamen zum Spiel gegen die HSG Nieder-Roden. Rund 70 Getränke-Kästen mussten die Helfer jeweils bei Top-Spielen bewegen. Zahlen, die sich für einen Aufsteiger sehen lassen können. Die HSG Hanau hat nach ihrer Premierensaison in der 3. Handball-Liga Bilanz gezogen und kann ein rundherum positives Ergebnis präsentieren. Zumal man sportlich mit Platz neun die Erwartungen übererfüllen konnte.

Das Alles ist keine Selbstverständlichkeit. Schließlich war der Schritt für die Hanauer Handballer von der Oberliga Hessen in die 3. Liga in allen Bereichen ein Quantensprung. Es galt, die Schwelle vom reinen Amateursport in den semiprofessionellen Leistungsbereich zu überschreiten, ohne sich dabei zu verheben. Dazu kam der Wechsel in die große Main-Kinzig-Halle.

Niemand konnte mit Gewissheit sagen, wie der dauerhafte Umzug von den Zuschauern angenommen und ob man aufgrund der gestiegenen Anforderungen vom Verband überhaupt zu 15 Heimspielen ausreichend Helfer zusammenbekommen würde. „Wir hatten schon unsere Bedenken, ob wir den Anforderungen gerecht werden würden“, gibt Marketing-Vorstand Rudolf Werner offen zu. Doch in der Rückschau haben eben diese neuen Anforderungen in der 3. Liga dafür gesorgt, dass sich der Verein in allen Bereichen weiterentwickelt hat. Werner: "Die HSG Hanau ist mit ihren Aufgaben gewachsen."

Mit der Aufstiegseuphorie im Rücken und mitgerissen von den leidenschaftlichen Auftritten der jungen Hanauer Himmelsstürmer ging ein gewaltiger Ruck durch die HSG-Familie. Langjährige Mitglieder übernahmen mehr Verantwortung, neue kamen hinzu und wurden herzlich aufgenommen. Gemeinsam sorgten sie dafür, dass man auch außerhalb des Spielfeldes den Vergleich mit vielen alteingesessenen Drittligisten nicht scheuen brauchte. „Dieser Zusammenhalt und das hohe Engagement hat uns schon positiv überrascht, zumal ja der Spielbetrieb bei allen weiteren aktiven Mannschaften weiterlaufen musste“, sagt Werner.

„Die Helfer leisten einen wichtigen Beitrag zum Erfolg der HSG, ihnen gehört unser großer Dank“, sagt Wolfgang Hildebrandt. Der 56-Jährige gehört seit Rundenbeginn zum erweiterten Vorstand und kümmert sich gemeinsam mit Claus Richter um den Spielbetrieb 3. Liga. Für einen normalen Spieltag mit rund 500 Besuchern benötigen sie für Auf- und Abbau, Kassenbetrieb, Catering sowie Hallen- und Ordnungsdienst ca. 30 Helfer. Bei Spitzenspielen kommen rund zehn weitere Freiwillige hinzu.

Sie setzen sich zusammen aus den Jungendmannschaften der HSG Hanau, die für die Wischerdienste und Hallenreinigung verantwortlich sind. Sämtliche Aktiven-Mannschaften leisten regelmäßig Dienst an der Verkaufstheke. Ein fester Pool an Freiwilligen bewältigt den verantwortungsvollen Kassendienst. Natürlich ist auch der gesamte Vorstand vor Ort und unterstützt in fast allen Bereichen. „Das gesamte Team hat einen tollen Job gemacht. Wir müssen uns im Vergleich zu anderen langjährigen Drittligisten nicht verstecken“, sagt Hildebrandt.

Jede Menge Käsestangen, Rindswürstchen, Schnitzelbrötchen, Leberkäsbrötchen, sowie Laugenstangen müssen pro Spieltag vorbereitet, geschnitten, belegt und zum Teil aufgewärmt werden. An Spitzenspieltagen werden so mehrere hundert Portionen verkauft. Jeder Spieltag wird vor- und nachbereitet, um so alle Abläufe zu optimieren. Da zuweilen die Basketballer der White Wings am gleichen Wochenende ein Heimspiel austragen, sind dem Auf- und Abbau enge zeitliche Vorgaben gesetzt.

Damit jeder Handgriff sitzt, wurde für jede Position eine Checkliste mit den wichtigsten Aufgaben entwickelt. Wenn Hildebrandt nach einem Spiel bei Vorstandssitzungen sein Fazit zieht, dann kann man sich schon mal schnell wie in einem Wirtschaftsseminar vorkommen. Zahlen, Diagramme, Kurven: Alles wird notiert, um beim nächsten Mal noch effizienter zu sein. Schließlich sollen die vielen Helfer möglichst wenig belastet werden, damit die Freude am Tun nicht verloren geht.

Dass diese Freude immer wieder befeuert wurde, dafür sorgte die junge Hanauer Mannschaft mit ihren leidenschaftlichen Auftritten in Serie. Es hat nicht mal eine Saison gedauert, da ist die HSG Hanau längst in der Main-Kinzig-Halle angekommen. Anfängliche Zweifel haben sich schnell in Luft aufgelöst. „Die Mannschaft fühlt sich hier sehr wohl und auch die Fans haben die Spielstätte toll angenommen. Die Main-Kinzig-Halle ist in der 3. Liga der perfekte Ort für die HSG Hanau“, sagt der sportliche Leiter Reiner Kegelmann.

Die altehrwürdige Spielstätte im Herzen der Stadt hat sich in der Handballszene schnell einen Namen als Hexenkessel gemacht. Immer wieder sorgten die Fans für eine extrem dichte Atmosphäre in der 1100 Zuschauer fassenden Halle und stärkten dem jungen Team den Rücken. Mit 20:10 Punkten hat die HSG Hanau die sechstbeste Heimspielbilanz. Selbst Spitzenteams wie Hildesheim oder Springe (jeweils 25:25) ließen hier Federn. Unvergessen bleibt das Spiel gegen den mehrfachen Deutschen Meister TV Großwallstadt, der in der bebenden „MaKi“ bei der 14:20-Niederlage sein Waterloo in Hanau erlebte.

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